Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/bs/berufsbezogen/holztechnik/material/819989_lf6_systemmoebel/1_grundlagen.html, Stand 23. May. 2012
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Das Entwerfen, sei es ein Schrank, ein Tisch, ein Stuhl oder gar ein Teil eines Innenausbaues oder der Ausbau eines ganzen Raumes erfordert ästhetisches Empfinden, funktionelle Denkfähigkeit, werkstofftechnische und konstruktive Kenntnisse und Sinn für rationelle Fertigung sowie ein Preisbewusstsein.
Je einfacher und bestechender ein Entwurf ist, desto mehr Arbeit und Überlegungen mußten dafür aufgebracht werden.
Die schwierige, aber erlernbare Kunst des Entwerfens ist es, die Gesetze der Zweckmäßigkeit, der Formgerechtigkeit, der Materialgerechtigkeit und daraus resultierende Konstruktionslogik, des Verhältnisses zum Aufwand in Einklang zu bringen.
Dabei muss Folgendes beachtet werden:
Funktion
Möbel und Einbauten müssen vor allem funktionieren. Sie müssen auf den Menschen, seine Maße und seine Bedürfnisse abgestimmt sein. Der Entwurf muß dem täglichen Gebrauch gewähren. Wichtige Maße muss ein Schreiner im Gedächtnis haben. Manche Funktionsmaße müssen von Fall zu Fall durch Funktionsprüfungen ermittelt werden.
Form
Die Forderung nach guter Form zu erfüllen, ist wohl die schwierigste Aufgabe beim Entwerfen. Gute Form bedeutet, dass Proportionen und Maßverhältnisse ausgewogen sind, dass Linienführung und Flächenteilung unter Anwendung von Proportionsgesetzen wie z. B. des Goldenen Schnittes harmonisch wirken.
Auch die Farbgebung der Materialien und die Bedeutung von Funktion und Konstruktion müssen voll und ganz berücksichtigt werden und aufeinander abgestimmt sein.
Konstruktion
Die Konstruktion, gleich welcher Möbelart, muss materialgerecht durchdacht sein.
Hier stehen dem Schreiner teils jahrhundertealte Konstruktionen, die eine vom Werkstoff Holz und dessen Bearbeitungseigenschaften begründet Konstruktionslogik haben, teils moderne Detaillösungen und Fertigungstechniken, die auf moderne Materialien begründet sind, zur Verfügung.
Fertigung
Stehen für die Entwurfslösungen mehrere Konstruktionsmöglichkeiten oder Fertigungsvarianten zur Verfügung, so ist die beste Lösung wohl die, die bei gleicher Qualität der Funktion und Konstruktion fertigungstechnisch am rationellsten herzustellen ist. Dadurch erhält der Entwurf und die daraus entwickelte Fertigungszeichnung eine zusätzliche Bedeutung, zumal hier schon Arbeitsabläufe und Fertigungstechniken ablesbar sind oder festgelegt werden und damit in gewissen Maße bereits die Arbeitsvorbereitung eingeleitet wird.
Datei
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Diese Fortbildungsmaterialien stammen aus dem Lehrgang Entwurf und Gestaltung im Lernfeldlehrplan Tischler/in, Lg.Nr. 829849.
Der Lehrgang fand vom 23.01.2008 - 25.01.2008 an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung, Standort Esslingen statt.
Lehrgangsleiter war
Studiendirektor Bernd Spellenberg, Stuttgart,
der für diese Inhalte verantwortlich zeichnet.