Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/fortbildungen/lehrgaenge/ev/, Stand 12. Feb. 2012
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Maßstäbe und Anfragen aus protestantischer Sicht
Europatagung (in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Verband Evangelischer
Erzieher/innen) für Lehrer/innen aus Frankreich, Niederlande, Schweiz,
Österreich und Baden-Württemberg
Diese Fortbildung findet alle 2 Jahre statt.
Die nächste Fortbildung wird 2009 in Bad Wildbad sein.
Sie finden die Ausschreibung zur Fortbildung ab Herbst 2008 in unserer Datenbank
unter:
Pressemeldung vom 14.4.2007
30 Jahre internationale Seminare in Donaueschingen
Vier entscheidende Einsichten zur Schulentwicklung haben die Teilnehmer eines Seminars „Guter Unterricht – gute Lehrer – gute Schule“ in Donaueschingen (10.-13.April 2007) festgehalten:
Seit fast dreißig Jahren finden im Zweijahresrhythmus in der Landesakademie in Donaueschingen internationale Begegnungsseminare für protestantische Lehrerinnen und Lehrer aus den Niederlanden, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Baden-Württemberg statt. Die International Association for Christian Education, der Dachverband der protestantischen Lehrer- und Schulverbände in Europa richtet diese Tagung in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsverbänden in Baden-Württemberg und den beiden Religionspädagogischen Instituten in Karlsruhe und Stuttgart aus.
Den Gewinn kompetenzorientierter Bildungspläne in Baden-Württemberg für alle Fächer stellte Dozent Gerhard Ziener vom Pädagogisch-Theologischen Zentrum in Stuttgart heraus. Die Zunahme von Sachwissen, Handlungswissen und die Veränderung von Einstellungen und Verhalten sei das unbestreitbare Ziel. Problematisch sei aber vor allem die Menge des Wissens und die Gefahr einer Reduktion auf kognitives Wissen. „Mein pädagogisches Ziel ist die Pflege und die Entwicklung einer breiten persönlichen Identität von Schülerinnen und Schülern; und dazu gehört eine einfühlende Sorge um die ganze Person“, betonte Siebren Miedema, Professor für Pädagogik an der Freien Universität Amsterdam im Blick auf die heftige Diskussion um das „Neue Lernen“ in den Niederlanden. Das französische Schulwesen steht gerade erst am Anfang eines Entwicklungsprozesses. Dies stellte Professor Dr. Bernard Kaempf von der Universität Strasbourg am Diskussionsprozess um Bildung im gegenwärtigen Präsidentschaftswahlkampf sehr markant heraus.
„Überschaubar, anspruchsvoll, evangelisch, praxisnah, innovativ“! Das sind die Stichworte des Leitbildes von „Unterstrass“ in Zürich. Der Leiter, Prof. Dr. Jürg Schoch, stellte diese aus einem evangelischen Lehrerseminar des 19. Jahrhunderts hervorgegangene Einrichtung vor, die heute eine Vorschule, eine Primarschule, ein Gymnasium und ein Institut zur Lehrerbildung, das der Pädagogischen Hochschule Zürich angeschlossen ist, umfasst. Die Seminarteilnehmerinnen hatten die Möglichkeit bei einer Exkursion die Einrichtung kennen zu lernen. Auf dem Hintergrund des sehr weit entwickelten und beeindruckenden Qualitätskonzepts des Kantons Zürich (z.B. Handbuch Q2E) stellte Schoch das Personalentwicklungskonzept seiner Einrichtung vor. Es orientiert sich an sieben Kompetenzen und Persönlichkeitsaspekten der Lehrpersonen: Fachkompetenz, methodisch-didaktische Kompetenz, diagnostische Kompetenz, Sozialkompetenz, Selbstkompetenz, institutionelle Kompetenz und Auftritts- und Handlungskompetenz, die jeweils nach drei Aspekten entfaltet werden.
Fünf protestantische Bildungsideale stellte Professor Dorothee Schlenke, Lehrstuhlinhaberin für Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg i. Br. heraus: die Unterscheidung von Person und Werk, der Zusammenhang von Würde und Spiritualität, die unvertretbare Individualität im Zusammenhang mit Gemeinschaft, die endliche Freiheit und Selbstbegrenzung und die Verantwortung in der Welt. Entscheidend sei daher die Bildung als Personbildung, eine Qualitätssicherung durch eine Fehlerkultur und ein angemessener Umgang mit unvermeidlichem Scheitern. Die Güte der Lehrperson ist entscheidend.
Angesichts der Diskussion in Europa um die Rolle der Religion im Bildungs- und Erziehungsprozess sei es wichtig, die unterschiedlichen Lösungsmodelle in den europäischen Ländern differenziert wahrzunehmen, um von ihren jeweiligen Stärken und Schwächen zu lernen. Das war die Erkenntnis, die der Leiter des Seminars, Eckhart Marggraf, Sekretär der International Association und früherer Direktor des Religionspädagogischen Instituts in Karlsruhe, aus einem Podiumsgespräch zog. Ministerialrätin Dr. Barbara Lichtenthäler (Kultusministerium Baden-Württemberg) stellte am Beispiel der Einführung eines Islamischen Religionsunterrichts die hohe Tragfähigkeit des konfessionellen Religionsunterrichts in einer religiös pluralen Gesellschaft heraus. Kirchenrat Manfred Kuhn (Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe) erläuterte den Modellversuch eines konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts in Baden-Württemberg. Daran könne man erkennen, wie anpassungsfähig das Konzept an den gesellschaftlichen Wandel sei.
14.04.07/Ma
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International Association
for Christian Education
Secretary: Eckhart Marggraf
Im Speitel 114
D 76229 KARLSRUHE
Phone +49(0)721- 46 89 89
Mobilephone: +49 (0) 174-971 22 38
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