Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/bs/nm/mindmap/pilot/aufgaben/lerntipps/lerntipp.htm, Stand 13. Feb. 2012
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Auch Lernen kann man lernen / Tipps zum Schulbeginn"Die Arbeit
brauch' ich erst gar nicht mitzuschreiben. Das wird sowieso wieder
‘ne Fünf.", Resigniert klappt Carsten das Englischbuch zu und
steckt es in seine Schultasche. Über zwei Stunden hat er jetzt
versucht, Vokabeln und Grammatik einzupauken und trotzdem weiß
er genauso wenig wie vorher. So geht das jetzt schon seit Wochen.
Er lernt und lernt, aber bessere. Arbeiten schreibt er trotzdem nicht.
Im Gegenteil. Die Fünfen häufen sich, und die Stimmung zu
Hause wird immer schlechter.
Solche Situationen
kennt ihr wahrscheinlich auch. Ihr sitzt stundenlang über euren
Büchern, aber in euren Kopf geht einfach nichts rein. Ihr könnt
euch auch gar nicht richtig konzentrieren. Mal ist auf der Straße
zuviel Krach, mal spielt euer Meerschweinchen in seinem Käfig
verrückt. Und dann kommt noch die Mutter dauernd ins Zimmer und
fragt, wie weit ihr seid.
Dabei
wolltet ihr es doch besonders gut machen und habt Euch sofort nach
dem Mittagessen hingesetzt und mit dem Lernen begonnen. Aber
was war? Nichts hat geklappt! Ihr wart müde und in eurem Kopf
war für alles Platz, nur nicht für das, was ihr lernen wolltet.
Das ist aber eigentlich ganz normal; denn die Zeit direkt nach dem
Mittagsessen ist zum Lernen ganz schlecht. Zum einen seid ihr
noch müde von der Schule. Und zum anderen ist euer Körper
noch ganz mit der Verdauung des Mittagessens beschäftigt und
hat deshalb ganz einfach keine Kraft, sich auch noch Vokabeln oder
Ähnliches zu merken.
In der Zeit zwischen 12,00 und 15.00 Uhr ist der Körper eher auf Ruhe als auf Lernen eingestellt. Zwischen 16.00 und 18.00 Uhr sieht das dann wieder ganz anders aus. Diese Zeiten stimmen aber nur so ungefähr. Da müsst ihr einfach mal selbst beobachten, wann euch das Lernen am leichtesten fällt. Wenn ihr viele Hausaufgaben machen oder mal mehr lernen müsst, solltet ihr nach zwei Stunden in jedem Fall eine längere Pause einlegen, in der ihr euch bewegt und was ganz anderes macht. Diese Pause kann darin ruhig eine gute Stunde dauern. Versucht aber in jedem Fall, euch die Arbeit so einzuteilen, dass ihr, über mehrere Tage verteilt, in etwa immer, gleich viel zu tun habt. Es ist nämlich nicht sinnvoll, an einem Tag nichts und dafür am nächsten Tag um so mehr zu machen. Untersuchungen von Wissenschaftlern zeigen, dass ihr euch das, was ihr lernen müsst, viel besser merkt, wenn ihr öfter in kurzen Einheiten lernt, als wenn ihr versucht, euch alles auf einmal "reinzuziehen". Euer Gehirn braucht nämlich seine Zeit, bis es sich alles richtig merken kann. Das ist wie beim Sport. Kraft und Ausdauer kriegt ihr nur, wenn ihr immer wieder trainiert und nicht dadurch, dass ihr einmal im Monat einen Gewaltlauf macht. Am besten ist es, wenn ihr das, was ihr morgens in der Schule durchgenommen habt, am gleichen Nachmittag zu Hause noch mal durcharbeitet. So prägt sich der Stoff am besten ein. Damit er dann in eurem Gedächtnis auch wirklich haften bleibt, müsst ihr den Stoff dann aber in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder mal kurz wiederholen. Das ist wichtig, weil sich euer Gedächtnis ja ganz viele Sachen merken muss. Es kann sich aber nur die Sachen wirklich merken, die es oft zugeführt kriegt. Also, ständiges Wiederholen ist wichtig, damit ihr das Gelernte auch wirklich behalten könnt und bei Klassenarbeiten parat habt. Gut
merken kann man sich Sachen. die man nicht auf Anhieb verstanden hat,
sondern die man sich nach und nach erst erarbeiten musste. Das kennt
ihr vielleicht am besten von Mathematikaufgaben. Wenn ihr nach vielen
falschen Versuchen endlich das System einer Aufgabe verstanden habt,
sind die nächsten Aufgaben kein Problem mehr. Das heißt
aber auch, dass Ihr Euch die Mühe machen müsst, an Aufgaben
selbst rumzutüfteln. Von
dem, was man sich selbst, meist unter Schwierigkeiten und dem Gefühl,
es wahrscheinlich nie zu verstehen, erarbeitet hat, merkt man sich
über 90 Prozent. So
sinnvoll und effektiv das Herumtüfteln an schwierigen Lösungen
zu Hause ist, so unsinnig ist es bei Klassenarbeiten.
