Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/franzoesisch/gym/nm/n_medien/fachdidaktik/index.html, Stand 25. May. 2013
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«Im Leben lernt der Mensch zuerst gehen und sprechen. Später lernt er dann,
stillzusitzen und den Mund zu halten.»
Marcel Pagnol
...oder? Hat sich etwas geändert?
Ja. In seinen "Zwanzig Thesen zur Lernbarkeit und Lehrbarkeit von Sprachen "
betont D.Wolff, dass der Mensch auf eine andere Weise als bisher angenommen
erkennt und lernt. "Lernen ist im hohen Maße ein aktiver, konstruktiver und
selbstbestimmter Prozess." Diese lerntheoretische Erkenntnis, nämlich dass
Wissen aktiv erworben wird, hat weitreichende Konsequenzen für die gesamte
Konzeption von Wissensvermittlung.
| Stand vorher die Instruktion, das Vermitteln von bestimmten Wissensinhalten im Vordergrund, z.B. Grammatik in "Einzelportionen" wohldosiert dargereicht durch den Lehrenden, so rückt nun der Lernende in den Mittelpunkt der Betrachtung, der sich seine eigene Konstruktion der Erkenntnis/des Wissens aneignet: Lernen nun verstanden als Prozess, bei dem der Lernende selbstbestimmt Lernstrategien erwirbt, sein Wissen immer wieder in der Interaktion mit den anderen überprüft und gegebenenfalls korrigiert. |
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"Lernen ist ein aktiver Konstruktionsprozess, der vom Vorwissen des Lernenden
und der Lernumgebung abhängt.[...] Der Lernende steuert seinen Lernprozess
selber; Autonomie ist Vorraussetzung für Selbstkonstruktion und Wissenserwerb."
(Overmann , Lerntheoretische Prämissen, S.50/51)
Der Lehrende betreut den Prozess der Wissenskonstruktion der Lernenden, ist
"Coach" , der ihnen Raum gibt, zu entdecken und zu erproben und den
Lernenden hilft, Lern- und Arbeitstechniken bewusst zu machen.
"Wenn es gelingt, positive Lernsituationen mit realitätsnahen handlungs- und
prozessorientierten Aufgaben zu entwerfen, werden die Schüler auch bereit sein
zu lernen...", meint M. Overmann und so stützt er seine Forderung nach "weiteren
multimodalen, ganzheitlichen und handlungsorientierten Unterrichtsmodulen.
Der Lehrende ist verantwortlich für die Organisation der Lernumgebung; diese
sollte nach D.Wolff "komplex und authentisch sein" und "weitgehend der realen
Lebenswirklichkeit entsprechen". ( These 10)
Das Schaffen einer solchen komplexen und authentischen Lernumgebung ist nötig,
will man den gesellschaftlichen Veränderungen wie der zunehmenden
Globalisierung und der fortschreitenden wechselseitigen Abhängigkeit der
Nationen gerecht werden.
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Es geht darum, wie G. Keller in der Didaktik zum interkulturellen Lernen schreibt, den Lernenden ein "fundiertes Orientierungswissen beim interkulturellen Lernen zu vermitteln ", wobei er interkulturelles Lernen definiert als "das Studium sozio-kultureller Entwicklungen fremder Kulturen mit dem Ziel, fremde Orientierungssysteme [...] zu verstehen und durch einen Vergleich mit den eigenen Wertvorstellungen auf Toleranz und Empathie gegründete Handlungsperspektiven für Kommunikation und Kooperation in interkulturellen Überschneidungssituationen zu gewinnen." |
Ziel sollte die Öffnung des Unterrichts zu einem handlungs-und kommunikationsorientierten Französischunterricht sein, der den oben genannten Forderungen entsprechen kann.
Der Einsatz der Neuen Medien im Französischunterricht bietet vielfältige
Möglichkeiten und Chancen. Er kann dazu beitragen, die Schülerorientierung des
Unterrichts zu verbessern, die Handlungsorientierung zu stärken und die
Motivation zu erhöhen. Nicht zuletzt ermöglichen es die Neuen Medien, neue
Formen der Interaktivität und des interkulturellen Lernens in den Unterricht zu
integrieren.
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Literaturhinweise:
Landesinstitut für Erziehung und Unterricht (2002): "Neue Medien im Französischunterricht"- Materialien Französisch, Heft SW 20,
Keller, Gottfried: "Didaktik des interkulturellen Lernens aus neurobiologisch-konstruktivistischer
und sozialpsychologischer Sicht"; Aufsatz -Adresse:
http://ourworld.compuserve.com/homepages
/michaelwendt/Seiten/Keller.htm
Overmann, Manfred (2002): "Multimediale Fremdsprachendidaktik -
Theorie und Praxis einer multimedialen, prozeduralen Didaktik im Kontext eines
Aufgaben- und handlungsorientierten Fremdsprachenunterrichts", Peter Lang
Verlag, Frankfurt/M.
Wolff, Dieter: "Instruktivismus vs. Konstruktivismus. Zwanzig Thesen
zur Lernbarkeit und Lehrbarkeit von Sprachen". In: Bach, Gerhard/ Viebrock,
Britta (Hrsg.) (2002): "Die Aneignung fremder Sprachen: Prozesse - Kontexte
- Kontroversen. Peter Lang Verlag, Frankfurt/M., S.15-20