Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/deutsch/bs/nm/schreiben/schreibenformal/schreibenformal.htm, Stand 13. Feb. 2012
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| 1. Sachtexte | ||||||||||
| 1.1. Lebenslauf | ||||||||||
| 1.2. Privater Geschäftsbrief | ||||||||||
| 1.3. Protokoll | ||||||||||
| 1. Sachtexte | ||||||||||
| Beim Verfassen von Berichten, Protokollen, Lebensläufen, Geschäftsbriefen usw. handelt es sich um formalisiertes Schreiben. Standardisierte Schreibmuster müssen eingehalten werden. Außerhalb der Schule wurden diese Texte schon immer mit der Schreibmaschine bzw. mit dem Computer geschrieben. Der Einsatz von Textverarbeitungsprogrammen im Geschäftsleben hat dazu geführt, das die Gestaltung der Schreiben ein hohes Niveau erreicht hat, was zur Folge hat, das auch an Schreiben von Privatpersonen (z. B. Bewerbung) höhere formale und gestalterische Maßstäbe angelegt werden als früher. Die Schüler/innen werden erkennen, dass das Aussehen ihrer Schreiben Einfluss nimmt auf die Aufnahme und Beurteilung des Inhalts und dass ein Textverarbeitungsprogramm dabei hilft, ein ansprechendes Layout zu erzeugen. Die Motivation steigt auch durch die größere Realitätsnähe des Produkts. | ||||||||||
| In jedem Kaufhaus und im Computerfachhandel gibt es Disketten und CD-ROMs für 20 - 30 DM zu kaufen, die z. B. ausformulierte Lebensläufe und Bewerbungsschreiben (unterschiedlicher Qualität) für verschiedene Berufsgruppen enthalten. Manche dieser elektronischen Ghostwriter ermöglichen das interaktive Schreiben von Lebensläufen, Bewerbungsschreiben, Geschäftsbriefen usw. Sie stellen zunehmend einen Ersatz für Bücher zum Bewerbungsvorgang dar, und es muss davon ausgegangen werden, dass Schüler/innen damit arbeiten. | ||||||||||
| Erarbeitung im Unterricht | ||||||||||
| Am Anfang muss jeweils überlegt werden, welche Bestandteile der zu erstellenden Schriftstücke häufig benötigt werden bzw. immer gleich bleiben (z. B. Briefkopf, Überschriften, Randeinstellungen). Diese Elemente können in Form von Textbausteinen und/oder innerhalb einer Vorlage abgespeichert werden. | ||||||||||
| Die Textbausteinverarbeitung bietet die Möglichkeit, häufig benutzte Wörter, Sätze, Textpassagen oder Bilder als Bausteine unter einem Kürzel abzulegen, um sie bei Bedarf schnell wieder aufzurufen und sie in einen beliebigen Text einzufügen. | ||||||||||
| Bei einer Dokumentvorlage handelt es sich um einen elektronischen Vordruck. Für häufig benötigte Schriftstücke bietet es sich an, eigene Vorlagen zu entwickeln, in der Festlegungen wie Papierformat, Randeinstellungen, Schriftart, Schriftgröße und alle wiederkehrenden Texte enthalten sind. | ||||||||||
| Textverarbeitungsprogramme wie Microsoft Word enthalten Vorlagen für bestimmte Schreiben. Darüber hinaus gibt es massenhaft Vorlagen zu kaufen. Microsoft Word enthält außerdem Assistenten, die interaktiv „helfen“, bestimmte Schreiben, basierend auf vorhandenen Vorlagen, zu erstellen. Diese Vorlagen enthalten Überschriften und zahlreiche Formatierungen, aber keine fortlaufenden ausformulierten Texte. Sie müssen im einzelnen auf ihre Tauglichkeit überprüft werden, können im Unterricht aber durchaus eingesetzt werden. Vorbehalte, das kreative Schreiben „werde zu Grabe getragen“, sind hier fehl am Platz. Das traditionelle Schreiben von Lebensläufen setzte auch nicht viel Kreativität frei. Im Gegenteil, die DIN-Normen und Bücher, die vorgefertigte Strukturen und Formulierungen enthalten, dien(t)en bis heute als Schreibassistenten. Elektronische Assistenten werden die traditionellen in Zukunft zunehmend ersetzen. | ||||||||||
| Besonders beim Gebrauch von Lebenslauf-Vorlagen
ist zu beachten, dass sie den Firmen, bei denen sich die Schüler/innen
bewerben, bekannt sind und dass die Art und Weise des Gebrauchs der Vorlagen
Aufschluss über die Souveränität der Schülerin/des
Schülers im Umgang mit Sprache und Textverarbeitung gibt.
