Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/gestaltung/forum_m_g/08_produktgestaltung/08_7_denkanstoesse/08_71/, Stand 26. May. 2012
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Grenze und Herausforderung der Gestaltung ist die Natur.
Design ist die definierende, planende und darstellende Realisierung einer Tätigkeit oder eines Objektes. Grenzen und Herausforderungen des Designs sind soziale, wirtschaftliche und technische Bedingungen.
Ein Ziel des Designs ist, durch Zusammenstellen und Ordnen sinnlich wirksamer
Elemente Informationen möglichst reibungslos an einen Adressaten zu übermitteln.
I. Design und Kunst sind im Kern verschieden.
II. Kunst ist ihrem Wesen entsprechend nicht zweckgebunden im Unterschied zum Design, das sich selbst in der Negation des Zweckes an ihm orientiert.
IlI. Kunst zielt von vornherein auf das Geistige, Design lässt es erst als Folge (als Ergebnis) zu.
IV. Kunst ist nie nützlich im Sinne von Gebrauch, allein rezipierbar im Hinblick auf Erkenntnis aus Gebrauch.
V. "Fontaine": Marcel Duchamp nimmt den trivialen Gegenstand aus seinem zweckgebundenen Zusammenhang heraus, transportiert ihn in einen neuen, verweist damit u. a. auf seine skulpturale Qualität, verändert so den Blick auf jedes gebräuchliche Pissoir und macht es dem Designer möglich (durch so veränderten Blickwinkel), zu neuen Lösungen zu kommen.
VI. Zwei Wege des Designs: a) Der inzwischen klassisch gewordene Begriff "form follows function" - Sehnsucht nach dem Objektiven - b) die Addition von Formzitaten, die, aus ihrem Zeit- und Sinnzusammenhang herausgerissen, beliebig kombiniert zu reiner Dekoration werden. Die Enzyklopädie der Materialien. Hybris des Designs: Die Postmoderne.
VII. Die inflationäre Übertragung des Begriffs "Design" auf alles und in jeder Größenordnung - nicht der Inhalt ist genannt, sondern die Verpackung.
VIII. Kunst kann nicht designed werden, allenfalls ihre Mittel, oder die Umstände innerhalb derer sie präsentiert wird, und das hat mit ihrem Wesen nichts zu tun.
IX. Design braucht Vergegenständlichung, Kunst ist Vergeistigung.
X. Design ist immer Folge, Kunst immer Ursprung.
XI. Design fragt zeitlich nach rückwärts, Kunst noch vorn.
XII. Eine der interessantesten Fragen im Design-Bereich: Wenn Elemente unserer Alltagswelt bis zur Unvorstellbarkeit klein werden, wie können wir sie uns begreiflich machen? Eine Herausforderung ans Design und die vielleicht mögliche Berührung mit den Fragestellungen der Kunst: Das Unsichtbare erfahrbar machen.
XIII. Designer würden die Erdbeere mit Zitronengeschmack ausstatten. Künstler würden eine neue Frucht erfinden.
Bernd Voßmerbäumer