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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/bs/lyrik/lit/1_heraus.htm, Stand 1. Sep. 2014

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1. (Liebes-)Lyrik als didaktisch-methodische Herausforderung

„[A]lles Denken und Sprechen von und mit Dichtung, […] alles Sprechen und Denken von und mit Liebe […] bringt Rastlosigkeit, nicht Ruhe; bedeutet stets neue Herausforderung statt Erledigung. Mit Lyrik, gar der von der Liebe und der Leidenschaft, zu tun zu haben, verlangt uns die Bereitschaft zum Aufbrechen im mehrfachen Sinn des Wortes ab und den Verzicht auf die Illusion des Ankommens. Die Gefahr sich dabei gelegentlich zu verirren und zu versteigen gehört zu dieser Wanderung auf ungebahnten Pfaden; sie zu meiden käme einer Vermeidung der Sache selbst gleich. Die metonymische Struktur der Lyrik und die metonymische Struktur der Liebe verlangen nach einem Spiel der Bedeutungen, nach einer Sprache des Entwerfens, nicht des Festschreibens: Lyrik, Liebe und Leidenschaft vertragen sich nicht mit steinernen Gesetzestafeln, sondern bedürfen des fließenden Atems. Diese Sprache zielt, obgleich Meta-Sprache, nicht auf eine sich überhebende Interpretation, mit der stets die Illusion verbunden ist, das Gedicht wäre zu ›haben‹; sie hofft vielmehr auf das Einlassen und aktiv mitgehende Zuhören des Anderen, das »Zuschauen beim Sprechen«, wie Paul Celan dies in seiner großen Rede zur Verleihung des Büchnerpreises Der Meridian nennt: ein inneres Mit-Sprechen als Form der gemeinsamen Sinnsuche und der Begegnung in Sprache.“
(Härle, Liebeslyrik, S. 11 f.; Hervorhebungen: G. F.)

„Lyrik war im 19. Jahrhundert eine außerordentlich beliebte Gattung. Für Jugendliche waren das Lesen von Gedichten, besonders aber das Rezitieren und Deklamieren von Versen, das Singen von Liedern und im Bildungsbürgertum nicht zuletzt auch die eigenen Schreibversuche eine Art Initiation in die Literatur, die unbestritten das kulturelle Leitmedium mit entsprechendem Einfluss auf individuelle wie kollektive Identitätsbildungen war. Die beliebteste, verbreitetste Gattung war das Lied, so dass es keineswegs verwundert, dass Lyrikunterricht wesentlich eine Sache des Musik- und Gesangunterrichts war. Dieser hatte die Aufgabe, im Verbund mit dem Deutschunterricht den Liederkanon textlich und musikalisch verfügbar zu machen. […]
Für viele Kinder und Jugendliche heute ist und bleibt die Schule der erste und einzige Ort, Gedichte kennen zu lernen: als Stoff des Deutschunterrichts. […] [A]us dieser Situation [lässt sich] eine auf die Kompetenz der Schüler zu Teilnahme am literarischen Leben zielende Vermittlungsaufgabe des Deutschunterrichts herleiten. Lyrik im Unterricht zu behandeln legitimiert sich allerdings noch nicht durch virtuosen Umgang mit systematisierten Formenrepertoires. Solche Fertigkeiten sind vielmehr Komponenten eines stets auf Sprache rekurrierenden, für Sprache sensibilisierenden Erfahrungsprozesses. Das Lern-Set poetologischer Begriffe wie Metrum, Reim, Rhythmus, Vers- und Strophenform, vor allem im Gymnasium immer noch gern gepflegter Unterrichtsstoff, bliebe totes schulisches Wissen, wenn es nicht in die Erprobung und Beobachtung sprachlicher Prozesse eingebunden wäre. Daher kehren in didaktischen Überlegungen zur Recht Formeln wie Sprachsensibilisierung, Sprachkonzentration, Sprachverdichtung und »Prägnanz lyrischer Sprache« (Kaspar Spinner: Umgang mit Lyrik in der Sekundarstufe I. 2. Aufl., Baltmannsweiler 1995, S. 6)
(Hermann Korte: Lyrik im Unterricht. In: Klaus-Michael Bogdal, H. K., Grundzüge der Literaturdidaktik, 4. Aufl., München: dtv, 2006, S. 209, 211)

Unter Methodenaspekten weithin konsensfähige Prinzipen des Lyrikunterrichts (nach Korte, ebd., S. 207 f.):

 

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Diese Materialien sind entstanden zu der Fortbildung Nr. 829776 vom 25.09.2008 - 26.09.2008 unter der Leitung von
StD Hans Robert Spielmann (Karlsruhe) und
StD Dr. Peter Müller (Ettlingen) sowie den Referenten
StD Dr. Gerhard Friedl (Ettlingen) und
StD Werner Puschner (Ettlingen),
die für diese Inhalte verantwortlich zeichnen.

 


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Letzte Änderung: 08.12.2008