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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/geographie/gym/nm/didaktik/, Stand 31. Oct. 2014

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Lernen und Lehren mit Multimedia-Software im Geographieunterricht

 

Die Ausstattung der Schulen mit Personalcomputern und entsprechenden Peripheriegeräten wird weiterhin forciert, um den Einsatz von „neuen“ digitalen Medien im Unterricht zu ermöglichen und die Vermittlung von Medienkompetenz und Medienbildung zu fördern. Dem sinnvollen Einsatz von Internet-Angeboten und der Verwendung von Multimedia-Software im Geographieunterricht kommt eine immer größer werdende Bedeutung zu. Denn in einer von Medien bestimmten Welt soll die Schule ihren Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche sachgerecht, selbstbestimmt, verantwortungsvoll, kreativ mit Medien umgehen, kommunizieren und publizieren können. Der Zugriff auf CD-ROMs und Web-Sites wird auch das Lehren und Lernen im Geographieunterricht beeinflussen und die klassischen Informationsträger wie Print-Medien und audiovisuelle Medien ergänzen. Insbesondere Multimedia-Lernangebote auf CD-ROMs werden zunehmend Einzug in die Unterrichtsvorbereitung und -gestaltung finden, wenn diese gewissen Gütekriterien entsprechen und im entsprechenden Unterrichtskontext zum Einsatz kommen. Folgende Ausführungen beziehen sich hauptsächlich auf Offline-Angebote und bilanzieren Erfahrungen der Gestaltung von Multimedia-Software und deren Erprobung im Geographieunterricht.

Das Multimediale in Lernanwendungen

Nach wie vor wird Multimedia als Begriff unterschiedlich interpretiert und dementsprechend unpräzise gebraucht. Stand Multimedia früher für die Verbindung mehrerer technischer Einzelmedien, so schließt der Begriff heute eine Vielzahl an Darstellungs- und Kommunikationsmöglichkeiten im Umgang mit Computern und Programmen ein. Eine umfassende Charakterisierung von Multimedia hat SACHER (1998) zusammengestellt, indem er als entscheidende Merkmale anführt: Integration mehrerer Medien, Multimodalität (Ansprache verschiedener Sinne), Multicodalität (verschiedene Codierungen und Symbole), Multilinearität und Interaktivität. Bei neueren Softwareangeboten, die für den schulischen Einsatz im Fachbereich Geographie konzipiert sind, werden zunehmend

  • Text, stehende und animierte Grafik, Videosequenzen, Sprach-, Musik und Soundausgaben integriert,

  • Informationen visuell und auditiv vermittelt,

  • Informationen in Sprache, Bildern, Texten, Grafiken, Karten und in anderen Darstellungen präsentiert  und

  • die Bearbeitungswege nicht linear vorgegeben.

Besonderes Interesse bei Multimedia-Anwendungen verdient der Aspekt Interaktivität, da diese eine aktive Auseinandersetzung mit den multimedialen Angeboten fördert und für den Lernprozess von zentraler Bedeutung zu sein scheint. Je mehr sich Anwender in einzelnen Anwendungen des Programms aktiv einbringen können, desto attraktiver wird die Nutzung und motiviert zum Arbeiten. Zur Interaktivität gibt es inzwischen zahlreiche Merkmalslisten, die entscheidende Komponenten der Interaktivität benennen und Möglichkeiten der Differenzierung aufzeigen. So sind unter „formaler Interaktivität“ zahlreiche Steuerungsformen zu verstehen, die sich auf  Bedienungsfunktionen und Navigation von Multimedia-Programmen beziehen:

  • Ein Wechsel der Eingabeform ist möglich.  

  • Das Beenden, Unterbrechen, Wiederholen und Überspringen der aktuellen Programmfunktion ist jederzeit realisierbar.  

  • Eine Hypertext-Struktur lässt die Bearbeitung der Textinformationen auf verschiedenen Wegen zu.  

  • Durch eine hypermediale Struktur kann außer zu Textinformationen auch zu Grafiken, Soundeffekten und Kurzfilmsequenzen verzweigt werden.  

Hinzu kommt eine Ergänzung der Merkmale im Sinne einer „didaktischen Interaktivität“:

  • Die Parameter einzelner Lernanwendungen lassen sich in Hinblick auf Interessen, Vorkenntnissen und Niveaus der Nutzer anpassen.

  • Text-, Karten- und Bildinformationen können ausgewählt, zusammengestellt und mit Kommentaren versehen werden.

  • Ein Erweitern und Aktualisieren von Informationen ist möglich.

  • Die Programmanwendung kann in unterschiedlichen Lernumgebungen verwendet werden und unterstützt sowohl Einzel- wie auch Partner- und Gruppenarbeit.

  • Tools zur Präsentation von Arbeitsergebnissen sind integriert.

Denn eine noch so formal perfekte Programmgestaltung bedarf einer didaktisch fundierten Instruktion von Inhalten und Methoden. Auch ist vor dem Einsatz dieser Produkte eine genaue Prüfung zu empfehlen, ob in der anvisierten Klassenstufe die Voraussetzungen für einen sinnvollen Umgang mit dem entsprechenden Medium erfüllt sind. Reichen etwa die Vorkenntnisse der Schüler zum Verständnis der Inhalte aus? Ist die Begriffsebene, das Abstraktions- oder das Sprachniveau adressatengerecht? Außerdem wäre es wünschenswert, dass authentische Problemstellungen berücksichtigt und Anregungen zur Entwicklung von Lösungsstrategien gegeben werden. Dabei gewinnt der Ansatz des „expertenunterstützten Lernens“ an Bedeutung, indem Kenntnisse zur Lösung eines vorgegebenen komplexen Problems mit Hilfe von Experten erworben werden. Hierbei stehen in hypermedialen Lernumgebungen Hilfen auf Abruf zur Verfügung, die das Wissen ergänzen und auf Fehler aufmerksam machen.

So ist das Lernen mit Multimedia-Anwendungen in ein Wirkungsgeflecht von Faktoren eingebunden, das in seiner gegenseitigen Beeinflussung nur in Ansätzen untersucht ist. Für einen effizienten Einsatz im Schulbereich sollten aufgrund praktischer Erfahrungen heraus viele dieser Faktoren optimal zusammenwirken. 

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Quelle: SXC

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Letzte Änderung: 22.09.2005