Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/bs/lyrik/lit/11_natur.htm, Stand 24. May. 2012
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in zwei Gedichten des älteren Goethe aus dem Buch "Suleika des West-östlichen Divan"
Gingo
biloba
Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.
Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?
Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn;
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich eins und doppelt bin?
Goethe: Berliner Ausgabe, Bd. 3, S. 89 f.
An vollen Büschelzweigen,
Geliebte, sieh nur hin!
Lass dir die Früchte zeigen,
Umschalet stachlig grün.
Sie hängen längst geballet,
Still, unbekannt mit sich,
Ein Ast, der schaukelnd wallet,
Wiegt sie geduldiglich.
Doch immer reift von innen
Und schwillt der braune Kern,
Er möchte Luft gewinnen
Und säh die Sonne gern.
Die Schale platzt, und nieder
Macht er sich freudig los;
So fallen meine Lieder
Gehäuft in deinen Schoß.
Ebd., S. 102
Zu dem zweiten Gedicht An vollen Büschelzweigen:
1500. Frankfurter Anthologie (FAZ vom 29. Nov. 2003)
Marcel Reich-Ranicki: Sie ist bis heute unser aller Glück

Diese Materialien sind entstanden zu der Fortbildung Nr. 829776 vom 25.09.2008
- 26.09.2008 unter der Leitung von
StD Hans Robert Spielmann (Karlsruhe) und
StD Dr. Peter Müller (Ettlingen) sowie den Referenten
StD Dr. Gerhard Friedl (Ettlingen) und
StD Werner Puschner (Ettlingen),
die für diese Inhalte verantwortlich zeichnen.