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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/mnt/neue_medien/mmek/, Stand 12. Feb. 2012

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Sicherung des Lernerfolgs und Leistungsmessung in MNT

Nicht nur, aber auch im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht besteht die Tendenz, in der Stoffaneignung die alleinige Aufgabe der Schule zu sehen und somit „Schulleistung" ausschließlich als Erwerb von Fachwissen zu betrachten. Der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule weist aber weit über die Vermittlung von Fachwissen hinaus.

„Die Leistungsmessung im Fächerverbund bezieht sich nicht nur auf die Feststellung kognitiver oder fachbezogener Fähigkeiten, sondern erfasst auch übergreifende personale, soziale und methodische Kompetenzen.“ (Bildungsstandards für den Fächerverbund Materie-Natur-Technik: Leitgedanken).

Deshalb darf Leistungsmessung nicht nur produktorientiert gesehen werden, sondern sie muss auch einen prozessorientierten Anteil haben. Der „Weg zum Ziel" muss stärker in die Notengebung einfließen.
Dies ist aber nur möglich, wenn

  • die Schülerinnen und Schüler in das methodische Vorgehen bei der Beurteilung einbezogen werden (Methodenkompetenz),
  • wenn die Beurteilung von Prozessphasen im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern erfolgt (Personale Kompetenz),
  • wenn im Team erbrachte Leistungen Eingang finden in die Notengebung (Sozialkompetenz),
  • wenn eine veränderte Aufgabenstellung die Fähigkeit fördert, Probleme zu lösen (Fachkompetenz).

Im Hinblick auf diese Ebenen des Kompetenzerwerbs sollten verschiedene Niveaustufen bei der Lernerfolgskontrolle und insbesondere bei der Leistungsmessung unterschieden werden. Sie bilden einen Maßstab, in welchem Umfang und in welcher Weise einzelne Kompetenzen in die Verfügbarkeit der Schülerinnen und Schüler übergegangen sind.

  1. Reproduktion meint die Wiedergabe von Sachverhalten vorwiegend aufgrund der Verankerung im Gedächtnis.
  2. Reorganisation bedeutet die selbständige Verarbeitung von Sachverhalten (z.B. die Erläuterung eines Zeit-Temperatur-Diagramms bei der Erhitzung von Flüssigkeiten usw.).
  3. Transfer und problemlösendes Denken verlangen die Übertragung bekannter Zusammenhänge auf neue ähnliche Frage- und Problemstellungen (z.B. ökologische Bedeutung des Revierverhaltens von Tieren erschließen, Experimente zur Deutung eines Sachverhaltes selbstständig planen, durchführen und ggf. optimieren usw.).

Multimediale Lernerfolgskontrollen

  1. Vorbemerkung

    Wichtige Prinzipien bei sinnvollen und effektiven Lernerfolgskontrollen sind Aufgaben mit vielfältigen Zugangsweisen und die Variation von Aufgabenstellungen. Der Einsatz des Computers kann in diesem Zusammenhang inhaltlich und methodisch eine reizvolle Ergänzung zum üblichen Aufgabenrepertoire im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht sein. Er bietet einfache und sehr variable Möglichkeiten, den Schülerinnen und Schülern nicht nur eine Rückmeldung über ihren derzeitigen Leistungsstand zu geben. Außerdem ermöglicht er zeitgleich, die im Unterricht erarbeiteten Inhalte zu üben und zu festigen. Werden die Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern mit geeigneten Programmen selbst erstellt und auf die zuvor behandelten Inhalte bezogen, sehen die Schüler/innen, welche Leistungen von ihnen erwartet werden und inwieweit sie diese bereits beherrschen. Ertragreicher ist es jedoch, wenn Schüler/innen auf diese Weise selbst Aufgaben und Lösungen für ihre Mitschüler/innen erstellen. Dadurch erhalten Lehrerinnen und Lehrer Hinweise auf Denkstrukturen ihrer Schüler/innen und können die von ihnen gesetzten Schwerpunkte in den Unterricht einbeziehen. Zusätzlich entsteht auf diese Weise im Laufe der Zeit eine ganze Sammlung von Aufgaben, die dann als Selbstkontroll- und Übungssystem z. B. in Freiarbeits- oder Übungsphasen eingesetzt werden kann.
  2. Umsetzungsmöglichkeiten in der schulischen Praxis

    Die Nutzung der neuen Medien sollte in diesem Zusammenhang immer von zwei Perspektiven aus gesehen werden:
    1. der Nutzung als Bereicherung, Ergänzung und Ersatz für vorhandene traditionelle Medien
    2. der aktiven Teilnahme und Gestaltung des Angebotes durch die Schüler/innen.
    Was die mehr oder weniger passive Nutzung angeht, gibt es schon jetzt viele interessante Beispiele zu besichtigen.
    Recherchiert man zu diesem Thema im Internet, wird man sehr schnell fündig.
    Von der einfachen selbst zu korrigierenden Multiple-Choice-Aufgabe bis hin zu kontextsensitiven Berechnungsprogrammen ist das Bündel an Beispielen zwischenzeitlich durchaus umfangreich. Aufgabentypen wie Quizaufgaben mit offenen Antwortvarianten, Aufgabenstellungen zur Satzbildung, Aufgabenstellungen in Kreuzworträtselform, Zuordnungsaufgaben, Lückentextaufgaben und vieles mehr werden meist mit grafischen Elementen attraktiv präsentiert. Der größte Teil dieser multimedialen Lernerfolgssicherungen und -kontrollen zeigt nach der Bearbeitung der Aufgabenstellung durch den Schüler unmittelbar die zutreffende Antwort und das erreichte Gesamtergebnis als Prozentwert an.
    Mit Hochdruck arbeiten Software-Hersteller an Programmmodulen zu interaktiven und multimedialen Elementen der Lernerfolgssicherung. Problem bei all diesen Entwicklungen ist, dass sie meist zum Betrieb eine spezifische Software-Umgebung benötigen und für Schulen oft mit hohen Kosten verbunden sind.
    Für den Einsatz im Unterricht bietet sich daher das nachfolgend vorgestellte Programm in besonderem Maße an.


 

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Letzte Änderung: 23.09.2011