Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/medien/medgew/handy/bedeutung/, Stand 26. May. 2012
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a) Kommunikationsmittel

Quelle: Drachen, Christian Heindel, http://www.flickr.com/photos/cheindel/44380405/in/photostream/
(CC) BY SA (Stand 26.9.2008)
Die permanente Möglichkeit zur Kommunikation vermittelt Sicherheit, sei
es, dass man in kritischen Situationen Hilfe herbeirufen kann,
oder sei es, dass der Anrufer Kontrolle über den Angerufenen
ausüben möchte (z. B. bei Eltern und Kindern).
Das Sicherheitsargument ist das wichtigste Kriterium für Eltern, ihrem
Kind möglichst frühzeitig ein Handy zukommen zu lassen – deshalb
ist das Handy bei Eltern auch das am meisten favorisierte Gerät
unter den neuen Medien und entsprechend wenig kritisch hinterfragt.
Bei einer privaten Umfrage unter Schülern einer 8. Gymnasialklasse war
der Aspekt, dass man „mal schnell bei Mama anrufen kann“, ein Hauptvorteil
des Handys.
Ständige
Erreichbarkeit
Ständige Erreichbarkeit betont die Wichtigkeit der eigenen Person: je mehr Personen mich anrufen, desto höher stehe ich auf der sozialen Leiter. Da diese Anrufe vorwiegend in der Öffentlichkeit geschehen, kriegt das auch jeder mit. Gespräche, die früher oft im Privaten stattfanden, werden jetzt öffentlich – ein Vorgang, mit dem Jugendliche offensichtlich weniger Probleme haben als Erwachsene. Ständige Erreichbarkeit bedeutet auch, dass man nichts verpasst – man ist immer informiert, auf dem neuesten Stand – evtl. früher als andere und erwirbt damit erneut einen Statusgewinn.
Ausweitung des Freundeskreises
Durch
die Einfachheit der Nummernspeicherung im Telefonbuch bauen sich große
Kontaktkreise auf. Auch flüchtige Bekannte kann man mal
eben mit einer SMS grüßen und somit den Kontakt halten. Man verliert
sich nicht so schnell aus den Augen, die Wiederaufnahme eines länger stillgelegten
Kontakts ist einfacher und unkomplizierter.
Da die Telefonkosten nicht von der räumlichen Entfernung abhängig
sind (wie lange Zeit beim Festnetz), können Freundschaften auch über
größere Entfernungen gehalten werden.
Auch hier gibt es also durchaus auch gesellschaftlich relevante Änderungen
=> Ausweitung der Mobilität von Jugendlichen (v.a. im Zeitalter der
Billigfluglinien – Freund in Berlin, düs mal eben hin).
b) Mittel zur Selbstdarstellung
Individuelle
Ausstattung als Zeichen für Identitätsfindung in der Pubertät
durch besondere Klingeltöne und Logos oder auch auffallendes Handy-Design.
Jugendliche, die auf der Suche nach dem eigenen Ich sind, versuchen u.a. mittels
ihrer Handy-Ausstattung, diese Identität zu gestalten. Bildchen zeigen,
welche Vorlieben sie haben, der individuelle Klingelton lässt das Handy
unter allen anderen zu ihrem speziellen Handy werden.
Sie erhoffen sich letzten Endes auch soziale Anerkennung über den Besitz
des „richtigen“ Geräts – ähnlich, wie das Erwachsene
mit ihren Autos tun.
Quelle: Iphone, nialkennedy, http://www.flickr.com/photos/niallkennedy/351981971/
(CC) BY NC (Stand 26.9.2008)
Kreative
Möglichkeiten durch Fotografie und Videoerstellung:
Durch das Fotografieren bzw. Filmen können sich Jugendliche mit ihren
Hobbys und Vorlieben präsentieren. Ein weiteres Stück Individualität/Identität
wird aufgebaut.
c) Mittel zur Unterhaltung
Spiele und Musik verkürzen Wartezeiten und vertreiben Langeweile.

Das Handy als Musik-Abspielgerät und die Spielemöglichkeiten werden relativ häufig genutzt, v.a. in langweiligen Situationen. Das kann auch mal ein langweiliger Unterricht sein.
Auch hier zeigt sich eine gesellschaftliche Veränderungen: Langeweile
wird nicht mehr ertragen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes „überspielt“
– dabei hätte Langeweile als Zeit für Selbsreflexion durchaus
ihren Sinn.
Die Materialien für die Fortbildungen "Medienwelten unserer Schüler/innen" wurden von der
Projektgruppe erstellt, die für diese Inhalte verantwortlich zeichnet.