Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/allgschulen/alle/gender/workshops/, Stand 16. May. 2012
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1. Koedukation auf dem Weg zur Vielfalt
Prof. Dr. Katja Kansteiner-Schänzlin, PH Weingarten
Die Koedukation gehört gemeinhin zu den Errungenschaften auf dem Weg der Gleichberechtigung. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass Geschlechterstereotype im Unterricht wirksam sind und Chancen begrenzen. Zur Weiterentwicklung der koedukativen Situation werden differente Konzepte diskutiert und erprobt. Im Workshop sollen nach einem Blick auf den Forschungsstand alternative Ansätze durchdacht und kleine Übungen für eine geschlechtergerechte Gestaltung von Unterricht durchgeführt werden.
2. Berufswahl heute: Geht es auch weniger stereotyp?
Prof. Dr. Bettina Franzke, Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Mannheim
Michael Zöllner, Personalentwickler und pädagogischer Prozessbetreuer, Berlin
Junge Frauen und Männer entscheiden sich nach wie vor für wenige geschlechtstypische Berufe: Was sind Fakten und Folgen der geschlechtsspezifischen Berufswahl? Welchen Einfluss hat die Schule bei der Vermittlung von Berufsbildern? Am Beispiel von zwei Fällen werden konkrete Schritte erarbeitet, wie mehr junge Frauen für technisch-gewerbliche und mehr junge Männer für soziale Berufe ermutigt werden können.
3. Geschlechtergerechte Koedukation mit Mitteln der Künste im regulären Lehrplan unserer Schulen "Learning Through the Arts"
Dr. Petra Weingart, Schulpädagogik und Zentrum für Lehrerbildung der Julius Maximilians Universität Würzburg
Ines Schwerd, Bildende Künstlerin und LTTA Mentor Artist
In enger Zusammenarbeit mit Klassen- und Fachlehrerinnen und -lehrern entwickeln
Künstlerinnen und Künstler, die eine LTTA Ausbildung haben, Unterrichtseinheiten, welche die Lehrplananforderungen mit kreativen Möglichkeiten der Künste umsetzen.
So wird zum Beispiel Mathematik durch Tanz zum Körpererlebnis, Geschichte und Sprachunterricht durch Musik lebendig und durch die Bildende Kunst werden Naturwissenschaften, Sprachen etc. auf neue Art veranschaulicht.
Warum beide Geschlechter gerade mit einer solchen Unterrichtsmethode erfolgreich arbeiten - obwohl sich ihre Herangehensweise unterscheidet - wird an einigen Beispielen erläutert.
4. Wettbewerbsverhalten erlernt oder angeboren?
MMMag Daniela Rützler, Fakultät für Volkswissenschaft und Statistik, Institut für
Finanzwissenschaft, Universität Innsbruck
Dr. Simon Czermak
Vorgestellt werden neueste Erkenntnisse aus dem Gebiet der experimentellen Wirtschaftsforschung, die einen neuen Erklärungsansatz bieten, warum Frauen am Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Es wird gezeigt, dass sich bereits im Kindergartenalter unterschiedliche Wettbewerbsneigungen entwickeln, die mitunter darauf basieren, dass Mädchen ihre Fähigkeiten unbegründet schlechter einschätzen als Jungen. Abschließend werden mögliche Frauenförderungsmaßnahmen präsentiert und zur Diskussion gestellt.
5. Konfrontation und Grenzziehung, Umgang mit benachteiligten und auffälligen Kindern und Jugendlichen
Alexander Fix, Jugendwerkstatt Eigen-Sinn - Gewaltpräventionstraining
In Schulen finden sich immer wieder orientierungslose und gewaltbereite Kinder und Jugendliche, Mädchen wie Jungen. Regeln und Normen bedeuten ihnen meist nur wenig. Sie unterlaufen die Aufträge und Normsetzungen der Erwachsenen und übertragen die "erfolgreichen Muster" auf alle Lebensbereiche. Die Arbeit mit ihnen löst bei Fachkräften, Lehrkräften und Eltern häufig Unzufriedenheit und Unsicherheit aus. Die persönlichen Kompetenzen und die Struktur der Schule werden oft als wenig hilfreich erlebt.
Nur mit Verständnis und Empathie können die Einstellungen und Probleme dieser Kinder und Jugendlichen nicht bearbeitet werden. Man muss ihnen die Stirn bieten. Wohlwollende Konfrontation, Eindeutigkeit, klare Regeln und Grenzen sind für viele benachteiligte, aggressive und gewaltbereite Kinder und Jugendliche eine wichtige Hilfe.
In diesem Workshop werden Elemente und Methoden aus der konfrontativen Pädagogik vorgestellt und erprobt. Konfrontative Pädagogik orientiert sich an einem "autoritativen" Erziehungsstil, d.h. klare Linie mit Herz.
6. Stimme, Sprache, Ausdruck- männliches und weibliches Sprechen: praktische Anregungen für den Schulalltag
Schauspielerin Barbara Mergenthaler
Wie äußert sich männliches und weibliches Auftreten in Stimme, Körpersprache, Wortwahl und Erscheinungsbild. Wie beeinflusst es die Tätigkeit des Unterrichtens? In Demonstration und Übungen werden Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zu dieser Frage geschult und reflektiert.
7. Jungen lesen ander(e)s….Mädchen auch
Dr. Margrit Wienholz, ehemalige Referatsleiterin des Landesinstituts für Schulentwicklung Baden-Württemberg
Jungen lesen anderes und anders als Mädchen. Was heißt das für eine geschlechtergerechte Lese- und damit auch Medienerziehung? In diesem Workshop werden neue Erkenntnisse aus Praxis und Wissenschaft vorgestellt sowie praxisnahe Beispiele zur Umsetzung im Unterricht verschiedener Schularten aufgezeigt.
8. Mädchen im Blick: Chancen der Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Bildungseinrichtungen
Ulrike Sammet, Dipl. Sport-Pädagogin, Supervisorin (DGSv), Organisationsberaterin, Geschäftsführende Referentin der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik Baden-Württemberg e.V.
Geschlechterbezogene Bildungsarbeit nimmt im Bereich der außerschulischen Jugendbildung einen breiten Raum ein. In der Mädchenarbeit gibt es vielfältige Erfahrungen zu Themen wie: Umgang mit der eigenen Körperlichkeit (Essstörungen, Sexualität, Ritzen), Leben zwischen den Kulturen, Lebensplanung bezüglich Familie und Beruf.
Der Workshop vermittelt an Hand von konkreten Praxisbeispielen einen Einblick in Inhalte moderner Mädchenarbeit und zeigt Möglichkeiten einer gewinnbringenden Zusammenarbeit von Schule und außerschulischer Jugendbildung auf. Der Fokus des Workshops liegt auf der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen, es wird dabei aber auch auf die Frage „Und was ist mit den Jungs?!“ eingegangen.
Symposium EINE Schule für Mädchen und Jungen - und wie sie beiden Geschlechtern gerecht werden kann
Das Symposium fand vom 02. bis 03. Dezember 2010 an der Landesakademie
für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, Standort
Bad Wildbad, statt.
Ihre Ansprechpartnerinnen:
Akademiereferentin,
Landesakademie Bad Wildbad
Studiendirektorin, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport