Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2007/15_indien/, Stand 20. May. 2013
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Frau Schulpräsidentin Dr. Margret Ruep, M.A., Leiterin der Abteilung Schule und Bildung beim Regierungspräsidium Stuttgart, empfing in der Zeit vom 30. April bis 9. Mai 2007 hohen Besuch aus Indien. 14 Bildungsexperten aus Delhi und dem Bundesstaat Rajasthan waren ihrer Einladung nach Baden-Württemberg gefolgt, um das hiesige Bildungswesen genauer kennen zu lernen. Es handelte sich bereits um den zweiten Besuch einer indischen Gruppe von Schulleiterinnen und Schulleitern in unserem Lande; auch Frau Dr. Ruep war bereits zweimal mit einer deutschen Delegation von Schulexperten in Indien.
Aus diesen Begegnungen entwickelten sich im Rahmen der vereinbarten deutsch-indischen Bildungspartnerschaft bereits konkrete Projekte. So halten sich derzeit ca. 70 indische Schülerinnen und Schüler an hiesigen Schulen zu einem 4-wöchigen Schüleraustausch auf. Sie wohnen bei den Familien ihrer deutschen Austauschpartner, die im Herbst 2006 in Indien zu Gast waren bzw. den Gegenbesuch demnächst antreten werden.
Weitere Maßnahmen wie der Austausch von Lehrerinnen und Lehrern sowie von Fremdsprachenassistentinnen, der Aufbau von Partnerschaften zwischen Schulen, Fachhochschulen und Universitäten sowie Wirtschaftsunternehmen sind in Vorbereitung. Besonderes Interesse besteht auf indischer Seite daran, das Duale System in Baden-Württemberg, die enge Verzahnung von schulischer und betrieblicher Ausbildung, näher kennen zu lernen. Die indische Botschafterin in Berlin hat dieses Anliegen in Gesprächen mit der Schulpräsidentin immer wieder hervorgehoben.
Auch auf der politischen Ebene findet Frau Dr. Ruep Unterstützung für ihre Indien-Initiative. Minister Reinhart, der beim Bund die Interessen des Landes Baden-Württemberg vertritt sowie die Staatssekretäre Wacker vom Kultusministerium und Gurr-Hirsch vom Ministerium für den ländlichen Raum empfingen die Gäste aus Indien und betonten ihrerseits die zunehmende Bedeutung der interkulturellen Beziehungen mit dem wirtschaftlich aufstrebenden Subkontinent Indien sowohl im Bildungssektor als auch im Bereich der Wirtschaft. Letztere unterstützt durch zahlreiche Maßnahmen die Initiative der Schulpräsidentin, einerseits durch Vorträge und Betriebsbesichtigungen vor Ort, aber auch finanziell. In diesem Zusammenhang sind die Firmen Würth in Künzelsau und Lapp in Stuttgart-Vaihingen besonders hervorzuheben.
Neben den bereits genannten Programmpunkten standen einige Schulbesuche in Schwäbisch Hall, Tauberbischofsheim und Stuttgart auf dem abwechslungsreichen Besuchsprogramm. Auch kulturell wurde den Gästen einiges geboten: so lernten sie auf ihrer Reise Stuttgart, Ludwigsburg und Heidelberg näher kennen und zeigten sich tief beeindruckt von der Schönheit und historischen Bedeutung der Städte. Auch Schwäbisch Hall, wo ein Empfang im Rathaus, eine Stadtführung und ein Orgelkonzert in St. Michael auf dem Programm standen, wird den Teilnehmern unvergessen bleiben. Die Unterbringung in den historischen Räumen der Großcomburg, von wo aus in der ersten Woche alle Aktivitäten ausgingen, empfanden die Gäste als besondere Bereicherung ihres Aufenthaltes.
Zwei weitere Höhepunkte waren die Begegnungen mit deutschen und indischen Schülern, die in der Akademie Rotenfels bei Rastatt die Ergebnisse ihrer in gemeinsamen Workshops durchgeführten künstlerischen Projekte präsentierten und ein an der Pädagogischen Hochschule Weingarten durchgeführtes Symposium zum Thema „Verständigung als Bildungsaufgabe - deutsch-indischer Dialog zu interkulturellem Lernen“, bei dem es neben den Vorträgen von hochrangigen Bildungsexperten aus beiden Ländern zu einem lebhaften und intensiven Meinungsaustausch über Werteerziehung und ethische Fragen kam.
Alles in allem wird der Aufenthalt der indischen Delegation in Baden-Württemberg von beiden Seiten als großer Fortschritt in der Weiterentwicklung der Bildungspartnerschaft eingestuft. Immerhin reisten die Gäste mit einer Vielzahl neuer Kontakte im Gepäck, die alsbald in konkrete Austauschprojekte münden sollen, in ihre Heimat zurück.
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