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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/bs/danton/seq6/, Stand 24. May. 2012

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Sequenz 6: Das Ende – Das Theater schließt, die Protagonisten treten ab

Schüler als Regisseure/Dramaturgen: Legen Sie Rollenskizzen an.
Darstellungsversuche als Standbilder. Wie treten die Protagonisten ab?

Im Anschluss Schlussvergleich in zwei Gruppen:

  1. Wie verabschieden sich Julie und Lucile?
  2. Wie treten die Dantonisten ab?

Vorschlag für Tafelanschrieb:

IV, 6 bis IV, 9: Abschiede

IV,6: Zärtliche lyrische Abschiedsszene Julies („Ich gehe leise.“); 81, 5

  • Naturbilder übermalen das Sterben
  • „Keinen Augenblick möchte ich ihn warten lassen.“ (80, 23)

IV,7: Polternde Hinrichtungsszene : abschließende Selbstcharakerisierung der Theaterprotagonisten (sarkastischer Wortwechsel)

IV,8: Abschied Luciles: vom Lyrischen zum Subversiven

  • greift Paynes Grundprinzip des Atheismus auf (III,1): Schmerz macht einen Riss durch die Welt (vgl. S. 52, 15 ff.). Das Unvollkommene der Existenz empfinden die Menschen durch das Sterben fortwährend und schicksalhaft; die Welt geht seelenlos und mechanistisch ihren Gang, Schmerzensschreie sind reaktionslos.
  • Folge: Nachdem sie von den Weibern indirekt von der Hinrichtung erfahren hat, singt sie, flankiert von den Henkern, das Lied vom Tod und liefert sich dem Tod selbst aus durch öffentliches Bekenntnis zu den Royalisten. Damit zwingt sie die Öffentlichkeit zu einem Schuldbekenntnis (keine Umnachtung, sondern höchst rationale Aktion als Schlussmoral des Stücks: Verweis auf die Verantwortung der Öffentlichkeit!).


Pfeil

Camille: geht nach zornigem Ausbruch als der psychisch Labilste zuerst in der Rolle des antiken Klassikers: „Das ist ein klassisches Gastmahl, …“ (81, 30 f.)
Lacroix: sein „Witz“ enttäuscht, da er lediglich Dantons Ankündigung, dass Robespierre und seine Anhänger ebenfalls getötet werden (vgl. 77, 24 f.), mit den Worten des 1793 hingerichteten Girondisten Lasource kopiert (82, 1 ff.)
Philippeau: Worte des Verzeihens und der Hingabe an ein höheres Schicksal; hält Rolle des metaphysischen Sinnstifters durch
Hérault: beweist Kaltblütigkeit mit sarkastischem Kommentar über Lacroix und Philippeau, bevor er angesichts des Todes aus der Narrenrolle tritt
Danton: geht als Stärkster zuletzt und führt sich selbst aus der Theaterrolle auf die politische Bühne der geschichtlichen Überlieferung heraus durch Zurechtweisung des Henkers und ein historisch gewordenes Bonmot über das Köpfen (überliefert in Thiers „Histoire de la Révolution francaise“, 1823-27)

 

Korrespondenz zu Dantons Vermächtnis:
moralischer Sieg durch sein Bonmot?

Abschließender Diskussionsanreiz:
Lucile nähert sich am Ende mit ihrer politisch-moralischen Botschaft eher Danton an als ihrem Geliebten Camille, während Julie eher unspektakulär und ergeben und damit im Kontrast zu Danton stirbt. Was bedeutet dies für die Frauenrollen in politischen Prozessen? Welche abschließende Botschaft könnte Büchner gesetzt haben? Frauen als wehrlose Opfer, Männer als wehrhafte Opfer oder emanzipatorische Annäherung der Geschlechter, wenn auch noch in der Opferrolle aus historischen Gründen?

 

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Letzte Änderung: 16.01.2012