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Nicht nur, aber auch im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht
besteht die Tendenz, in der Stoffaneignung die alleinige Aufgabe der Schule
zu sehen und somit „Schulleistung" ausschließlich als
Erwerb von Fachwissen zu betrachten. Der Erziehungs- und Bildungsauftrag
der Schule weist aber weit über die Vermittlung von Fachwissen hinaus.
„Die Leistungsmessung im Fächerverbund bezieht sich nicht
nur auf die Feststellung kognitiver oder fachbezogener Fähigkeiten,
sondern erfasst auch übergreifende personale, soziale und methodische
Kompetenzen.“ (Bildungsstandards für den Fächerverbund
Materie-Natur-Technik: Leitgedanken).
Deshalb darf Leistungsmessung nicht nur produktorientiert gesehen werden,
sondern sie muss auch einen prozessorientierten Anteil haben. Der „Weg
zum Ziel" muss stärker in die Notengebung einfließen.
Dies ist aber nur möglich, wenn
- die Schülerinnen und Schüler in das methodische Vorgehen
bei der Beurteilung einbezogen werden (Methodenkompetenz),
- wenn die Beurteilung von Prozessphasen im Gespräch mit den Schülerinnen
und Schülern erfolgt (Personale Kompetenz),
- wenn im Team erbrachte Leistungen Eingang finden in die Notengebung
(Sozialkompetenz),
- wenn eine veränderte Aufgabenstellung die Fähigkeit fördert,
Probleme zu lösen (Fachkompetenz).
Im Hinblick auf diese Ebenen des Kompetenzerwerbs sollten verschiedene
Niveaustufen bei der Lernerfolgskontrolle und insbesondere bei der Leistungsmessung
unterschieden werden. Sie bilden einen Maßstab, in welchem Umfang
und in welcher Weise einzelne Kompetenzen in die Verfügbarkeit der
Schülerinnen und Schüler übergegangen sind.
- Reproduktion meint die Wiedergabe von Sachverhalten vorwiegend aufgrund
der Verankerung im Gedächtnis.
- Reorganisation bedeutet die selbständige Verarbeitung von Sachverhalten
(z.B. die Erläuterung eines Zeit-Temperatur-Diagramms bei der Erhitzung
von Flüssigkeiten usw.).
- Transfer und problemlösendes Denken verlangen die Übertragung
bekannter Zusammenhänge auf neue ähnliche Frage- und Problemstellungen
(z.B. ökologische Bedeutung des Revierverhaltens von Tieren erschließen,
Experimente zur Deutung eines Sachverhaltes selbstständig planen,
durchführen und ggf. optimieren usw.).
Multimediale Lernerfolgskontrollen
- Vorbemerkung
Wichtige Prinzipien bei sinnvollen und effektiven Lernerfolgskontrollen
sind Aufgaben mit vielfältigen Zugangsweisen und die Variation
von Aufgabenstellungen. Der Einsatz des Computers kann in diesem Zusammenhang
inhaltlich und methodisch eine reizvolle Ergänzung zum üblichen
Aufgabenrepertoire im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht sein.
Er bietet einfache und sehr variable Möglichkeiten, den Schülerinnen
und Schülern nicht nur eine Rückmeldung über ihren derzeitigen
Leistungsstand zu geben. Außerdem ermöglicht er zeitgleich,
die im Unterricht erarbeiteten Inhalte zu üben und zu festigen.
Werden die Aufgaben von Lehrerinnen und Lehrern mit geeigneten Programmen
selbst erstellt und auf die zuvor behandelten Inhalte bezogen, sehen
die Schüler/innen, welche Leistungen von ihnen erwartet werden
und inwieweit sie diese bereits beherrschen. Ertragreicher ist es jedoch,
wenn Schüler/innen auf diese Weise selbst Aufgaben und Lösungen
für ihre Mitschüler/innen erstellen. Dadurch erhalten Lehrerinnen
und Lehrer Hinweise auf Denkstrukturen ihrer Schüler/innen und
können die von ihnen gesetzten Schwerpunkte in den Unterricht einbeziehen.
Zusätzlich entsteht auf diese Weise im Laufe der Zeit eine ganze
Sammlung von Aufgaben, die dann als Selbstkontroll- und Übungssystem
z. B. in Freiarbeits- oder Übungsphasen eingesetzt werden kann.
- Umsetzungsmöglichkeiten in der schulischen Praxis
Die Nutzung der neuen Medien sollte in diesem Zusammenhang immer von
zwei Perspektiven aus gesehen werden:
1. der Nutzung als Bereicherung, Ergänzung und Ersatz für
vorhandene traditionelle Medien
2. der aktiven Teilnahme und Gestaltung des Angebotes durch die Schüler/innen.
Was die mehr oder weniger passive Nutzung angeht, gibt es schon jetzt
viele interessante Beispiele zu besichtigen.
Recherchiert man zu diesem Thema im Internet, wird man sehr schnell
fündig.
Von der einfachen selbst zu korrigierenden Multiple-Choice-Aufgabe bis
hin zu kontextsensitiven Berechnungsprogrammen ist das Bündel an
Beispielen zwischenzeitlich durchaus umfangreich. Aufgabentypen wie
Quizaufgaben mit offenen Antwortvarianten, Aufgabenstellungen zur Satzbildung,
Aufgabenstellungen in Kreuzworträtselform, Zuordnungsaufgaben,
Lückentextaufgaben und vieles mehr werden meist mit grafischen
Elementen attraktiv präsentiert. Der größte Teil dieser
multimedialen Lernerfolgssicherungen und -kontrollen zeigt nach der
Bearbeitung der Aufgabenstellung durch den Schüler unmittelbar
die zutreffende Antwort und das erreichte Gesamtergebnis als Prozentwert
an.
Mit Hochdruck arbeiten Software-Hersteller an Programmmodulen zu interaktiven
und multimedialen Elementen der Lernerfolgssicherung. Problem bei all
diesen Entwicklungen ist, dass sie meist zum Betrieb eine spezifische
Software-Umgebung benötigen und für Schulen oft mit hohen
Kosten verbunden sind.
Für den Einsatz im Unterricht bietet sich daher das nachfolgend
vorgestellte Programm in besonderem Maße an.
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