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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/gk/gym/nm/ib/webquest/, Stand 26. Nov. 2014

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Das Recherchemodell: Webquests

Grundidee

Eine allgemeine, nicht fachbezogene Einführung in die Methode Webquests mit Beispielen finden Sie auf diesen Seiten von oder auch auf den Seiten von Globales Lernen. Bevor Sie sich einen komplexen Webquest anschauen, sollten Sie erste Erfahrungen mit einfacheren Webquests sammeln: Der folgende Webquest zum Thema Vietnam stellt einen guten Einstieg dar.

Einen Überblick über und eine systematische Sammlung von Webquests aus dem englischsprachigen Raum bietet die Seite webquest.org. Auf Englisch liegen auch die Seiten vor, wie Sie existierende Webquests überarbeiten und anpassen können. Informationen zur Erstellung von Webquests liefert The Webquest Design Process. Vorlagen für eigene Designs stehen hier zum Download bereit.

Webquests im Fach Gemeinschaftskunde

Webquests ermöglichen eine problemorientierte Herangehensweise an gemeinschaftskundliche Themen für den Arbeitsunterricht. Sie basieren auf den Prinzipien der Kontroversität und Handlungsorientierung. Indem sie den Schülerinnen und Schülern entweder einzelne Rollen zur Verfügung stellen, über die sich diese unterschiedliche Interessen erarbeiten können, oder gleich mit mehreren unterschiedlichen Positionen vertraut machen, sind sie ein Modell für einen Unterricht, der den Beutelsbacher Konsens ernst nimmt.

Dabei sind Webquests nicht auf die Vorbereitung von Rollenspielen (Betonung von Empathie) und Planspielen (Betonung von Prozessen und Strukturen in und zwischen Institutionen) beschränkt. Sie sind durch Methodenoffenheit in der Auswertungsphase gekennzeichnet, da sie lediglich einen methodischen Rahmen für die Erarbeitungsphase zur Verfügung stellen, der einer bestimmten - variierenden und variierbaren - inhaltlichen Struktur folgt:

  1. Die Startseite [oft als "Einführung" oder "Thema" verlinkt] von Webquests stellt das zu behandelnde Problem dar oder führt in eine Fragestellung ein. Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu motiviert werden durch eigene Arbeit nach Lösungen zu suchen.
  2. Die Aufgabenseite schliesst an die Problemstellung in der Einleitung an und führt diese schüleradäquat aus. Meist werden die Aufgaben so gestellt, dass sie von Gruppen bearbeitet werden können. Aufgaben für Einzel- oder Partnerarbeit sind aber auch möglich.
  3. Auf den Materialienseiten wird ins Internet und evtl. auch auf weitere, auf dem Schülerrechner oder im Intranet vorhandene Quellen, verlinkt. Die Links können nach ihrer Komplexität gegliedert werden [siehe hierzu auch das Linkmodell] und erleichtern den Schülern und Schülerinnen so den Einstieg in die Erarbeitung einer Position oder eines Lösungsvorschlages. Im Rahmen von Rollen- und Entscheidungsspielen werden hier allgemeine Quellen zur Verfügung gestellt, die für alle Spieler interessant sind. Spezifischere Seiten, die in die Interessenunterschiede einführen, sind meist erst auf den Rollenseiten selbst zu finden, können aber auch hier der Gliederung dienen.
  4. Hieran schließt sich eine Seite zum Erarbeitungsprozess an [oft als "Vorgehen" verlinkt]. Neben konkreten Handlungsanleitungen z.B. zum Umgang mit der Rolle im Rahmen des Webquests sind auf dieser Seite oft auch Beschreibungen der Rollen- / Planspieliterationen zu finden.
  5. Die Rollenseite ist meist als Startseite angelegt, von der auf die einzelnen Rollenseiten weiterverlinkt wird. Erst über diese Unterseiten wird in die unterschiedlichen Interessen eingeführt. Allgemeine, für alle Gruppen und Rollen wichtige Informationen stehen oft auch auf einer extra Materialienseite.
  6. Manchmal ist eine extra Seite mit dem Titel Hinweise Teil von Webquests. Tips zum Rollenspiel, zu Verhandlungsstrategien und auch kleine Tests können hier verlinkt werden. Wenn auch außerhalb des Unterrichts am Webquest gearbeitet werden soll, dann ist spätestens hier der Platz für die Email Adresse des Lehrers oder der Lehrerin. Alternativ kann auch ein Forum eingerichtet werden, auf dem die Lernenden ihre Fragen stellen können. Vorteil der Forumslösung ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler hier auch selbst helfen können und der Lehrer oder die Lehrerin nicht mit vielen, immer gleichen Einzelfragen als Email konfrontiert wird.
  7. Auf der Evaluationsseite soll der Lernprozess kritisch betrachtet und eine Möglichkeit zum Feedback über die Erfahrungen mit den Webquest selbst gegeben werden. Onlinefragebögen erleichtern die Arbeit und veranschaulichen die Bewertung.
  8. Der Präsentation [oft auch als "Fazit" verlinkt] der Ergebnisse des Webquests ist die letzte Seite gewidmet. Auch hier kann unterschiedlich vorgegangen werden:
    • Bei Onlinepräsentationen wird von hier auf die von den Schülern und Schülerinnen erstellten Ergebnisseiten verlinkt.
    • Bei Offlinepräsentationen (z.B. mit Powerpoint, Wandpostern etc.) und Spielen wird hier eine - oft gruppenweise organisierte - Zusammenfassung der Auswertungsphase zu finden sein.

Aufgabenstellung, Materialien, Prozess, Evaluation und Präsentation sind die Kernseiten eines jeden Webquests. Das Schema ist jedoch nicht so starr, dass es nicht für (fast) jedes Thema angepasst werden könnte. Webquests sind also auch flexibel!

Lehrende und Lernende

Webquests gehen von einer konstruktivistischen Lerntheorie aus: Die Lernenden können und werden sich ihr Wissen selbständig, aktiv und in Auseinandersetzung mit den Quellen und den Positionen der anderen Lernenden aneignen. Die Lehrenden sind Moderatoren dieses Prozesses, sind für die nötigen Anpassungen des Webquests verantwortlich, können aber auch Informationsphasen einplanen, sollten diese nötig werden.

Binnendifferenzierung

Webquests erlauben es, die Internetrecherche zu steuern und hierbei nach Thema und Lerner zu differenzieren: Die Lernenden verlieren sich nicht mehr so leicht im Internet, weil ein Orientierungsrahmen zur Verfügung steht. Bei dieser Erweiterung der Grundidee der Webquests kommt ein Modell zum Einsatz, das wir hier näher erläutern wollen: Linkmodell

Beurteilung von Webquests

Webquest eignen sich, wegen der von ihnen zur Verfügung gestellten, jederzeit einsehbaren Strukturierung des Themas, ihrer Erweiterbarkeit durch die Lernenden (Offenheit) besonders für die Erarbeitung komplexerer Themen oder für Projekte.

Allgemein

Einen guten Überblick über die Beurteilung von Webquests finden Sie hier:

Im Rahmen der Fortbildung

Im Rahmen der Fortbildung werden wir ein eigenes Kriterienraster erarbeiten, das dann auf diesen Seiten zum Download zur Verfügung stehen wird.

Weiter Links in Webquests
Webquest Osterweiterung der EU (SJ 02-03)
Webquest Soll die Türkei in die EU aufgenommen werden? (SJ 04-05)

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Letzte Änderung: 28.06.2012