Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/mathematik/rs/, Stand 16. Mar. 2010
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Nach der Veröffentlichung der TIMS-Studie im Jahr 1997 wurde auf Grundlage des Gutachtens der Bund-Länder-Kommission (BLK) die Weiterentwicklung der Unterrichtskultur in Mathematik (WUM) in Baden-Württemberg initiiert.
Wesentlicher Bestandteil der gemeinsam entwickelten Fortbildungsreihe für alle Kolleginnen und Kollegen Baden-Württembergs sind vier der insgesamt elf Module des BLK-Projekts:
Unsere Schülerinnen und Schüler können auf Wissen und Routineverfahren zurückgreifen, dies belegen Untersuchungen zum Leistungsvermögen im Fach Mathematik. Das Augenmerk liegt daher auf der Verbesserung nachgewiesener Schwächen. Dies sind vor allem mangelnde Kreativität beim Bearbeiten von komplexen Aufgaben und Schwierigkeiten beim Lösen von Problemen.
Untrennbar verbunden sind mit diesen Inhalten alternative
Unterrichtsformen.
Methodenvariation ist grundlegendes Element, um den Schülerinnen und Schülern mathematische Inhalte angemessen und vielschichtig zu vermitteln. So stehen neben traditioneller „Papier- und Stiftmethode“ Material-Modelle und die computerorientierte Methode. Dabei geht es nicht darum, Methoden an geeigneten Inhalten zu demonstrieren, sondern Inhalte mittels mehrerer geeigneter Methoden zu untersuchen.
Der Einsatz des Computers im Unterricht eröffnet vielfältige Möglichkeiten der Untersuchung mathematischer Unterrichtsgegenstände – die Gefahr der Nutzung solcher Möglichkeiten liegt im Stehenbleiben bei computergenerierten Phänomenen. Eine Begründung für die Phänomene lässt sich meist nur ohne Computernutzung erarbeiten.
Neuen Medien ermöglichen es ohne allzu großen Aufwand, dass zum Beispiel starre Gegenstände in dynamische Vorstellungen über Veränderungen und innere Abhängigkeiten übergehen. Sie erlauben eine Auswahl und Formulierung von realitäts- oder anwendungsnahen Aufgaben ohne starke Vereinfachung, ohne Rücksicht auf „glatte“ Zahlen in Zwischenschritten. Sachverhalte können schneller visualisiert und Daten variiert werden. Es lassen sich verschiedene Beispiele zu einem Thema problemlos aufzeigen, Gesetzmäßigkeiten können verdeutlicht werden.
Lehrerinnen und Lehrer können den Computer zur
Vorbereitung und als Mittel der
Demonstration einsetzen; in dieser Form ist der PC Lösungsheft,
Tafel, Modellsammlung, Projektor... - er übertrifft die klassischen
Medien zudem durch interaktive und dynamische Darstellungsmöglichkeiten.
Schülerinnen und Schüler müssen beim Arbeiten mit dem Computer selbst aktiv werden; dies setzt voraus, dass der Unterricht selbstständige Aktivitäten der Lernenden zulässt. Der PC trägt so zum Lernerfolg bei. Die Fähigkeit der Schüler, reale Situationen in mathematische Modelle umsetzen und selbstständig Strategien zur Problemlösung anwenden zu können, bekommt einen höheren Stellenwert.
Die Verwendung neuer Medien im Unterricht erfordert andere Aufgabenstellungen und andere Unterrichtsformen. In Sequenzen der Computerarbeit verändert sich die Rolle des Lehrers. Die Lehr- und Erziehungsfunktion verringert sich, weil die direkte Einflussmöglichkeit auf die Schüler zurücktritt, da Lernprogramme, Tabellenkalkulationsprogramme, dynamische Computerprogramme „Lehraufgaben“ übernehmen. Die Beratungsfunktion des Lehrers gewinnt an Gewicht, weil ein Eingehen auf individuelle Fragen und Probleme während des Unterrichts möglich wird.
Klare Maxime aus Sicht des Programms „Weiterentwicklung des Unterrichts in Mathematik“ ist, dass die neuen Medien nur Hilfsmittel in sinnvollen Situationen sind.
Ziel ist es, den Unterricht in Mathematik nach den bekannten WUM-Gesichtspunkten weiterzuentwickeln und an den nachgewiesenen Schwächen der Schülerinnen und Schüler verstärkt zu arbeiten. Hierbei kann der Computer eine wertvolle Unterstützung sein.
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