Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/akaprojekte/archiv2007/team_a/, Stand 16. May. 2012
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Pressebericht:
In allen Schulen sind Kompetenzen vorhanden, deren Verwendungsmöglichkeiten über die innerschulischen Aufgabenfelder hinausreichen. Dies gilt für alle Schularten, in besonderem Maße jedoch für berufliche Schulen.
Im Rahmen des BLK-Programms zur Berufsbildung "Innovelle-bs" (Innovative
Konzepte der Lehrerbildung - 2. und 3. Phase - für berufsbildende Schulen)
haben sich mit dem Modellversuch teamA drei berufliche Schulen in Baden-Württemberg
auf den Weg gemacht, um sich in ihrer Region als Kompetenzzentrum zu profilieren.
Dabei werden sie unterstützt durch die Landesakademie für Fortbildung
und Personalentwicklung an Schulen (Esslingen) und den Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik
der Universität Mannheim.
Welche Veränderungen der Organisationsstruktur und der gelebten Schulkultur
sind nötig, um erste Schritte nach außen gehen zu können? Welche
Kompetenzen brauchen Lehrer/innen, um die in einer solchen Schule sich stellenden
Aufgaben angemessen wahrnehmen zu können? Das sind die Fragen, für
die in teamA Antworten entwickelt werden.
1. Ausgangslage
An vielen Schulen in der Bundesrepublik werden neue Organisationsstrukturen
und Zusammenarbeitsmodelle erprobt. Ebenso finden sich in den meisten europäischen
Ländern und in Nordamerika Ansätze, Schule anders als in der überkommenen
Weise zu organisieren. Dazu gibt es zahlreiche Anstöße: Selbstverständlich
sind beinahe überall die knappen öffentlichen Mittel und neue gesamtgesellschaftliche
Herausforderungen bedeutende Beweggründe für diese Vorhaben.
Darüber hinaus ist jedoch erkennbar, dass auch das mit Schulen verknüpfte
Aufgabenverständnis und damit zugleich die Aufgaben der Lehrer/innen neu
zu definieren sind.
An diesem Punkt setzt der Modellversuch teamA an: Hier wird die Schule als regionales
Kompetenzzentrum entworfen und danach gefragt, welche Konsequenzen dies für
die interne Organisation der Schule hat, und wie Lehrer/innen für diese
neuen Aufgaben adäquat qualifiziert werden können.
2. Grundlegende Intentionen und Maßnahmen
"Die Fähigkeit zur Innovation entscheidet über unser Schicksal", Roman Herzog
Die Entwicklung beruflicher Schulen zu regionalen Kompetenzzentren macht es erforderlich, dass diese Schulen Organisationsstrukturen und Organisationsabläufe (Prozesse) implementieren, die sie in die Lage versetzen, mit veränderten und permanent im Wandel befindlichen Bedingungen der Organisationsumwelt erfolgreich zu interagieren.
Die Möglichkeit, diese Leistung erbringen zu können, hängt in hohem Maße von der Bereitschaft und den Fähigkeiten der Organisationsmitglieder ab.
In einem ersten Schritt sollen die Organisationsmitglieder befähigt werden, optional zur Verfügung stehende Organisationskonzepte - unter Berücksichtigung des eigenen Kontextes - hinsichtlich deren Voraussetzungen und Konsequenzen beurteilen zu können.
In einem zweiten Schritt geht es darum, durch Teamentwicklung die Lehrpersonen in die Lage zu versetzen, neue Arbeitsformen zu entwickeln und zu praktizieren sowie strukturelle Veränderungen in der Schulorganisation eigenverantwortlich vorzunehmen.
In einem dritten Schritt sollen die Organisationsmitglieder ihre internen Beziehungen fördern und nutzen, um ihre Kompetenz nach außen wirksam werden zu lassen.
Dazu müssen die Schulen potentielle externe Partner in der Region finden, Möglichkeiten einer Kooperation auf der Grundlage ihrer eigenen Kompetenzen suchen (siehe Abb. 1) und gemeinsame Projekte anstreben.
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Abb 1: Mögliche Partnerkonstellationen für die Schule als Regionales
Kompetenzzentrum
Für die Schule führt dies zu einem Erfahrungs- und Wissenszuwachs - die Schule wird zu einer lernenden Organisation (siehe Abb. 2).
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Abb. 2: Organisationales Lernen durch Kontakt mit der Außenwelt
„Eine lernende Organisation ist ein Ort, an dem Menschen kontinuierlich entdecken, dass sie ihre Realität selbst erschaffen. Und dass sie diese verändern können.“, Peter M. Senge
Entwicklung von Teamfähigkeit auf der Basis von gegenseitigem Vertrauen und offenem Umgang miteinander ist eine Grundvoraussetzung für organisationales Lernen im Innern und für die Entwicklung der Anschlussfähigkeit nach außen.

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„Eine lernende Organisation ist eine Gruppe von Menschen, die einander brauchen, um etwas zu erreichen, und die im Laufe der Zeit kontinuierlich ihre Fähigkeiten ausweiten, das zu erreichen, was sie wirklich anstreben.“, Peter M. Senge
3. Ausblick
Der langfristige Erfolg und damit die Nachhaltigkeit eines Modellversuchs hängen
davon ab, in wieweit es gelingt, die Innovation in die Schulen zu transferieren.
Verantwortliche dafür sind in allen Organisationen in erster Linie die
Führungskräfte.
Zur Unterstützung des Transfers werden die im Modellversuch entwickelten
Materialien und Verfahren (Produkte) auf der Homepage des Modellversuchs zur
Verfügung gestellt. Mit diesen Produkten werden Anregungen und Hilfestellungen
für eigene Entwicklungsprozesse geboten. Dieser Katalog wird sukzessive
ausgebaut.
Jens-Peter Schuller / Rudolf Röder
Standort Esslingen