Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/mathematik/hs/software/, Stand 12. Feb. 2012
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Die neuen Medien haben in den letzten Jahren auch im Mathematikunterricht der Hauptschule zunehmend Fuß gefasst. So wurden im Rahmen der Medienoffensive des Landes die Schulen flächendeckend mit Computern, Officesoftware und Internetanschluss ausgerüstet. Parallel dazu bieten Verlage ein immer breiter werdendes Spektrum an Software für die einzelnen Fächer an. Der Einsatz von Fachdidaktiksoftware im Mathematikunterricht bietet neue didaktische Möglichkeiten und Chancen. Andererseits gibt es didaktisch-methodische Grenzen. Nur didaktisch gezielter, reflektierter und methodisch gelungener Einsatz bringt den notwendigen und gewünschten Erfolg.
Phase 2: Didaktisch-methodische Grobanalyse
Phase 3: Didaktisch-methodische Feinanalyse
Bei einer anschließenden Bewertung müssen die verschiedenen Kriterien unterschiedlich gewichtet werden. Dabei gibt es harte Kriterien, wie Fachwissenschaftliche Korrektheit, die unbedingt untersucht und vom Programm erfüllt werden müssen und weiche Kriterien, wie Gefälligkeit der Benutzeroberfläche, bei denen der persönliche Geschmack eine große Rolle spielt.
Im Folgenden werden besonders relevant erscheinende Kriterienfelder vorgestellt.
2.1 Kompatibilität zum Mathematikunterricht
Fachdidaktikprogramme decken meist mehrere Schularten der Sekundarstufe I
ab.
2.2 Fachwissenschaftliche Genauigkeit und Korrektheit
Fachwissenschaftliche Genauigkeit und Korrektheit sind Voraussetzung für
den Einsatz eines Programms im Unterricht. Dies betrifft neben dem eigentlichen
Übungs-, Arbeits- bzw. Konstruktionsmodul auch unterstützende Glossars,
Stichwortregister, Formelsammlungen, bei Geometrieprogrammen die Genauigkeit
der Darstellung.
2.3 Bietet das Programm didaktisch-methodische Gestaltungsmöglichkeiten?
Lässt sich eine individuelle Übungs- und Arbeitsumgebung schaffen?
Lassen sich dazu Module (Lern-/Arbeitsbereiche, unterstützende Werkzeuge)
weg- oder zuschalten. Lassen sich Schwierigkeitsstufen /Anspruchsniveaus gezielt
wählen? Bietet das Programm eine Rückmeldung über den Lernfortschritt?
2.4 Begleitung von Lern- und Übungsprozessen
Je aktiver das Programm Lernprozesse begleitet, desto selbstständiger
und individueller können Schülerinnen und Schüler üben
und lernen. Das Programm sollte die Möglichkeit einer Eingangsdiagnose
(Test oder Diagnosemodul) bieten. Aufbauend auf einer differenzierten Stärken-Schwächenanalyse
kann ein entsprechender Schwierigkeitsgrad gewählt werden. Idealerweise
erkennt das Programm Übungsfortschritte und ändert Aufgabenauswahl
und zusammenstellung entsprechend. Hilfen sollten nach dem Prinzip der
minimalen Hilfe (von offenen Hilfen über gezielte Hilfen bis hin zum
direkten Zeigen) gestaffelt sein. Eine Feedbackfunktion sollte Lernenden und
Lehrenden Rückmeldung über Übungsverlauf und erfolg geben
können. Damit erhobene Daten auch für spätere Übungssitzungen
erhalten bleiben, muss das Programm individuelles Anmelden ermöglichen.
2.5 Feedback
Inzwischen wird die Möglichkeit eines Feedbacks (oft wird sogar ein Testmodus)
zum Standard von Programmen. Die Angabe einer Note oder des Prozentsatzes
richtig bzw. falsch gelöster Aufgaben kann nur erster, grober Anhaltspunkt
über die allgemeine Leistungsfähigkeit im geübten Gebiet sein.
Ein möglichst feines Stärken-Schwächenprofil gibt Lernenden
und Lehrenden Aufschluss über das Erreichen des Übungsziels und
Hinweise für den weiteren Lern- und Übungsweg.
2.6 Das Lernen, Üben und Arbeiten unterstützende Werkzeuge
Immer mehr Programme bieten neben dem eigentlichen Kernmodul unterstützende
Werkzeuge wie Rechner, Lexikon, Stichwortregister, Glossar oder Formelsammlung,
die selbstständiges und selbstverantwortliches Lernen und Arbeiten unterstützen
sollen. Sind diese Werkzeuge schülergemäß (verständlich
formuliert, richtig, anschaulich)?
2.7 Benutzeroberfläche, Benutzerführung und Handhabung
Übersichtlich angeordnete, verständlich beschriftete bzw. mit selbsterklärenden
Zeichen versehene Ikons unterstützen selbstständiges Arbeiten mit
dem Programm und sicheres Auffinden einzelner Module und Werkzeuge. Eine möglichst
einfache Handhabung unterstützt Lern- und Arbeitsprozesse. Das Programm
sollte zudem ein unkompliziertes Wechseln zwischen einzelnen Modulen, rasches
Vor- und Zurückblättern innerhalb eines Lerngangs und einfaches
Korrigieren von Eingaben oder Konstruktionen ermöglichen.
2.8 Unterstützung bei der Nutzung des Programms
Das Programm muss für die Einarbeitung, die Beantwortung von Fragen und
das Lösen von Problemen wirksame Unterstützung bereithalten (gute
Hilfefunktion, unterstützende Kontextmenüs, ausdruckbares Handbuch,
Internetsupport, Hotline).
2.9 Lauffähigkeit im Netz der Schule
Das Programm muss auf den entsprechenden Rechnern bzw. im Netz der Schule
sicher und störungsfrei laufen. Ohne entsprechende Lizenz kann ein Programm
nicht im Unterricht eingesetzt werden.
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