Der Umgang mit den Neuen Medien aus einem
medienpädagogischen Blickwinkel
Umgang mit der Medienwelt
Um uns selbst bestimmt, kritisch und kreativ in der Medienwelt bewegen
zu können, müssen wir den Umgang mit den Medien lernen, die
Gefahren und Risiken erkennen, aber auch die inne liegenden
Möglichkeiten.
Wer beeinflusst wen?
Die bisher
vorherrschende Leitidee Was machen
die Medien mit den Menschen? wird umgekehrt in die Frage Was machen die Menschen mit den Medien?
Mediennutzung wird damit als Bedürfnis gesteuerte soziale Handlung
aufgefasst.
Aus der Unmündigkeit heraus in die Selbstbestimmung
Die Umkehrung
der Frage mündet in die Umkehrung eines lange vorherrschenden
Menschenbildes und beinhaltet wohl immer noch ein Stück
Aufklärungszeitalter: das Bild des Menschen, der den
Schicksalskräften ausgeliefert ist, weicht dem Bild des selbst
bestimmten, eigenverantwortlichen Menschen, der sein Schicksal selber
steuert.
Damit ist das
Bild des passiven, scheinbar manipulierten Nutzers, das die vergangenen
Jahrzehnte prägte, seit den achtziger Jahren passé und hat
dem Bild des aktiven, selbst bestimmten Nutzers, der Medien aktiv
als Genuss-, Ausdrucks- und Artikulationsinstrumente nutzt, Platz
gemacht.
Aus dieser
Sichtweise resultiert eine handlungsorientierte Medienpädagogik,
deren Hauptanliegen die Vermittlung von Medienkompetenz ist. In weiten
Teilen trägt sie den kritischen Überlegungen im vorherigen
Kapitel Rechnung. Es lassen sich vier Bereiche der Medienkompetenz
unterscheiden:
- Medienkritik,
die ein Individuum befähigt, reflexiv
über Medienphänomene urteilen zu können -
(analytisch,
reflexiv und ethisch).
- Medienkunde,
die das Wissen über heutige Medien und Mediensysteme und die
Bedienung und Handhabung von Medien einschließt.
- Bei
Mediennutzung geht es um den Gebrauch von Medien und Mediensystemen
entsprechend den eigenen Bedürfnissen (rezeptive Anwendung
und interaktive Nutzung).
- Bei
Mediengestaltung ist vor allem ein
spielerisch-ästhetischer und experimenteller Umgang mit Medien gemeint
–
innovativ als auch kreativ -, der im Idealfall in eine eigene
Medienproduktion mündet (z. B. Homepage, Hörspiel).
Medienkompetenz ist
definiert als Regel- und Strukturwissen. Allerdings ist damit
nicht nur bloßes Faktenwissen gemeint, sondern mehr noch
beinhaltet sie eine autonome Fähigkeit, mit Wissen umzugehen, es
anzuwenden und zu interpretieren. (1)
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(1) Tillmann, Angela: Herausforderung Internet,
Aspekte einer modernen Medienerziehung. In: Schulmagazin, 5-10, 7-8.2004, p.5