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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/gkg/gym/nm/politik/cyberdingen/index.html, Stand 25. May. 2012

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Planspiel - eine allgemeine didaktische Einführung

Theoretischer Ausgangspunkt : Seit ca. 5000 Jahren wurden primär strategische Planspiele zunächst nur für militärische Zwecke (Sandkastenspiele), seit 50 Jahren aber auch Einsatz im "business-management-training" eingesetzt. Erst in den 60er Jahren wird deren Einsatz auch im Bereich der politischen Bildung diskutiert.

Definition: Planspiele sind "...komplex gemachte Rollenspiele mit klaren Interessengegensätzen und hohem Entscheidungsdruck." (Hilpert Meyer, Unterrichtsmethoden II, Frankfurt a.M. 1987, 366)

Unterschiede zum Rollenspiel? Die Grenzen sind fließend, denn auch im Planspiel übernehmen die Lernenden Rollen, die jedoch stark formalisiert sind und keinen Spielraum für individuelle Rolleninterpretation zulassen. Sie stehen für klar umrissene Positionen, Interessengruppen oder politische Organisationen. Ihr Ziel ist nicht die Empathie mit anderen Rollen, sondern das Kennenlernen von Entscheidungsprozessen und ihrer Handhabung. Im Entscheidungsprozess sollen gesellschaftliche und politische Konflikte aus bestimmten Interessenpositionen heraus im Spiel bearbeitet werden. Planspiele haben ihren Schwerpunkt deshalb auf der Ebene des politischen Lernens.

Charakteristika des Planspiels: Planspiele haben als Simulationsspiele Modellcharakter. Deshalb gilt:

Einsatzmöglichkeiten des Planspiels: Planspiele sind immer problem- nicht wissensorientiert. Daher sind sie sinnvoll einsetzbar, um

zu verdeutlichen und Einsicht in Interessenlagen, Machtstrukturen und Entscheidungszwänge zu vermitteln.

Die für den Spielprozess notwendigen Kenntnisse erwerben die Lernenden entweder während des Spielablaufs. Dann müssen Phasen der Wissensvermittlung in den Spielprozess integriert werden. Oder das Planspiel ist die handlungsorientierte Anwendung und Einübung des vorher aufgearbeiteten Wissens.

Lernziele des Planspiels:

Gefahren:

Erfolge des Planspieles hängen von der Sorgfalt ihrer Vorbereitung und ihrer optimalen Integration in den Gesamtunterrichtsvorgang entscheidend ab

Der organisatorische Ablauf:

Vorbereitungsphase: 

  1. Bereitstellen von Räumen und Materialien 
  2. inführung in das Spiel, Spielregeln 
  3. Informationsphase, passives Wissen => aktives Wissen 
  4. Bildung der Spielgruppen

Spielphase: 

  1. Gruppenmitglieder diskutieren ihre Ziele u. Interessen, Lehrer beraten 
  2. Aufnahme von Verhandlungen mit Bündnispartnern, entwickeln der Gruppenstrategie 
  3. Klärung der Gruppenstrategien, Arbeitstechniken 
  4. Entscheidungsfindung z.B. in Form einer Konferenz (nicht immer Kompromisse)

Reflexionsphase: 

  1. Umstellung vom Handeln zum Denken 
  2. Verallgemeinerung von Erkenntnissen 
  3. Diskrepanz zur Wirklichkeit 
  4. Methodenreflexion

aus: Peter Massing, Handlungsorientierter Politikunterricht, Schwalbach 1998, 34

Probleme von Planspielen im Gemeinschaftskundeunterricht:

Die Vorzüge von Planspielen liegen auf der Hand:

Stichwort "Computersimulationsspiele":

Viele betriebs- und volkswirtschaftliche Vorgänge lassen sich mit Planspielen sinnvoll und anschaulich nachvollziehen. Dafür sind auch schon geeignete Computersimulationen entwickelt worden. Bei politischen Entscheidungsprozessen sind die bisher bekannten Computerspiele entweder zu komplex oder zu simplifiziert. Hier besteht noch Möglichkeit zur Entwicklung eigener, nicht computergestützter Planspielideen.

Dennoch muss vor einer übertriebenen Erwartung gewarnt werden.

Simulationsplanspiele in dieser Fortbildung

Macro, ein Simulationsspiel, das makroökonomische Zusammenhänge in geschlossenen und offenen Volkswirtschaften nachspielt.

Das Projekt Cyberdingen wurde leider beendet!

Cyberdingen, ein internetbasiertes Planspiel, das Entscheidungsprozesse auf kommunalpolitischer Ebene simuliert, erlebbar und durch die internetgestützte Spielleitung auswertbar macht.

Willkommen zu unserer virtuellen Planspielstadt im Internet

www.cyberdingen.de

 

Cyberdingen

Didaktische Tipps

Auch bei der Integration von Planspielen im Gemeinschaftskundeunterricht gilt: 

  • Guter Unterricht lebt von einem sinnvollen Methodenmix.
  • Zwei- bis dreimal sollten die Lernenden während ihrer Schullaufbahn ein Planspiel durchgeführt haben.
  • Kooperation und Erfahrungsaustausch unter den Kollegen ist hierbei nicht nur hilfreich, sondern unabdingbar.

Literatur : 

Ulrich Baer, 500 Spiele für jede Gruppe, für alle Situationen, Remscheid 1988 
Udo Wenzl, Planspiele in der Jugendarbeit, Östringen 1996 
Heinz Klippert, Planspiele, Spielvorlagen zum sozialen, politischen und methodischen lernen in Gruppen, Weinheim Basel 20024
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Letzte Änderung: 26.04.2010