Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/projektkompetenz/bg/generationen/index.htm, Stand 13. Feb. 2012
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Ein fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt
Fächerübergreifende Unterrichtsprojekte bieten sowohl den Unterrichtenden als auch den Schülerinnen und Schülern eine Reihe von Vorteilen:
Das folgende fächerübergreifende Unterrichtsprojekt wurde für die Jahrgangsstufe 1 des beruflichen Gymnasiums, speziell des Wirtschaftsgymnasiums, konzipiert. Es kann aber auch bei geänderter Fächerbeteiligung in den anderen beruflichen oder allgemein bildenden Gymnasien durchgeführt werden.
Eine mögliche Fächerbeteiligung mit den jeweiligen Bildungsplanbezügen veranschaulicht die folgende Abbildung:

Fächerbeteiligung mit Bildungsplanbezügen
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Englisch (oder andere Fremd- sprache) |
Religion / Ethik |
Mathematik |
Wirtschafts- geografie |
| 4. Arbeitswelt: Berufsbezogene Informations- beschaffung unter Verwendung von Online - Diensten und anderen Medien; Einkommens- und Vermögens- verteilung im internationalen Vergleich. |
9. Gibt es eine gerechte Verteilung von Gütern? Gibt es eine gerechte Wirtschafts- ordnung (national und / oder international)? |
1. Daten und ihre Aufbereitung 5. Lineare Algebra - Profilierung |
2. Der Wirtschafts- standort Deutschland in Europa:
Der Wandel von der Industrie zur Dienstleistungs- gesellschaft |
Idealerweise kann ein fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt innerhalb eines
Stammkurses durchgeführt werden. Zunächst sollten Gruppengrößen festgelegt werden,
damit klar wird, wie viele Fächer am Projekt beteiligt werden müssen.
Schlüsselqualifikationen |
Projektarbeit integriert soziale, methodische, fachliche und personale Kompetenzen, damit können Schlüsselqualifikationen erworben werden, die in der seitherigen, häufig lehrerzentrierten Unterrichtspraxis nur sehr viel schwerer zu erreichen waren. Damit soll Forderungen aus Politik und Wirtschaft, vor allem aber auch von Universitäten und Hochschulen, die mangelnde Studierfähigkeit beklagen, Rechnung getragen werden:
Die Schülerinnen und Schüler werden zu Teamarbeit befähigt:
Sie lernen ihre Arbeit zu organisieren durch:
- Arbeiten im Team
- Rücksichtnahme auf andere bei der Zeitplanung und Arbeitsaufteilung
- Übernahme von Verantwortung
- Bemühen um Konfliktlösungen
Selbst- und Gruppenreflexion der Teamarbeit
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre Methodenkompetenz weiter:
bei der Textverarbeitung:
- Struktur und Aufbau von Texten erkennen
- Schlüsselbegriffe erkennen (Markieren)
- Inhalte verstehen und wiedergeben (Exzerpieren)
- Quellenanalyse (z. B. Texte in ihre historischen und politischen Zusammen-
hängen einordnen, Wirkungsabsichten
erkennen)
beim Recherchieren:
- Internetrecherche
- Buchrecherche
beim Dokumentieren:
- Aufbau und Darstellung
- Zitiertechnik
im Umgang mit Medien:
- Textverarbeitung (Word)
- Tabellenkalkulation (Excel)
- Präsentation (Visualisierung, Foliengestaltung, Metaplantechnik).
Die Schülerinnen und Schüler erwerben grundlegende Kenntnisse über das zu bearbeitende Thema. (Beim Thema Generationengerechtigkeit sind dies z. B. die beteiligten Interessengruppen und deren Öffentlichkeitsarbeit in den Medien, s. u.)
Sie üben unübersichtliches Zahlenmaterial anschaulich grafisch darzustellen.
Sie verschaffen sich mehr Klarheit im Hinblick auf die eigenen Zukunfts- und Altersvorsorge.
Die Schülerinnen und Schüler stärken durch persönliche Präsentation sowie Vertreten der eigenen Position im Kolloquium ihre Personalkompetenz. In der Reflexion des Arbeitsprozesses erkennen sie eigene Stärken und Schwächen.
Projektphasen |
1. Vorbereitungsphase
2. Durchführungsphase
3. Reflexions- und Bewertungsphase
Vorbereitungen
Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die Schülerinnen und Schüler kaum Projektkompetenz in dem Maß besitzen, dass sie Projekte selbst organisiert durchführen, geschweige denn planen könnten.
Gerade wenn die Projektteilnehmer keine oder kaum Projekterfahrung haben, besteht die Gefahr eines kompletten Scheiterns, wenn sie zu sehr in die Vorbereitungsphase eingebunden oder damit sogar allein gelassen werden.
Vor allem die Themenfindung kann nicht Sache der Projektteilnehmer sein, da sie, wenn sie für eine GFS oder die zentrale Prüfung im Abitur nutzbar gemacht werden soll, sich an den Inhalten der Bildungspläne orientieren muss.
Die Projektleiter müssen deshalb sorgfältig überlegen, zu welchem Zeitpunkt
die Schülerinnen und Schüler an der Planungsphase beteiligt werden können. Vor
allem beim ersten Projekt ist es sinnvoll, wenn die Vorbereitungsphase von den
Lehrkräften geleistet wird und die Schülerbeteiligung in der Durchführungsphase
beginnt.
Projektstrukturplan
Die Projektleiter (Lehrer) erstellen gemeinsam einen Projektstrukturplan, der genau festlegt, welche Aufgaben die Projektteilnehmer zu erfüllen haben, bzw. welche Leistungen zu erbringen sind (Arbeitspakete). Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Arbeitsbelastung für alle Gruppen ungefähr gleich groß ist.
Der Projektstrukturplan fasst die Teilpläne der einzelnen Fächer zusammen.
Die Teilpläne enthalten genaue Beschreibungen der Arbeitspakete mit Hinweisen dazu, welche Checklisten oder methodische Hinweise bei der Bearbeitung des jeweiligen Arbeitspaketes hilfreich sind, sowie eine freie Spalte für Stakeholderanalysen (z. B. Schätzungen über den Bedarf an Materialien, Räumen, Reisekosten, Personalaufwand, welche Fachleute befragt werden müssen, u.s.w).
Den Projektstrukturplan und passende Teil-Projektstrukturpläne für die Fächer
VBRW, Deutsch und GGk können Sie hier einsehen:
Projektstrukturplan
zum Thema „Generationengerechtigkeit“
Die komplette Darstellung dieses Projektes mit zusätzlichen Materialien finden Sie in der Handreichung vom LEU (Hrsg.) (2003): Klassenarbeiten ersetzen. H-03/70, 2003. Stuttgart.
Dieses fächerübergreifende Projekt ist in der Handreichung in der Absicht dargestellt,
um damit Klassenarbeiten in Form einer GFS zu ersetzen. Das Projekt selbst wurde
am WG-West, Stuttgart in der vorgestellten Form mit ähnlichem Thema („Der regionale
Arbeitsmarkt“) durchgeführt
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