Hier verliert ihr nämlich nur unnötig wertvolle Zeit und
seid plötzlich vielleicht auch noch bei Aufgaben verunsichert,
die Ihr eigentlich könnt. Wenn ihr die Aufgaben bekommt,
lest sie am besten erst einmal in aller Ruhe zwei? bis dreimal durch.
Ist euch dann noch etwas unklar, fragt ihr bei eurem Lehrer noch mal
nach. Wenn
ihr euch alle Fragen genau angesehen habt, beginnt ihr mit den Fragen,
die euch am klarsten sind. Passt dabei aber auf, dass Ihr nur das
Wesentliche und nur das, was auch wirklich gefragt ist, hinschreibt
und nicht mehr, auch wenn ihr noch so viel mehr wisst. Wenn
Ihr euch nämlich an so einer Aufgabe zu lange aufhaltet, fehlt
euch diese Zeit später bei der Lösung der anderen Aufgaben. Auch bei Klassenarbeiten solltet ihr euch wie beim Lernen kurze Pausen gönnen. Wenn euch nichts mehr einfällt, legt euren Stift kurz weg, streckt euch kurz und atmet mehrmals tief ein und vor allem ganz tief aus. Das entspannt sehr gut und durchblutet das Gehirn, so dass vielleicht auch eine unlösbare Aufgabe plötzlich gelöst werden kann. So einige Tricks zum besseren Lernen habt ihr ja jetzt erfahren. Es gibt noch eine ganze Menge anderer Sachen, die wir hier gar nicht alle aufzählen konnten. So solltet Ihr zum Beispiel auch immer wieder versuchen, das, was ihr gelernthabt, mit euren Worten wiederzugeben. Am besten geht das mit einem Freund oder einer Freundin. Überhaupt ist es ganz sinnvoll und macht auch einfach mehr Spaß, öfter mal zusammen zu lernen. Und dann gibt es noch zwei ganz wichtige Sachen: Lernen beginntschon im Unterricht. Damit ihr im Unterricht aber auch aufpassen könnt, braucht ihr genügend Schlaf. Denn wenn ihr zu müde seid, nützen euch die besten Lerntechniken nichts, weil das Gehirn dann nicht aufnahmefähig ist. Wenn ihr bestimmte Sachen aber einfach nicht kapiert, muss das nicht immer an euch liegen. Vielleicht erklärt euer Lehrer den Schulstoff einfach zu kompliziert oder gestaltet den Unterricht auch nicht interessant genug. Ihr solltet dann keine Angst haben, eurem Lehrer oder eurer Lehrerin selbst zu sagen, was euch stört und auch eigene Vorschläge machen, wie Ihr euch den Unterricht vorstellt oder über was ihr gerne mal reden würdet. Denn auch Erwachsene und Lehrer machen Fehler und können sie nur dann erkennen und was daran ändern, wenn man ihnen sagt, was sie falsch machen. Reagiert euer Lehrer nichtdarauf und mehrere eurer Mitschüler haben das gleiche Problem, dann erzählt doch euren Eltern davon und bittet sie, mit dem Lehrer am Elternabend über eure Schwierigkeiten mit ihm zu reden. Eins solltet ihr zum Abschluss aber auf .jeden Fall noch wissen: Manche Kinder glauben, dass ihre Leistungen besser werden, wenn sie Tabletten nehmen. Das ist ziemlicher Quatsch! Denn weder Vitaminpillen noch Tabletten gegen Kopfschmerzen helfen euch, bessere Noten zu schreiben. Diethard Geber, in: Frankfurter Rundschau vom
22. August 1992 (Kinderseite) Aufgabe: 1.Fassen Sie die wichtigsten Aussagen des Textes in einem Mind Map zusammen und überprüfen Sie Ihre eigene Lernsituation. 2.Organisieren Sie anhand eines Mind Maps eine Schul-/Arbeitswoche. |
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