Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/projektkompetenz/methoden_a_z/sozialstudie.htm, Stand 13. Feb. 2012
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Bei dieser Methode handelt es sich um ein Verfahren, das begrenzte Probleme und Fragestellungen des politischen und gesellschaftlichen Nahraums der Lernenden unter Verwendung empirisch ermittelter Untersuchungsbefunde (Statistiken, Befragungsergebnisse) und anderen primären Quellenmaterials (Zeitungsmeldungen, Parteiprogramme, Flugblätter etc.) untersucht.
Die Sozialstudie steht dem soziologischen Ansatz der Feldforschung nahe. Die Bezeichnung „socialstudies“ für das entsprechende Schulfach in den USA signalisiert, dass dort entsprechende Methoden favorisiert werden.
Eine Sozialstudie unterscheidet sich von einer Erkundung dadurch, dass hier von vornherein wissenschaftliche Kriterien eine Rolle spielen.
Quelle: Rathenow, Hanns‑Fred Erkundung (1988): Sozialstudie, Praktikum. In: Wolfgang Nückel/DietnehZitzlaff (Hrsg.) (1988): Handbuch zur politischen Bildung. Bundeszentrale für politische Bildung Schriftenreihe Bd. 264, Bonn, S. 279‑283.
Im Vergleich zur Erkundung übernimmt der Lehrer, der für wissenschaftsorientiertes Vorgehen verantwortlich ist, eine fachlich führende Rolle. Er muss die Schülerinnen und Schüler mit den verschiedenen Arbeitstechniken der Informationsbeschaffung und ‑präsentation vertraut machen. Dabei sind unterschiedliche Komplexitätsstufen möglich, etwa bei der Befragung vom einfachen Interview bis zum standardisierten Fragebogen.
Im Gegensatz zur Produktion, bei der den kreativen Kräften der Schüler Raum gelassen wird, ist der Lehrer sowohl für möglichst planvolle, objektive Informationsbeschaffung als auch für die Präsentation mitverantwortlich. Allerdings sollte er der Schulklasse auch deutlich machen, dass sozialwissenschaftliche Methoden selbst interessengeleitet und in ihrer Reichweite begrenzt sind.
Einführend bieten sich vor allem Themen aus der Lebenswelt der Schule wie Freizeit oder Konsum an. In der Sekundarstufe können auch Probleme wie Obdachlosigkeit, Arbeitsverhältnisse, Migration und kommunale Probleme wie Altstadtsanierung oder Verkehr angegangen werden.
Um genaues, begründetes Wissen zu bekommen, sind bei der Planung und Durchführung von Sozialstudien bestimmte Regeln zu beachten, die für alle verbindlich und von allen nachvollzogen werden können. Dies soll anhand der Methode Beobachtung und Beschreibung aufgezeigt werden.
Sechs Regeln für das Beobachten und Beschreiben
Um Meinungen etwas systematischer und vor allem möglichst objektiv zu erfassen, bietet sich ein Fragebogen an, der in Zahlen ausdrückbare Angaben liefert. Mit ihm, dessen Beantwortung überwiegend durch Ankreuzen geschieht, können Schülerinnen und Schüler in kurzer Zeit eine Menge Leute befragen. Eine Umfrage als Sozialstudie könnte in folgenden Stufen ablaufen:
Wir führen eine Meinungsumfrage durch
Hier mehr zu Umfragen
Aufsatz entnommen aus: Ackermann, Paul (1997): Forschend lernen: Exkursion,
Sozialstudie, Projekt. In Handbuch politische Bildung, hrsg. v. Wolfgang Sander,
Bonn (Wochenschau-Verlag), 463ff.
| Bitte beachten Sie, dass die Durchführung einer Sozialstudie im Rahmen eines Unterrichtsprojekts immer nur eine Einführung und Annäherung an sozialwissenschaftliche Methoden darstellen kann. |
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