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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/gestaltung/forum_m_g/08_produktgestaltung/, Stand 25. Jul. 2016

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Produktgestaltung

Design – Produktdesign – Produktgestaltung

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Abb_klein_Entwurfsprozess

Design – Produktdesign – Produktgestaltung

- Definition

Die klassische Definition von Design lautet: zeichnerischer Entwurf, der für die Ausführung verbindlich ist. Einhergehend mit diesem zeichnerischen Entwurf versteht man unter Design heute vielmehr den Arbeitsprozess, also den planenden zielgerichteten Vorgang, welcher den Gestaltungsprozess mit beinhaltet. Die Aufgabe des Designers ist es virtuelle, zwei- und drei dimensionale Produkte zu planen, ihnen Form und Gestalt zu geben und deren Produktion zu planen. Demzufolge ist jeder industriell hergestellte Gegenstand das Ergebnis von Design. Somit gibt es kein Nicht-Design, sondern nur gut und weniger gut gestaltete Produkte. Bei der Gestaltung ist es Aufgabe des Designers zwischen den Bedürfnissen und Wünschen des Herstellers und den späteren Benutzern zu vermitteln.

- Kennzeichen

Kennzeichen des Produktdesigns sind der Bezug zur Produktion und zum Markt und damit zu Zielgruppen. Der Produktionsbezug zeigt sich an der angestrebten industriellen rationellen Massenproduktion. Durch computergesteuerte Produktionsmittel ergibt sich heute allerdings ein Wandel, welcher durch Varianten, Alternativen und der Just-in-time-Produktion sowie dem rapid manufacturing zur Produktindividualisierung führt. Bleibt noch die für das Produktdesign typische Arbeitsteilung zwischen formalem Entwurf, der Herstellung des Produkts und oft auch des Vertriebs.

Der formale Entwurf und die Planung des Produkts im Designbüro erfolgt idealerweise in enger Kooperation mit dem Auftraggeber, seinen Ingenieuren, der Produktion, dem Marketing und dem Vertrieb.

Die Produktion ist auch in der heutigen Zeit der computergesteuerten Produktion sehr stark an die mit der Serienproduktion einhergehenden Standardisierung, Normierung, Typisierung, Mechanisierung und dem Sortimentgedanken gebunden. Gutes Produktdesign muss in hohem Maße ökonomische und ökologische Aspekte, sowohl für die Zeit der Nutzung, als auch für die Zeit danach, berücksichtigen.

Produktdesign muss marktbezogen sein und somit den Vertrieb berücksichtigen. Im Gegen satz zum Handwerker arbeitet der Designer für eine anonyme Käuferschaft. Dies erfordert neben Einfühlungsvermögen ein enormes Wissen über die angestrebten Ziel gruppen. Deren Definition erfolgt in der Regel über soziodemografische Merkmale und psychografischen Merkmale.

Design bedeutet auch ordnen und deuten. Ziel ist das Wesen des Produktes aufzuzeigen. Bei mechanischen Geräten ist es relativ einfach den Bezug von Mechanik, Funktion, Form und Gestalt herzustellen, bei elektronischen Geräten ist dies nur schwer möglich. Die fort schreitende Miniaturisierung sowohl mechanischer als auch elektronischer Geräte macht es immer schwerer den Bezug von Funktion, Form und Gestalt zu klären. Ordnen bedeutet im Produktdesign den Produkten z. B. durch die Anordnung der Bedienelemente und deren Ausprägung, dem gesamten Produkt eine Struktur zu geben, welche sich an der Funktion orientiert. Mittel zur Strukturierung sind im Wesentlichen die formalästhetischen Faktoren Form, Farbe, Oberfläche und Werkstoff und die sich daraus ergebenden semantischen Bezüge.

Da uns Produkte sowohl rational als auch emotional ansprechen oder abstoßen, müssen diese Gefühle bei der Gestaltung unbedingt berücksichtigt werden.

Die Ratio bezieht sich häufig stark auf die Funktionen des Produktes. Das Motto „form follows function“ ist einer der Leitgedanken des Produktdesigns. Die Formgebung unterliegt ergonomischen Gesichtspunkten und die Anordnung der Bedienelemente und die Produkt grafik dienen der Bedienung und dem Verständnis, also der visuellen Kommunikation.

Diese rationale Ebene erklärt aber noch lange nicht, warum uns das, nach oben genannten Prinzipien gestaltete Produkt, gefällt oder nicht gefällt. Um dies zu erklären, müssen wir uns der Sache auf der emotionalen Ebene annähern. Je mehr wir den Benutzer in den Mittel punkt stellen, umso wichtiger werden gerade diese emotionalen Bindungen. Im Gestaltungs durch Definitionen von Zielgruppen ein Bild der zukünftigen und angestrebten Käuferschicht zu erhalten. Hierzu dienen soziodemografische und psychografische Kriterien. Bei Zielgruppendefinitionen nach soziodemografischen Mustern wird unter anderem nach biologischen, finanziellen, soziologischen, kulturellen, geografischen und politischen Faktoren unterschieden. Bei den psychografischen Mustern sind es Standpunkte wie die Lebenssituation, Lebenseinstellung, Lebensumfeld und Freizeitverhalten. Gerade diese psychografischen Muster sind sehr wichtig und werden zu gerne übersehen, da diese schwer handhabbar sind.

Produktdesign berücksichtigt daher Elemente der visuellen Kommunikation, soziale Komponenten und legt Wert auf die Identifikation der Benutzer mit dem Produkt. In diesem Zusammenhang hat in den letzten Jahren der Faktor Spaß und Freude in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewonnen. Gutes Design darf sich dem nicht verschließen, berücksichtigt aber weiterhin die funktionalen und sozialen Kriterien in hohem Maße.

- Wettbewerbsvorteil

Firmen versuchen durch gutes Produktdesign einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu erhalten. Dies wird nicht nur im gehobenen Segment mit Mitteln der Corporate Identity (CI) und dem Image der Marken verstärkt.

- Berufsbezeichnung

In Deutschland wird in den letzten Jahren der Begriff „Design“ bzw. „Designer“ inflationär verwendet und gerät daher teilweise in Verruf. Im Gegensatz zu den Architekten ist die Bezeichnung Designer nicht geschützt. Der daraus resultierende Wildwuchs führt zu Bezeichnungen wie „Hairdesigner“ für Frisöre oder „Lackdesigner“ für Autolackierer.

- Abgrenzung

Viele der oben genannten Argumente, Denk- und Arbeitsweisen gelten auch für (Kunst-) Handwerker. Bleibt zum Schluss also noch die Abgrenzung zum (Kunst-)Handwerker, welcher in der Regel nicht in (Groß-)Serien produziert. Bei kleinen Handwerksbetrieben wie Töpfereien oder Goldschmiedewerkstätten findet teilweise auch die oben beschriebene Arbeitsteilung Entwerfen – Produzieren nicht statt. Oft sind dem (Kunst-) Handwerker seine Kunden direkt bekannt, so dass er zielgerichtet für diese entwirft und produziert und nicht wie der Designer für eine anonyme Käuferschaft.

Thomas Stauss 2008-11-27

Produktdesign - Übersicht

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Letzte Änderung: 17.12.2009