Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/bs/lyrik/phaenomene/mat/abgrund.htm, Stand 24. May. 2012
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Methodenvorschläge:
Internetrecherche: Der Falke als (Status)Symbol für männliches Rollenverhalten (Krieg, Jagd, Freiheit): Kombination Bild-Text.
Rollenwechsel: Umschreiben der Gedichte aus männlicher Perspektive.
Der von Kürenberg: Ich zôch mir einen valken
Rollengedicht: Geliebter als Falke mit allen Symbolwerten (vornehm, charaktervoll, schön, kostbar) der adligen Lebensformen des Mannes; Frau als „Erziehende“ (bewahrend, bindungsorientiert) ist Vorwegnahme der das Mittelalter prägenden Rollenerwartung. Bruch der intendierten intakten Beziehung wird besonders gut deutlich durch Farbsymbolik: „golde“ – „alrôt guldîn“.
Liebe als mittelalterliche Auffassung von allgemeingültiger, gesellschaftlicher Rollenverpflichtung.
LIEBE
UND
ABGRUND:
Das Ende
der Liebe
Sarah Kirsch: Der Milan
Subjektiver Gegenentwurf zur allgemeingültigen Überhöhung des Falken-Motivs im Mittelalter: Milanflug erweckt subjektive Gedanken an den getrennten Geliebten (Augenstellung des Vogels als Symbol der Trennung) und provoziert Frage nach dem Grund. Die mittelalterliche Funktion des Greifvogel-Motivs vermittelt implizit die gesellschaftlichen Zwänge als Ursache. Der „Sommer“ lässt angesichts dieser Zwangslage keine Gefühle entstehen, er ist „elektrisch“ und die „Sonne“ spiegelt sich „furchtbar“.
Liebe als Opfer gesellschaftlicher Zwänge mittels Analogieschluss zum Kürenberg-Gedicht.
Vgl. Margret und Karlheinz Fingerhut, Liebeslyrik. Begleitheft für
Lehrer, Frankfurt 1983, 17-21.

Diese Materialien sind entstanden zu der Fortbildung Nr. 829776 vom 25.09.2008
- 26.09.2008 unter der Leitung von
StD Hans Robert Spielmann (Karlsruhe) und
StD Dr. Peter Müller (Ettlingen) sowie den Referenten
StD Dr. Gerhard Friedl (Ettlingen) und
StD Werner Puschner (Ettlingen),
die für diese Inhalte verantwortlich zeichnen.