Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/bs/lyrik/lit/5_unter/bsp.htm, Stand 24. May. 2012
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Beispieltext für die Deutung des Wortfeldes „Vogel“
in dem „Lied“ von Else Lasker-Schüler
(Hausaufgabe):
In den inhaltlich fast identischen Strophen 2 und 9 wünscht sich das lyrische Ich vergeblich, mit den Zugvögeln wegzufliegen. Die Wiederholung intensiviert dieses Verlangen, seine gebrochenen Flügel (vv. 11 f.) hindern es jedoch daran. Der Vogel hat sich an dem steinernen Herzen einer anderen Person verletzt; die Metapher bringt also einen tiefgehenden seelischen Schmerz zum Ausdruck, der auch andere Vögel erfasst und in den Tod reißt. Das Schwarz der mit Rosen verglichenen Amseln unterstreicht die Trauer, in der sie „vom blauen Gebüsch“, ihrem farbigen Lebensraum, herabfallen. Das Bunte schreibt das Subjekt auch den „Winden/In der großen Luft“ zu und damit dem Element, in dem sich Vögel natürlicherweise bewegen. Sie stehen für Weite, Freiheit, Gemeinschaft und Heiterkeit und damit im Gegensatz zur Lähmung und Trauer, die das Ich empfindet. Es sehnt sich danach, an diesem Jubel (v. 16) wieder teilhaben zu können.

Diese Materialien sind entstanden zu der Fortbildung Nr. 829776 vom 25.09.2008
- 26.09.2008 unter der Leitung von
StD Hans Robert Spielmann (Karlsruhe) und
StD Dr. Peter Müller (Ettlingen) sowie den Referenten
StD Dr. Gerhard Friedl (Ettlingen) und
StD Werner Puschner (Ettlingen),
die für diese Inhalte verantwortlich zeichnen.