Die Bereitstellung und Verfügbarkeit einer multimedialen Lernumgebung in Verbindung mit einem dem Jugendlichen und seiner Lebenswelt offen begegnenden Pädagogen ist demnach die Grundvoraussetzung für den Erwerb von Medienkompetenz. Dies spricht jedoch nicht zwangsläufig gegen den Aufbau eines Curriculum für die schulische Praxis. |
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| Kann es ein methodisches und inhaltliches Curriculum
für die schulische Praxis geben? |
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| Im Gegenteil erfordert das verantwortungsvolle Umgehen mit den Neuen Medien durchaus ein gestaffeltes Heranführen und Einüben gewisser Grundtechniken. So macht es beispielsweise immer Sinn vor einer freien zunächst die geführte Internetrecherche mit den Schülern durchzuführen und auch der Umgang mit Arbeitsplattformen bedarf in der Regel einer Einführung, auch wenn Schüler noch so fit am Computer sind. |
| Auch inhaltlich gibt es medienpädagogisch ableitbare Grundsätze, denn auch hier gilt Grundlegendes wie „vom Alltagsbekannten zum weniger Bekannten“ und auch die Altersangemessenheit spielt eine erhebliche Rolle. Im Wesentlichen lässt sich sagen, dass Inhalte, die sich in erster Linie auf medienkundliche Aspekte beziehen am Anfang stehen müssen und jene, die sich auf die Medienkritik beziehen eher am Ende voll zum Tragen kommen, auch wenn sie natürlich von Anfang an mitberücksichtigt und eingeübt werden müssen. Wie in jedem Bereich gilt: Ich muss die Grundlagen kennen, sonst kann ich nicht objektiv reflektieren, was die Grundvoraussetzung für Kritikfähigkeit ausmacht. Die Bereiche der Mediennutzung und –gestaltung sind demgegenüber grundsätzlich durchgängige Momente, wobei sie sich auf unterschiedlichen Niveaustufen vollziehen. Aus diesen Grundsatzüberlegungen heraus lassen sich gewisse Themenabfolgen durch die Jahrgangsstufen entwickeln, die aber immer der Situation vor Ort angepasst werden müssen. Hieraus ergibt sich, dass die Feinplanung der Neuen Medien immer Teil des Schulcurricula sein wird. |
Das folgende Schaubild kann eine methodische und inhaltliche Grobstruktur für ein zu entwickelndes Schulcurriculum darstellen: |

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Zu den situativen Rahmenbedingungen vor Ort gehören neben den individuellen Voraussetzungen der Schüler und Lehrer natürlich auch die technischen Möglichkeiten der Schule. Da hier leider nicht von allgemein gültigen Standards ausgegangen werden kann, muss auch dies von Schule zu Schule bei der Erstellung des Curriculums mitberücksichtigt werden. |
Zusammenfassend lässt sich herausstellen, dass die Neuen Medien nicht nur Unterrichtsmittel und –thema sind, sondern sie vielmehr längst Teil unserer Lebenswelt geworden sind. Dies kann Gefahren bergen, eröffnet aber auch Chancen, wenn Menschen gelernt haben, sich entsprechend kompetent in der Interaktion mit den Medien zu verhalten. Der Erwerb einer so verstandenen Medienkompetenz kann durch die Schule unterstützt werden, wenn …
Wenn Schule bereit ist, sich dergestalt auf den Weg der Medienerziehung einzulassen, werden Schüler Risiken erkennen und verhindern, aber eben auch Chancen nutzen lernen, die eine medial geprägte Lebenswelt bereithält. Sie wird ihrem Auftrag, Jugendliche zu handlungsfähigen Bürgern und verantwortungsvollen Individuen zu erziehen damit in höchstem Maße gerecht werden. |
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Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hg.):
Bildungsplan 2004 Realschule, Ditzingen 2004, S. 117f.
Ebd., S. 122.
Ebd., S. 120 ff
Ebd., S. 194 f
Spanhel, D.: Der Aufbau grundlegender Medienkompetenzen im frühen Kindesalter. In: Gogolin, I.; Lenzen, D. (Hg.) Medien-Generation. Leske und Budrich, Opladen 1999, S225-240.
Aufenanger, S.: Aufwachsen in einer Medienwelt: Ergebnisse und Ausblicke. In: Computer und Unterricht, Heft 53/2004, Erhardt Friedrich Verlag, Velber, 2004, S. 9f. |