Die sechs Bereiche medienpädagogischer Kompetenz
Quelle:
Schulministerium NRW
(März 2002)
Medienbildung ist eine Schlüsselqualifikation in der modernen
Informationsgesellschaft.
Schülerinnen und Schüler mit Medien und Informationstechnologien vertraut zu
machen, sie zur sinnvollen Nutzung von Medien und zum verantwortlichen Umgang
mit ihnen anzuleiten, gehört daher zum zentralen Aufgabenspektrum der Schule.
Lehrerinnen und Lehrer brauchen "medienpädagogische Kompetenz" um dieser
Aufgabe gerecht zu werden. Ihnen die notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten und
Einstellungen zu vermitteln, ist Ziel der Lehrerausbildung und -fortbildung.
Diese "medienpädagogische Kompetenzen" bedeuten:
1. selbst medienkompetent handeln
- Medien und Informationstechnologien angemessen
handhaben
- Medien und Informationstechnologien für
unterschiedliche Funktionen nutzen
- Medien und Informationstechnologien selbst gestalten
- Mediengestaltungen und funktionale Prinzipien der
Informationsverarbeitung verstehen
- Medieneinflüsse sowie Bedingungen von Medienproduktion
und -verbreitung durchschauen und kritisch einordnen
- Einflussmöglichkeiten wahrnehmen und an der Entwicklung
von Medienkultur mitwirken
2. den Stellenwert von Medien und
Informationstechnologien für Kinder und Jugendliche in sensibler Weise erfassen
und als Voraussetzung des Lernens mit und über Medien und
Informationstechnologien berücksichtigen
- die Bedeutung von Medien und Informationstechnologien
für Kinder und Jugendliche bzw. für ihre Identitätsentwicklung erfassen,
insbesondere die Einflüsse auf Gefühle, Vorstellungen, Verhaltensweisen und
Wertorientierungen berücksichtigen
- Geschlechterverhältnisse und Geschlechterdifferenzen
sowie soziale Differenzen beim Zugang zu und beim Umgang mit Medien und
Informationstechnologien reflektieren
- die Ausgangssituation des Lernens mit und über Medien
und Informationstechnologien analysieren
3. Medien und Informationstechnologien als Hilfsmittel
für Unterrichten und Beurteilen bzw. für neue Lehr- und Lernformen nutzen
- Medien und Software für den fachlichen und
fachübergreifenden Unterricht nach bildungs- und lernrelevanten Kriterien
analysieren und auswählen
- Konzepte für die Verwendung von Medien und Software im
Rahmen weiterentwickelter Lehr- und Lernformen erarbeiten und umsetzen
- Medien und Informationstechnologien zur eigenen
Unterrichtsvorbereitung nutzen
- Schülerinnen und Schüler anregen und unterstützen,
Medien und Informationstechnologien als Gestaltungs-, Präsentations- und
Problemlösehilfen zu verwenden
- die unterschiedlichen Möglichkeiten und Grenzen von
Medien durch Evaluationsverfahren erfassen und die Ergebnisse zur Optimierung
nutzen
4. Erziehungs- und Beratungsaufgaben zu Medienfragen im
Sinne von Medienerziehung und Informations- und Kommunikationstechnologischer
Grundbildung wahrnehmen und entsprechende Unterrichtseinheiten und Projekte
durchführen
- Beispiele zur Medienerziehung und Informations- und
Kommunikationstechnologischen Grundbildung analysieren und bewerten und eigene
Projekte und Unterrichtseinheiten konzipieren
- Lernprozesse im Sinne von Medienerziehung und
Informationstechnischer Grundbildung bei den Schülerinnen und Schülern unter
Berücksichtigung von Geschlechterdifferenzen sowie sozialer Unterschiede
anregen und unterstützen
- die Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf einen
selbstverantwortlichen, reflektierenden und kritischen Umgang mit Medien und
Informationstechnologien beraten
- die Bedeutung von Medien und Informationstechnologien
für inhaltliche und methodische Fragen des Faches und fachübergreifender
Zusammenhänge einschätzen
- Innovationsfähigkeit hinsichtlich der
Weiterentwicklungen der Informationstechnologien erwerben
5. Medien und Informationstechnologien für Verwaltungs-
und Organisationsaufgaben des Lehrberufs nutzen
- Medien und Informationstechnologien mit Bezug auf
berufliche Erfordernisse beherrschen und ihre Funktionsweisen durchschauen
- Medien und Informationstechnologien für Funktionen im
Bereich von Verwaltung und Organisation zeitökonomisch und sachgerecht
verwenden
6. personelle, ausstattungsbezogene, organisatorische
und weitere institutionelle Bedingungen für medienpädagogische Aufgaben in der
Schule erfassen, gestalten und an der Erarbeitung eines medienpädagogischen
Konzepts im Sinne von Schulentwicklung mitwirken
- die Bedeutung der Medien für die Rolle der Lehrperson
und ihre beruflichen Funktionen bzw. für Fragen der Professionalität des
Lehrberufs einschätzen
- schulische Bedingungen von Medienverwendung,
Medienerziehung und informations- und kommunikationstechnologischer
Grundbildung analysieren, Verbesserungsvorschläge entwickeln und umsetzen
- schulische Konzepte zur Medienpädagogik und
Informations- und Kommunikationstechnologischen Grundbildung entwerfen,
kollegial abstimmen und an der Umsetzung mitwirken
Fortbildungen
Von Bildungsstandards zu
kompetenzorientiertem Unterricht
Konzepte und Materialien