Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/allgschulen/gs/versuche/opplus/7bed/, Stand 17. May. 2012
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Zentrale Bedingungen für einen erfolgreichen und umfassenden Veränderungsprozess:
Zu Beginn jedes Change-Prozesses ist es von zentraler Bedeutung, einen für die jeweiligen Adressaten persönlich bedeutsamen Kontext zu schaffen. Folgende “Türöffner” wurden benützt:
Entscheidend für einen erfolgreichen Veränderungsprozess ist es, dass ein vertrauensvoller und lernförderlicher Rahmen geschaffen wird, in dem die Beteiligten aus den unter-schiedlichen Fachrichtungen und Institutionen ihre Routinen überwinden und sich in veränderter Weise begegnen und konstruktiv über die zu bewältigenden Herausforderungen sprechen können. In diesem Projekt wurden folgende Verfahren der prozessorientierten Zukunftsmoderation angewendet: Worldcafe, Appreciative Inquiry und Dialoggruppen.
Bei allen Veränderungsprozessen gilt die alte Weisheit, die Beteiligten da abzuholen, wo sie stehen. Nur wenn ein für alle bedeutungsvoller und einsichtiger Kontext geschaffen ist und ein vertrauensvoller Rahmen geschaffen wurde, sind die Beteiligten aus unterschiedlichen Fachrichtungen und Institutionen bereit, sich vorsichtig tastend auf Neues einzulassen. Aufgabe des Moderators ist es, einen Grad mittlerer Irritation zu erzeugen, der ein Reflektieren über die eigene Situation und somit erst ein Umlernen bzw. Neulernen ermöglicht. Die schwierige Herausforderung besteht darin herauszufinden, wie viel Irritation die Beteiligten benötigen und vertragen, um dysfunktionale Routinen zu überwinden und neue Muster der Zusammenarbeit zu generieren.
Eine zentrale Ursache der Krise unserer Institutionen und Organisationen besteht in der mangelnden Berücksichtigung des im jeweiligen Feld vorhandenen Wissens aller Beteiligten (die Weisheit der Vielen). Der wesentlichste Hebel für nachhaltig wirksame Change-Prozesse besteht daher in der schrittweisen Erweiterung der Möglichkeiten echter Partizipation bis hin zu Förderung von weitgehender Autonomie.
Die Erfahrung aus gelungenen Change-Prozessen zeigt deutlich, dass durch Partizipation Solidarität entsteht und darüber hinaus sowohl die Qualität der Zusammenarbeit wie auch die Zufriedenheit aller Beteiligten gesteigert werden kann.
Veränderungsprozesse der hier beschriebenen Art sind nicht linear oder top-down steuerbar. Sie entwickeln eine schwer vorauszusehende und nur begrenzt beeinflussbare Eigendynamik. Change-Agents sind Kristallisationskerne im Feld (Burow 1999, 2000), die als erste präzise die Notwendigkeiten des Wandels spüren und in Worte fassen und so andere Personen anziehen. Sie kreieren damit Entwicklungsfelder, Veränderungsfelder, die wir als “Kreative Felder” bezeichnen.
Wandel ist stets ein autopoietischer, sich selbst steuernder Prozess, der in Entwicklungsstrudel münden kann, aus denen Entwicklungssprünge resultieren. Dieser sprunghafte Wandlungsprozess kann nur begrenzt “verwörtert” oder gar in Form allgemeiner Entwicklungsgesetze beschrieben werden. Erst im Nachhinein kann man die den Wandel auslösenden und bestimmenden Momente (Umschlagpunkte) nachzeichnen.
Diese Einsicht erfordert den Abschied von sozialtechnologischen Steuerungsillusionen, die noch immer das Handeln der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft bestimmen. sich doch hier, dass die Zukunft prinzipiell offen ist und dass deshalb die einzige Gewissheit der Zukunftsforschung in der Einsicht gipfelt: “Der Zeitgeist irrt immer.”
Entscheidender theoretischer Bezugsrahmen in Wandelungsprozessen sind Modelle selbst organisierten bzw. situierten Lernens (Mandel 2000; Siebert 2001). Mit ihrer Hilfe kann man besser verstehen, wie sich große heterogene Gruppen selbst organisieren.
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Die nächsten Schritte
Verfasser: Dr. Dipl. Päd. Heinz Hinz M.A. |