Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/russisch/robsko/unterrichtseinheit.htm, Stand 26. May. 2012
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Allem voraus ging ein Einstieg in die ersten beiden Seiten
des Romans, an dem anhand der geschilderten Schicksalsschläge (Trennung vom
Ehemann und Ermordung des Ehemanns) die Reaktion der betroffenen Partnerin und
Antizipation der weitere Handlung thematisiert wurden. Augenfällig wird hier
schon die erzählerische Ironie Robskis, die eine Reihe anderer Schwächen (vorgeworfene
Banalität vieler Stellen) erträglich macht. Ursprünglich war nach dieser Einführung
in die Welt und den Anfang des Romans eine Lesephase am Online-Text geplant,
bei der auch online
digitale Hilfsmittel wie Online-Wörterbücher
und Abkürzungswörterbücher Verwendung finden sollten. Anschließend war Gelegenheit,
arbeitsteilig die Biographie Oksana Robskis und das Phänomen "Rubljowka" durch
Internetrecherche und Präsentation zur Vorbereitung
auf die Lektüre zu bearbeiten. Möglich ist auch an dieser Stelle, Ausschnitte
aus dem
Dokumentarfilm von Irene Langemann "Rubljowka. Straße zur
Glückseligkeit" (ausgestrahlt im Deutschen Fernsehen) zu zeigen. Die anschließende
Lektüre stützte sich auf den bearbeiteten Romantext, dem ich nach größeren Abschnitten
Inhaltsfragen zugefügt hatte. Mit dem Lektüreauftrag bekamen Schüler auch die
Führung eines
Lektüretagebuchs verordnet. Wortangaben
zu den Texten habe ich nicht erstellt, was sich einerseits aus der aktuellen
Zusammensetzung meines Kurses (keine Schüler ohne irgendeinen russischen Migrationshintergrund)
sowie aus dem ohnehin großen Umfang des Textes erklärt. Vier Muttersprachler
mit spätem Migrationszeitpunkt durften/konnten/sollten den von mir unbearbeiteten
Roman in der Taschenbuchausgabe lesen, weshalb sie in manchen Bereichen natürlich
mehr beisteuern konnten als die Gruppe mit der adaptierten Fassung. An die Lektürephase
schloss sich ein
Lernzirkel mit einer Reihe von Kreativaufgaben an,
die die Schüler in den Kosmos der Handlung und der Personen hineinversetzen
sollte. Die verschiedenen Aufgaben waren in unterschiedlicher Gruppengröße und
Zusammensetzung zu bewältigen, ein zeitlicher Rahmen war vorgegeben, ansonsten
war die Organisationsform frei zu wählen. Schüler, die stundenweise fehlten
oder in der Stunde nicht produktiv genug arbeiteten, hatten zur Einhaltung der
Termine mehr in häuslicher Arbeit zu bewältigen, die ohnehin für verschiedene
Layout-, Vor- oder Nacharbeiten eingeplant war. Die Aufgaben waren in Pflicht-
und Wahlaufgaben eingeteilt, was in einer Übersicht dokumentiert war. Am Ende
dieser Arbeitsphase stand das Präsentieren der fertigen
Ergebnisse. In den Arbeitsstunden
bereits vorzeitig fertiggestellte Entwürfe oder Arbeiten durften im Plenum vorgestellt
werden, was Raum für das Einarbeiten von Korrekturen möglich machte. In der
letzten Stunde des Lernzirkels wurden die fertig gestellten Wahlaufgaben
(Poster) vorgestellt und besprochen.
Auf alle eingesammelten Arbeiten wurden Punkte gegeben, die im Halbjahr etwa
so viel wie eine Klausur zählten.
Der ganzen Einheit schloss sich eine an das Abitur angelehnte
Klausur mit
Text,
Aufgaben zum Text,
Aufgaben über den Text und eine
Übersetzung an. Die Textstelle stammt aus einem den Schülern unbekannten
Abschnitt aus dem 15. Kapitel, die das Mutter-Tochter-Verhältnis beleuchtet.
Die erzielten Ergebnisse waren keinesfalls schlechter als bei "regulärer" Bearbeitung
des Romans.