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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/kompetenzen/projektkompetenz/methoden_a_z/szenario/index.htm, Stand 13. Feb. 2012

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Szenario-Technik


Grundgedanke

Szenario-Technik ist eine Methode, mit deren Hilfe isolierte Vorstellungen über positive und negative Veränderungen einzelner Entwicklungsfaktoren in der Zukunft zu umfassenden Bildern und Modellen, d. h. möglichen und wahrscheinlichen „Zukünften“, zusammengefasst werden und die sowohl sinnlich als auch intellektuell nachvollziehbar, d. h. „kommunikabel“ sind.

Szenarien sind also weder Prognosen, bei denen auf quantitative Informationen aus Gegenwart und Vergangenheit zurückgegriffen wird und unter Fortschreibung der geltenden Strukturen und Verhaltensannahmen Explorationen in die Zukunft erfolgen, noch realitätsferne Utopien und Phantasien, wie sie beispielsweise im Rahmen von „Zukunftswerkstätten“ entwickelt werden.

Die Szenario-Technik legt Wert auf die Entwicklung möglicher und wahrscheinlicher Zukünfte. Der Bezug zur Realität verringert sich mit zunehmender Entfernung von der Ausgangssituation, wird aber nie aufgehoben. Ausgangspunkt des Lernprozesses ist die Sachstruktur des jeweiligen Problem- oder Themenfeldes: Daten und Informationen werden mit Einschätzungen und Meinungen verknüpft, so dass möglichst detaillierte Beschreibungen mehrer Zukunftsmöglichkeiten entstehen. Der Szenario-Trichter verdeutlicht die Summe potentiell denkbarer und realistisch einschätzbarer Zukünfte.
Drei Grundtypen von Szenarien sind unterscheidbar:


Phasenschema

Szenarien werden nach einem strengen Phasenschema entwickelt.
Diese folgen nun im Detail:

Dritte Welt und Unterentwicklung.
Phasenbezeichnung und Kurzbeschreibung
Die Links (1 bis 5) öffnen Beispiele zum Thema:
Ort
 1. Aufgaben und Problemanalyse
  • Schlüsselfragen zur Problemanalyse
  • Problemfeld eingrenzen (zeitlich, sachlich, räumlich)
Plenum

Brainstorming
 2. Einflussanalyse und Deskriptorenbestimmung
  • Deskriptoren den Einflussbereichen zuordnen
  • Erstellen einer Ergebnistabelle
Gruppenarbeit

Plenum
 3. Trendprojektionen und Faktorenbündelung
  • Erstellen einer Einflussmatrix
Gruppenarbeit
 4. Szenarioentwicklung und –interpretation
  • Einflussbereiche und –faktoren aufteilen
  • Einflussbereiche auf Kreisblatt notieren
  • Wichtige Gesichtspunkte sammeln
  • Auf bunte Ovale möglichst anschaulich und bildhaft zu erwartende Situationen schreiben
  • Die Ovale so zuordnen, dass eine Blüte entsteht
  • Vorstellung der Szenarien und Diskussion
Gruppenarbeit

Gruppe 1:
Positivszenario

Gruppe 2:
Negativszenario

Gruppe 3:
Trendszenario

Plenum
 5. Maßnahmen und Handlungsmöglichkeiten
  • Leitstrategie: Vom Negativszenario möglichst weit entfernen, dem Positivszenario möglichst annähern
  • Ziele, Zeithorizonte (kurz-, mittel-, langfristig)
    Handlungssubjekte und Maßnahmen festlegen
  • Erstellung einer Matrix mit den Ergebnissen
  • Vorstellung der Ergebnisse
Gruppenarbeit

(Gruppen wie vorher oder Perspektiven­ wechsel)

Plenum

 

 Phasenschema des Szenarios

Ausgangspunkt jedes Szenarios ist ein gesellschaftliches Problem, d. h. ein von einer größeren Anzahl von Gesellschaftsmitgliedern als unbefriedigend angesehener Sachverhalt, der als dringend lösungsbedürftig angesehen wird und zu dem unterschiedliche wissenschaftliche und/oder politische Lösungsansätze angeboten werden. Das Problemfeld muss sachlich, zeitlich und räumlich eingegrenzt werden.

Im Rahmen eines Seminarkurses 2000/2001 am WG-West Stuttgart mit dem Thema „Entwicklungspolitik“ wurden als Gruppenarbeit von je einer Gruppe ein Positiv- und Negativszenario entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler haben für jeden Trend (positiv/negativ) fiktive Fernsehnachrichten aus dem Jahre 2029 gestaltet. Diese Szenarien können Sie hier als Filmsequenzen abrufen.

weiter Negativszenario zum Thema Entwicklungspolitik.

weiter Positivszenario  zum Thema Entwicklungspolitik.


Hier finden Sie einen weiter Vergleich zwischen Zukunftswerkstatt und Szenariotechnik.

Die Theorieteile sind weitgehend dargestellt nach Weinbrenner, Peter (o. J.): Die Szenario-Methode als Mittel zum kreativitätsfördernden Lernen. In: Schriften zur Didaktik der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nr. 33, Universität Bielefeld und

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Die Beispiele zu den Phase 1 bis 5 stammen aus einem Szenario, das am Wirtschaftsgymnasium-West, Stuttgart anlässlich eines Seminarkurses im Schuljahr 2000/2001 zum Thema: „Entwicklungspolitik des Landes Baden-Württemberg“ durchgeführt wurde.

 

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Letzte Änderung: 23.11.2009