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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/praes/projekt/bausteine/bau/visualisierung.html, Stand 26. May. 2012

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Visualisierung

Der Mensch ist ein Augenmensch! 


 
Im optischen Wahrnehmungssystem des Menschen ist die Motivation für Visualisierung begründet. Der Mensch kann über das Auge sehr viele optische Informationen auf einmal wahrnehmen und diese auch schnell mit dem Gehirn verarbeiten. Die beiden Gehirnhälften arbeiten dabei unterschiedlich.
Während die linke Gehirnhälfte für die analytische Verarbeitung lokaler, präziser Daten verantwortlich ist, kann die rechte Gehirnhälfte eine ganzheitliche Verarbeitung auf globale Daten ausführen.

 
verbal 
Sprache
lesen, schreiben

mathematisch
detailliert
kontrolliert
analysiert
ordnend
logisch
vermeidet Risiko 
verarbeitet Information linear

  nonverbal
Phantasie
erinnert Formen und 
Gesichter
intuitiv
räumlich
emotional
liebt Risiko
musikalisch
erfaßt das Ganze 
bildhaft und verarbeitet 
Information zirkulär

 
 

 

 

 

 

 



Man unterscheidet beim Menschen zwei Arten des Sehens: 
Unmittelbares Sehen Aufmerksames Sehen
spezielle Mechanismen zum Erkennen von Farbe, Form, Orientierung, räumlicher Häufigkeit, Bewegung, Flackern, usw. Serie von Schritten fokussierter Aufmerksamkeit
  Verarbeitung von Text 



 

 

 

 

 

 

Durch Visualisierung kann erreicht werden, dass die beiden Arten des Sehens gleichzeitig eingesetzt werden.

Definition
Visualisieren bezeichnet die Tätigkeit, einen bislang im Zeichensystem der Wortsprache ausgedrückten Inhalt entweder durch bildsprachliche Zeichen zu ergänzen, oder aber ihn ganz in die Bildsprache zu übersetzen.

Wobei zu berücksichtigen ist, je abstrakter ein Inhalt ist, desto geeigneter ist die Wortsprache, und je konkreter ein Sachverhalt ist, desto geeigneter ist die Bildsprache, um ihn eindeutig darzustellen. Das heißt aber nicht, dass man einen abstrakten Inhalt nicht durch bildsprachliche Elemente verständlicher darstellen kann, was aber von dem Vorwissen des Adressaten abhängig ist.  [Stary]

Mit Hilfe von graphischen Darstellungen können viele komplexe Prozesse und Phänomene besser veranschaulicht und schneller verstanden werden.

Visualisierungsmöglichkeiten:

Graphische Darstellung, Bilder, Cartoons, Karikaturen, Tabellen, Grafiken, Farbe, Schrift, Proportionen, ...

 


Funktionen des Visualisierens



Motivations-
funktion
 
Handlungs-
steuerungsfunktion
 
Gedächtnis-
stützende
Funktion
(Reproduktions- hilfe)
 
 

Gestalt- /
Strukturierungs-
funktion
Auge
Erklärungs-
funktion
(Erkenntnis- /
Verstehenshilfe)
 
 

Heuristische
Funktion /
Problemlösungs-
funktion
 
Kommunikations-
funktion
 
Ausdruck
persönlicher
Erfahrungen

   

Was wird visualisiert?

  • Strukturen

  • Abläufe

  • Zahlen

  • Kreative Prozesse

  • Textarten

 

 

Visualisierung von Zahlen


Typ Darstellung Ver-
wendung
Bemerkungen
Tabelle Tabelle
Datenzu-
ordnung
  • Ziffernanzahl einer Zahl  (besonders nach dem Dezimalpunkt) sollte so weit wie möglich reduziert werden.
  • Bei 3 Datenreihen mit 5 Datenwerten kann in einer Tabelle der größte Wert schneller identifiziert werden als z.B. bei Säulendiagrammen.
Kurve,
Linien
Kurve
Ent-
wicklungs-
verläufe, Abläufe, Zeitreihen
  • Bei bis zu 7 x-Werten ist das Säulendiagramm besser, sonst das Kurvendiagramm
  • Der Polygonzug sollte stärker sein als die Achsen.
  • Bei Mehrfach - Linien - Diagrammen auf die Übersichtlichkeit achten.

Säule

Säulendiagramm

absoluter Wert, Gegenüber-
stellung,
+/- Werte
  • Alle Säulen sind gleich breit:
  • Möglichst nicht mehr als 10 Säulen verwenden.
  • Beginn der Höhenskala bei Null.
  • Keine dreidimensionale Darstellung, da schlechtere Vergleichbarkeit.
Balken
Balkendiagramm

absoluter Wert, Gegenüber-
stellung, Rangfolge
  • Alle Balken sind gleich breit
  • Geeignet für mehr als 10 Merkmalsausprägungen.
  • Beginn der Höhenskala bei Null.

Kreis

Kreisdiagramm
Anteile eines Ganzen, Prozentan-
teile
  • Nicht mehr als 6 Segmente darstellen.
  • Versicht auf graphische Darstellung und perspektivische Effekte
  • Kreis-Segmente entsprechend der Rangfolge der Prozentwerte im Uhrzeigersinn anordnen

Stapel-
säulen

Stapelsäulen

Anteile eines Ganzen
  • Zeigt, wie sich die Teile der Gesamtmenge über die Zeit verändern.

Pikto- gramme
Piktogramm
Mengen-
bilder
  • Quantitative Sachverhalte werden qualitativ dargestellt
  • Jede Zeile eines Mengenbildes besteht aus  einem oder mehreren Bildern und jedes Bild steht für eine bestimmte Menge.
  • Vorteile: Eindeutige Aussage, schnell überschaubar, leicht verständlich

 

Manipulation von Zahlenbildern
 

  • Ein Bild vermittelt ein Größenverhältnis, was nicht dem Zahlenverhältnis entspricht (Manipulation an der y-Achse).
  • Änderungen an der x-Achse: "Zieharmonika"-Effekt, Streckung durch Einheitenwechsel, selektive Stauchung.
  • Unübliche Maßstäbe bzgl.der x-Achse und der y-Achse.
  • Übertragung von Zahlenwerten in ikonisch verkleidete Strecken- oder Flächenmaße.

 
Gestaltungselemente
 

 

  • Farbgebung
  • Schriftauswahl
  • Typographie
  • Gestalt - "Gesetze"

 
 
Art der darzu-
stellenden
Informationen
Liste Tabelle Kurve Säule Balken Kreis Organi-
gramm
Auf- bau-
dia- gramm
Ablauf-
dia- gramm
Abläufe     o           o
Gegenüber-
stellung
      o o        
Entwicklungs-
verläufe
    o           o
Aufbau, Zusammen-
setzung
            o o  
Organisations-
strukturen
            o o  
Anteile eines Ganzen           o      
Absolute Werte o     o o        
Daten-
zuordnung
  o              
Aufzählung o                

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Letzte Änderung: 20.07.2006