Vorlagen sollten deshalb immer für den jeweiligen Schreibanlass abgewandelt werden. |
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| 1.1 Tabellarischer Lebenslauf | ||||||||||
| Die Schüler/innen schreiben ihren Lebenslauf in chronologischer Reihenfolge handschriftlich (Hausaufgabe). Im Anschluss wird erarbeitet, welche Elemente in einem Lebenslauf vorhanden sein müssen, und welche formalen Anforderungen erfüllt sein sollten. Die handschriftlichen Aufzeichnungen werden strukturiert. | ||||||||||
| Formale Elemente (Randeinstellungen, Festlegung von Schriftart und -größe, Überschriften, Spaltenformatierung, Zwischenlinien usw.) und unveränderliche Lebensdaten können in einer Vorlage abgespeichert werden. Situationsabhängige Daten werden dann beim Erstellen des Lebenslaufs ergänzt. So kann Schüler/innen auch klar werden, dass bestimmte persönliche Angaben adressatenbezogen eingefügt werden, andere, die in der Vorlage vorhanden sind, adressaten- und situationsunabhängig immer in einem Lebenslauf enthalten sind. Im Anschluss können ein handschriftlich verfasster, ein mit dem Computer nach eigenem Entwurf erstellter und ein mit einem Assistenten nach einer Vorlage geschriebener Lebenslauf verglichen und bewertet werden. | ||||||||||
| Aufgabe: | ||||||||||
| Microsoft Word enthält unter anderem
folgende Assistenten: Brief-Assistent, Fax-Assistent, Lebenslauf-Assistent, Memo-Assistent. Erstellen Sie einen Lebenslauf für Berufseinsteiger mit Hilfe des Lebenslauf-Assistenten von Microsoft Word. |
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| Ein Beispiel für einen gestalteten Lebenslauf ohne Benutzung eines Assistenten: Ansicht PDF - Datei | ||||||||||
| 1.2 Privater Geschäftsbrief | ||||||||||
| In einer Vorbereitungsphase ohne Computer
müssen folgende Aspekte geklärt werden: Inhalt und Funktion von DIN-Vorschriften, Schreibanlass und daraus abgeleitet Stil und Sprache, Anreden und Grußformeln. Danach kann der Brief-Assistent aufgerufen werden. |
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| Word bietet drei verschiedene Designvarianten
an, die nach eigenen Wünschen verändert werden können.
Wichtig bei der Benutzung des Briefassistenten ist, dass man selber mitdenkt und die notwendigen Anpassungen vornimmt. So ist es z. B. unhöflich, einerseits als Adresse Dipl. Ing. Stefanie Schulze anzugeben und danach die Anrede Sehr geehrte Damen und Herren, die der Assistent anbietet, stehen zu lassen. Die Assistenten helfen die formalen Anforderungen an Briefe einzuhalten, ohne dass man Zeilen zählen muss, sie denken aber nicht mit. Wo noch vor wenigen Jahren mühsam eine wieder verwendbare Vorlage für Briefe desselben Absenders erstellt werden mussten, geht auch dies bei Microsoft Word mit dem Assistenten. In diesem Falle wird der Grundentwurf (Absendergestaltung, Unterschrift) als Vorlage abgespeichert. Oft benötigte Formulierungen lassen sich als Textbausteine definieren. Hierfür bietet Microsoft Word einige Varianten an: Einfügen - Autotext - Gewünschtes anklicken. |
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| 1.3 Protokoll | ||||||||||
| Die Schüler/innen schreiben handschriftlich ein Protokoll einer Unterrichtsstunde. Im Anschluss werden Antworten auf folgende Fragen erarbeitet: Was ist in jedem Protokoll gleich? Welche Bestandteile muss ein Protokollkopf enthalten? Welche Überschriften und sonstige Elemente werden benötigt? Wie soll das Protokoll aussehen (Entwurf)? Handelt es sich um ein Verlaufs- oder ein Ergebnisprotokoll? Soll es immer komplett am PC erstellt werden, oder dient der Entwurf als Formular, das handschriftlich ergänzt wird? | ||||||||||
| Im Anschluss können Protokollkopf und die restlichen Elemente des Protokolls als Textbausteine oder als Vorlage gespeichert und Protokolle erstellt werden. Als weitere Aufgabe kann z. B. eine Vorlage für das Protokoll einer SMV-Sitzung entworfen werden. | ||||||||||
| Ebenso wie die bisher genannten Texte können Berichte, Leserbriefe, Beschreibungen, Flugblätter, Schülerzeitungen usw. am Computer erstellt werden. Ein am PC erstellter Bericht oder Leserbrief lässt sich leichter überarbeiten und sieht besser aus als ein handgeschriebener. Er entspricht in seinem Äußeren Texten, wie sie im „wahren Leben“ angetroffen werden, was für die Schüler/innen immer motivierend wirkt. Eine Vorgangsbeschreibung kann durch (eigene) Grafik ergänzt werden, so dass sie einer „richtigen“ Gebrauchsanweisung gleicht. Mit Hilfe der Layoutfunktionen heutiger Textverarbeitungsprogramme ist es möglich, Flugblättern und Schülerzeitungen ein professionelles Aussehen zu verleihen (Voraussetzung ist, dass den Schüler/innen auch die typografischen Grundlagen vermittelt wurden). | ||||||||||
| Aufgabe: | ||||||||||
| Erstellen Sie eine Vorlage für einen privaten Geschäftsbrief. Sie können einen Brief-Assistenten benutzen. | ||||||||||
| Fazit | ||||||||||
| Die gestalterischen Möglichkeiten des PC und das professionelle Aussehen des Produkts können in jedem Fall motivierend eingesetzt werden. Allerdings muss immer im Auge behalten werden, dass der Rechner uns und den Schüler/innen die inhaltliche Arbeit nicht abnehmen kann. Steht die Faszination durch die vielfältigen Möglichkeiten der Textverarbeitung im Vordergrund, dann kommen die Inhalte zu kurz. Werden andererseits die Zeit sparenden und gestalterischen Möglichkeiten von den Schüler/innen nicht erkannt, so geht der motivationsfördernde Aspekt des Arbeitens mit dem Computer bald verloren. Als reine Motivationsmaschine funktioniert er auf jeden Fall nicht (lange). | ||||||||||
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