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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/franzoesisch/gym/nm/quellen/cyberenquete/index.html, Stand 25. May. 2012

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Webquest - Cyber(en)quête

Was ist ein Webquest?

Unter dem Begriff "Webquest" (auch "Web-Quest", französisch inzwischen Cyberenquête oder kürzer Cyberquête) versteht man den Versuch, Schülerinnen und Schülern ein weitgehend selbstverantwortetes Szenario zur Lösung einer konkreten Aufgabe mit Unterstützung des Internets anzubieten. Konkret bedeutet dies: von Lehrerseite wird ein möglichst offenes Thema vorgegeben, zu dem die S. ggf. unter Anleitung eigene Fragestellungen entwickeln und anschließend mit Hilfe des PCs selbständig - meist in Kleingruppen - lösen. Abschließend werden die Fragestellungen und ihre Lösungsansätze präsentiert und auch evaluiert. Die Methode stammt - wie der Name schon nahe legt - aus den USA und wurde dort ab 1995 federführend von Bernie Dodge an der San Diego State University entwickelt. Die offizielle, sehr weite Definition für Webquests von Dodge lautet: "an inquiry-oriented activity in which so­me or all of the information that learners interact with comes from resources on the Internet." Inzwischen werden Webquests in abgewandelter Form zum Beispiel auch an Schweizer Volksschulen erfolgreich eingesetzt.

Aufbau eines Webquests (Kurzform):

Da der Begriff der Webquests noch relativ jung ist, ist er glücklicherweise noch nicht in feste, unumstößlich Regeln gepresst und lässt deshalb - abhängig von Gruppe und Interesse - viel persönlichen Spielraum in der Ausgestaltung. Auch die Dauer ist, je nach Vorstrukturierung, ganz unterschiedlich (mindestens zwei Unterrichtsstunden, durchaus aber auch bis zu mehreren Tagen - etwa im Rahmen von Projekttagen). Prinzipiell haben alle Webquests eine Grundstruktur aus folgenden Schritten:

1. Einstieg - Das Thema und die Fragestellungen entwerfen:

Gewöhnlich wird das zentrale Thema durch den L. vorgegeben - auch hier gibt es jedoch Spielraum (im Rahmen eines Projekts könnte etwa den S. selbst die Wahl eines Themas überlassen werden; ebenso können natürlich Themen für den Webquest verwendet werden, die die S. im Unterricht interessiert haben). Eine kurze, möglichst stark motivierende Einführung sollte durch den L. geleistet werden. Anhand des Basisthemas werden dann von den S. zentrale Fragen entwickelt, die ihnen von Bedeutung oder Interesse scheinen. Ziel dabei ist, dass das Thema "zur Sache der S." wird. Je nach Alter und Leistungsfähigkeit der Lerngruppe können diese Fragestellungen auch teilweise durch den L. vorgegeben werden, dann sollten die S. jedoch zumindest die Möglichkeit zur Ergänzung/Änderung haben.

2. Erarbeitung - Nach Antworten suchen:

Im zweiten Schritt beginnt für die S. die eigentliche Arbeit: sie sollen mit Hilfe des Internets Antworten auf die selbstgestellten Fragen suchen (Gruppeneinteilung nach Fragekomplexen). In Erweiterung des eigentlichen Webquests können/sollten hier auch weitere Medien (Lexika, Wörterbücher, vorbereitete Zeitschriftenartikel, CDs, Videos; ev. auch Materialordner zum Thema) eingebunden werden. Wichtig in dieser Phase ist, dass die S. von Anfang an ihre Arbeit und vor allem ihre Ergebnisse dokumentieren, z. B. in einem parallelen Word-Dokument. Bei der erstmaligen Verwendung der Methode durch eine Lerngruppe sollte von Lehrerseite eine Linksammlung zur leichteren Orientierung vorgegeben werden - diese dient natürlich nur als erste Orientierung und sollte von den S. im Verlauf des Webquests erweitert werden. Die Aufgabe des L. in dieser Hauptarbeitsphase beschränkt sich auf sog. Coaching-Funktionen, d. h. die Lehrperson greift nur auf Nachfrage der S. beratend-unterstützend in den Lernprozess der jew. Kleingruppe ein, um über bestehende Hürden (technisch, aber durchaus auch inhaltlich) hinweg zu helfen.

3. Präsentation - Die Vorstellung der Ergebnisse:

In der dritten Phase präsentieren die Kleingruppen ihre Ergebnisse vor dem Plenum. Hier bietet sich an, ebenfalls den PC (mit Datenprojektor) als Präsentationsmedium einzusetzen (Erstellung von Folien, Webseiten, Powerpoint-Präsentation etc.) - auch hier kommt natürlich dem technischen Vorwissen der Gruppen wichtige Bedeutung zu. Bei fortgeschrittenen Lerngruppen mit hohem technischen Verständnis könnte sich z. B. auch die Erstellung einer Website zum Thema anbieten.

4. Evaluation - Den Lernprozess reflektieren:

Die letzte Phase bildet die Evaluation des Quests bzw. der Arbeit der Kleingruppen, die den S. die Reflexion über ihr Lernverhalten ermöglichen soll. Hier bieten sich verschiedene, auch modernere Evaluationsformen an: Fragebogen, Schülerbewertung der Präsentationen, Quest-Tagebuch, ggf. auch in Kombination miteinander oder mit Formen der klassischen Benotung.

(Lern-) Ziele eines Webquests:

Vor- und Nachteile von Webquests:

Vorteile

Nachteile

  • hohe Motivation der S

  • anfangs hoher Vorbereitungsaufwand

  • Förderung des selbständigen und eigenverantwortlichen Arbeitens
  • technische Probleme (Ausfall von PCs oder Internet)
  • Rückzugsmöglichkeiten für L.
  • Schwierigkeit des "Loslassens" durch L. (Wissensvermittler -> Coach)
  • Förderung des Umgangs mit Neuen Medien
  • schnelles Veralten von Linksammlungen, damit regelmäßiger Aktualisierungsaufwand
  • Förderung von Sozial- und Methodenkompetenz
  • Leistungsbewertung wird schwieriger (Gruppen-/Einzelleistung, methodische/fachliche Leistung)
  • Bei Wiederholung eines Themas nur noch geringer Vorbereitungsaufwand für L.
  • Problem der Qualität und Kontrolle der verwendeten Web-Adressen
  • Möglichkeit des Herunterladens fertiger Materialien (Vorbereitungsaufwand!)
  • methodisch-technisches Vorwissen der S.
  • nur wenige PCs notwendig (u. U. kann auch mit Laptops gearbeitet werden)
  • rechtliche Probleme bei der Veröffentlichung von Webquests

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Quelle: SXC

 

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Letzte Änderung: 31.03.2006