Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/bs/lyrik/lit/3_inst.htm, Stand 13. Feb. 2012
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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Beschreibung vollkommener Schönheit Ein Haar, so kühnlich Trotz der Berenike spricht, Ein Hals, der Schwanenschnee weit, weit zurücke sticht, Ein Herz, aus welchem nichts als mein Verderben quillet, Und durch ein süßes Gift die Seele selbst umhüllet, Arbeitstexte, S. 12 f.
Wolfdietrich Schnurre: Gedenken
(Deutsche Liebeslyrik. S. 295)
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Johann Wolfgang Goethe: Willkommen und Abschied Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde! Dich sah ich, und die milde Freude Doch ach, schon mit der Morgensonne (gutenberg.spiegel.de. 11.2.08)
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Frageimpulse:
Welche Eindrücke rufen die Gedichte hervor?
Welche Stimmungen und Wirkungen erzeugen sie?
Wie ist das Verhältnis zwischen Liebendem und Geliebter?
Wie stellen die Gedichte die Geliebte dar?
Welches enthält die stärksten Gefühle?
Wie ist ihre äußere Form?
Weiterführung:
Vergleich der beiden Gedichte „Beschreibung vollkommener Schönheit“ und „Vergänglichkeit der Schönheit“ von Hofmannswaldau; „Der Tod und das Mädchen“ von Hans Baldung Grien; Totentanzmotive
„Lyrik ist spätestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts
ein »Medium der Auseinandersetzung mit Subjektivität« (Spinner:
Umgang mit Lyrik, a.a.O., S. 16). Das lyrische Subjekt, das nur seiner
eigenen, unverwechselbaren Stimme folgende Genie, wurde als Instanz
angesehen, die nicht mehr nur eine tradierte, durch Gesellschaft und Religion
fundamentierte Weltsicht in Verse und Strophen fassen, sondern ein autonomes
Ausdruckszentrum subjektiven Empfindens und Erlebens darstellten sollte.
Lyrische Subjektivität dieser Art sprengte die der Tradition verpflichteten
Formen auf, verlangte nach einer eigenen, unverwechselbaren Sprache
und neuen, unverbrauchten poetischen Ausdrucksmöglichkeiten. Das Autonomiepostulat
bildet fortan ein Basiselement der Gattungsgeschichte. Dass die lyrischen Stimmen
nicht mehr wie noch zur Goethezeit (und in der Hochblüte der Erlebnislyrik
bis an die Schwelle des 20. Jahrhunderts) als authentische Herzensschrift, sondern
als konstruiertes und reflektiertes Sprachgebilde verstanden
werden, verweist auf die Rolle der historischen Zäsur um 1890,
auf die Bedeutung der lyrischen Moderne und ihre bis heute facettenreiche Geschichte
(Dieter Lamping: Das lyrische Ich. Definition zu Theorie und Geschichte der
Gattung. Göttingen 1989).
(Korte: Lyrik im Unterricht, a.a.O., S. 215, Hervorhebungen: G. F.)