Didaktik
Didaktische Ortsbestimmung für den Einsatz elektronischer Medien im Mathematikunterricht
auf Basis des Bildungsplanes 2004
In den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb im Kapitel „Zentrale Aufgaben des
Mathematikunterrichts“ wird am Schluss darauf hingewiesen, dass (Zitat)
"das Fach Mathematik dabei auch einen Beitrag zur Informationstechnischen
Grundbildung leistet".
Und im nächsten Kapitel über „grundlegende fachliche und überfachliche Kompetenzen
heißt es:
- „Sie (die Schüler) werden angeleitet, sich zu Aufgaben und Problemen mit
mathematischem Inhalt zu äußern und Aufgaben und Sachsituationen als mathematisches
Problem zu formulieren, verschiedene Lösungswege zu finden und zu präsentieren.
- Sie gebrauchen verschiedene Hilfsmittel (Taschenrechner, PC, Messgeräte)
für mathematische Aktivitäten und können die Grenzen dieser Hilfsmittel einschätzen.
- Mittels Printmedien und elektronischer Medien beschaffen und nützen sie
Informationen.
Und im Kapitel „Didaktische Hinweise und Prinzipien für den Unterricht“ steht
u.a.
- Die frühzeitige Nutzung von Taschenrechner, wie auch von Computerprogrammen
kann in Anwendungssituationen von langwierigen Rechnungen entlasten. Damit
wird Zeit für wesentliche mathematische Tätigkeiten im Sinne des verständigen
Rechnens geschaffen.
- Die elektronischen Medien sind in ein unterrichtliches Gesamtbild zu integrieren,
als ein Hilfsmittel im Mathematikunterricht und nicht mehr. Neue Medien als
Selbstzweck sind abzulehnen.
- Unterschiedliche Schulen können völlig unterschiedlich mit Hardware ausgestattet
sein. Was in der einen Schule geht, kann in der anderen Schule noch Zukunftsmusik
sein.
- Je nach Möglichkeiten sollten Programme wie Dynamische Geometriesoftware,
Tabellenkalkulation, Präsentationssoftware und Lern- und Übungsprogramme Einzug
in den Unterricht halten.
Der Computerraum dient dabei nur zur Schulung von Grundfertigkeiten in diesen
Programmen. Das Hilfsmittel Computer ist im Klassenraum als Arbeitsplatz integriert
und kann besonders gut Anwendung finden in individualisierten Unterrichtsformen
wie Lerntheke, Lernzirkel, Gruppenarbeit, Freiarbeit und ähnlichem.
Im zweiten Teil des Bildungsplanes Mathematik werden jeweils die Kompetenzen
und Inhalte für die Klassen 6, 9 und 10 WRS beschrieben.
Zunächst die Kompetenzen, die in den Klassen 5 und 6 erworben werden sollen.
- Unter der Leitidee Messen könnte man z.B. Geonext (=Dynamische Geometriesoftware)
einsetzen beim Ermitteln von Umfang und Flächeninhalt von Quadraten und Rechtecken.
- Die Leitidee funktionaler Zusammenhang bietet Raum für den Einsatz
einer Tabellenkalkulation beim Lesen und Erstellen von Diagrammen und von
Geonext beim Darstellen von einfachen Abhängigkeiten zwischen Größen auch
im Koordinatensystem.
- Die Leitidee Modellieren lässt den Einsatz einer Tabellenkalkulation
zu beim Lösen von Sachaufgaben auch mit Hilfe von Skizzen, Diagrammen und
Tabellen.
- Ein Präsentationsprogramm könnte man verwenden zum Vorstellen und Erklären
von Lösungswegen.
Unter der Leitidee Daten und Zufall kann man u.a. mit einer Tabellenkalkulation
Daten ordnen und übersichtlich darstellen.
Nun zu den Kompetenzen, die in den Klassen 7 bis 9 erworben werden sollen.
- Unter der Leitidee Messen kann man eventuell mit Geonext Umfang und
Flächeninhalt von Vielecken und Kreisen ermitteln und auch unter die Leitidee
Raum und Form passt Geonext zum Satz des Pythagoras.
- Unter den Leitideen funktionaler Zusammenhang, Modellieren und
Daten und Zufall kann die Tabellenkalkulation eingesetzt werden bei:
- Prozentanteile grafisch darstellen
- in Sachsituationen Preise, Mengen und Ermäßigungen kalkulieren und berechnen
- Tabellen und unterschiedliche grafische Darstellungen auswerten
Hier findet man auch einen Hinweis auf Internetrecherche. Da heißt es:
"Daten recherchieren, mit geeigneten Hilfsmitteln aufbereiten, in Tabellen
erfassen und grafisch darstellen sowie die Wirkung der Darstellung beurteilen."
Der zweite Teil des Satzes stellt einen Bezug zur Anwendung einer Tabellenkalkulation
dar.
Für die Klassen 9 und 10 der Werkrealschule finden sich Hinweise auf neue Medien
in folgenden Leitideen:
- Raum und Form
Hier kann z. B. Geonext eingesetzt werden bei der Anwendung des Pythagoras
und beim Zeichnen und Konstruieren geometrischer Figuren unter Verwendung
angemessener Hilfsmittel wie Zirkel, Geodreieck oder dynamische Geometrie
- Software.
- Weiter finden neue Medien Platz unter der Leitidee Daten und Zufall beim
Analysieren und Bewerten von Statistiken und beim Verstehen und Anwenden von
Wahrscheinlichkeitsaussagen. Beispielhafte Anwendungen könnten passieren mit
Geonext, Tabellenkalulation und auch durch Internetrecherche.