Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/gestaltung/forum_m_g/05_projekte_exkursionen/05_1_projektunterricht/, Stand 26. May. 2012
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Projektstrukturen und Projekte
Gestaltungsprozesse bedürfen einer angemessenen Planung. Prozesse dieser Art sind ihrem Wesen nach Projekte. Wenn der Begriff „Projekt“ in der Betriebswirklichkeit auch weitgehend normiert (DIN 69 901) und strukturiert ist, wird es doch nötig, Projekte im Unterricht auf die schulischen Bedingungen und die Befindlichkeiten der Schülerinnen und Schüler abzustimmen.
• Zu den Begriffen
• Projektmanagement
• Links zu Projektmanagement
Sucht man im Internet unter dem Stichwort „Projektunterricht“, dann findet man seitenweise Homepages von Schulen, Hochschulen, Buchbesprechungen und so weiter. Hier nur ein paar Beispiele:
Gabriele Harecker: Deweys Bedeutung für die pädagogische Diskussion um den Projektunterricht
Thomas Seilnacht: Projektunterricht- Möglichkeiten eines nachhaltigen Unterrichts
freyakademie.ch
Uni Potsdam: Projektunterricht
10 Merkmalen der Projektarbeit nach H. Gudjons
1. Situationsbezug und Lebensweltorientierung: Gegenstand der Projektarbeit sind Aufgaben oder Probleme, die sich aus dem "Leben" ergeben, d.h. ihr Bezugsrahmen ist nicht die Systematik der Wissenschaft.
2. Orientierung an den Interessen der Beteiligten: Thema der Projektarbeit sind Lerngegenstände, die für die Lernenden interessant sind, weil sie Bedeutung für ihre aktuelle Lebenssituation haben.
3. Selbstorganisation und Selbstverantwortung: Eine offene Planung, welche auf die Eigenverantwortung und die Organisation durch die Lernenden baut, ist eines der zentralen Merkmale der Projektarbeit.
4. Gesellschaftliche Praxisrelevanz: Im Idealfall greift die Projektarbeit in die lokale oder regionale Entwicklung ein und verändert damit ein Stück der gesellschaftlichen Wirklichkeit, d.h. Schulen werden durch die Projektarbeit zu "Werkstätten", in denen etwas produziert wird, das einen konkreten Gebrauchswert hat.
5. Zielgerichtete Projektplanung: Projektarbeit hat Ziele, ist also zielgerichtetes Tun, d.h. das im Zentrum stehende Endprodukt steuert die Planung der einzelnen Arbeitsschritte.
6. Produktorientierung: Nicht die "Lernbestandsveränderung", sondern ein Produkt (ein Gegenstand, eine sich im Handeln niederschlagende Einstellungsänderung) ist Gegenstand der Projektarbeit.
7. Einbeziehung vieler Sinne: In einem Projekt sollen geistige und körperliche Arbeit "wiedervereinigt" werden. Theorie und Praxis werden im Idealfall ganzheitlich erlebt.
8. Soziales Lernen: Die Lernenden lernen nicht von der Lehrkraft, sondern in erster Linie voneinander und miteinander. Die Projektarbeit will demokratische Verkehrsformen anstelle von traditionellen Unterrichtsritualen fördern.
9. Interdisziplinarität: Projektunterricht überschreitet Fächergrenzen, komplexe Lebenszusammenhänge stehen im Vordergrund.
10. Grenzen: Dem Projektunterricht und damit der Projektarbeit sind Grenzen gesetzt, da gewisse in der Schule behandelte Lerngegenstände nur schwer oder auf wenig effiziente Weise in die vorgestellte Lernform umgesetzt werden können.