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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/technik/rs/simulation/software/kriterien.html, Stand 13. Feb. 2012

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Bewertungskriterien für Simulationsprogramme

Wie jedes Medium, das im Unterricht Verwendung finden soll, sind auch die Neuen Medien auf ihre Verwendbarkeit im Unterricht und ihr Nutzen für den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler kritisch zu prüfen. Dabei können nachfolgende Kriterien als prinzipielle Orientierungshilfen verstanden werden, die aber im konkreten unterrichtlichen Kontext ausdifferenziert werden müssen.
Grundsätzlich sollte bei der Auswahl der Software darauf geachtet werden, dass die Darstellung der Inhalte sich auf das Wesentliche konzentriert und keine optischen oder akustischen „Ballaststoffe“, die vermeintlich der Motivation der Schülerinnen und Schüler dienen sollen, enthält. Derartige "Ballaststoffe" fördern meiner Meinung nach die Orientierungslosigkeit der Schülerinnen und Schüler und bewirken ein zielloses Navigieren auf der Suche nach weiteren multimedialen Spielereien. Zielorientiertes Lernen bzw. ein Lernerfolg an sich, ist dabei ausgeschlossen.
Bei Software, die für den Unterricht geeignet ist, kann der Schwierigkeitsgrad und die fachliche Tiefe der digital angebotenen Lehr- und Lernaufgaben vom Lehrer flexibel ausgewählt werden und eine Integration der Inhalte in die jeweilige Unterrichtseinheit ist auf diese Weise prinzipiell möglich.
Damit den Schülerinnen und Schülern die Arbeit mit der Software erleichtert wird, muss eine sachbezogene Hilfe, die in einer schülergerechten Sprache formuliert ist, im Programm jederzeit verfügbar sein. Dadurch können die Schülerinnen und Schüler Fragen, die sich auf den Umgang mit dem Programm beziehen, selbstständig klären. Derartige Bedienungshilfen sind Grundvoraussetzung, um einen reibungslosen Einsatz eines Computerprogramms im Unterricht zu gewährleisten. Ebenso wird der Ablauf und die Steuerung des Programms durch eine logisch und eindeutig strukturierte Benutzeroberfläche deutlich. Speziell bei verzweigten Programmstrukturen wie beispielsweise bei Hypertextsystemen ist eine übersichtliche Navigation und die gegliederte Anordnung der Themenbausteine entscheidend, damit die Schülerinnen und Schüler den Überblick nicht verlieren und das Lernziel erreichen können.
Beim Einsatz aller Medien sollte prinzipiell die Frage leitend sein, ob das Medium den Lerngegenstand veranschaulicht und damit die Schülerinnen und Schüler beim Lernprozess unterstützt. Meiner Meinung nach kommen Medien nur dann zum unterrichtlichen Einsatz, wenn sie vermittelnde Funktion zwischen Lerner und Lerngegenstand haben. Der Vorteil bei den digitalen Neuen Medien liegt eindeutig im Bereich der Simulation und der Modelldarstellung. Sehr komplexe Naturphänomene können anschaulich dargestellt werden, wobei auch hier den Schülerinnen und Schülern bewusst sein sollte, dass Modelle uns prinzipiell durch ihre Reduktion auf das Wesentliche lediglich als Denkhilfen zur Erkenntnisgewinnung dienen.
Simulationsprogramme bieten die Möglichkeit, einen in der Natur nicht beobachtbaren, gefährlichen oder komplexen Sachverhalt modellhaft darzustellen. Als Modell wird in der Regel ein auf wesentliche Erkennungsmerkmale reduziertes Abbild eines Gegenstandes oder auch eines Sachverhaltes verstanden. Dabei spiegelt ein Modell die Realität nur so gut wieder, wie die Erkennungsmerkmale aus der Realität auf das Modell übertragen wurden. Beim unterrichtlichen Einsatz eines Modells sollte den Schülerinnen und Schülern dies bewusst sein, um die Grenzen der Aussagekraft der Simulation einschätzen zu können.
Computer werden in den Naturwissenschaften schon seit langer Zeit zur Modellbildung und zur Simulation komplexer Systeme eingesetzt. Da die Schülerinnen und Schüler im naturwissenschaftlichen Unterricht zum Verständnis der Sachverhalte auf Modelle angewiesen sind, kann im Bereich der Modellbildung der Einsatz von Computerprogrammen nützlich sein.
Wie bei jedem Medium gibt es auch bei Modellsimulationen am Computer Nachteile. So ist z. B. die dreidimensionale Darstellung auf dem zweidimensionalen Bildschirm schlecht darstellbar. Durch die bildliche Darstellung auf einer Ebene fehlt den Schülerinnen und Schülern die entscheidende Möglichkeit des „Begreifens“, wie sie vergleichsweise Steckmodelle bieten. Ein vollständiger Verzicht auf die herkömmlichen Modelle erscheint daher nicht sinnvoll. Computerdarstellungen können lediglich vorhandene Modellvorstellungen erweitern und vertiefen. Im Unterricht ist der Computereinsatz nur sinnvoll, wenn komplexe und oft nicht direkt beobachtbare Phänomene veranschaulicht werden können.
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Letzte Änderung: 10.06.2005