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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2008/37_com_fues/index.html, Stand 17. Jan. 2017

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Jahrestagung der Führungsseminarleiter/innen auf der Comburg

Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung der Leiter/innen von Führungsseminaren für neu bestellte Schulleiter/innen stand neben einem Vortrag von Dr. Karl-Heinz Oeller vom Malik Management Zentrum St. Gallen zum Thema "Führen in komplexen Systemen" die Auswertung der Erfahrungen mit der Neukonzeption bei der Durchführung der ersten 6 Einführungslehrgänge im Sommer 2008.

Vortrag: Führen in komplexen Systemen

Dr. Karl-Heinz Oeller stellte in seinem Vortag ein Modell vor, das am Malik Management Zentrum St. Gallen - Consulting & Education entwickelt wurde, und das auf faszinierende Weise Ansätze der Managementtheorie, der Kybernetik und der Bionik zusammenfügt, um den Umgang mit der Komplexität von Systemen jeglicher Art durchschaubar zu machen. Um als Führungskraft wirksam zu werden, müssen Schulleiter/innen die Gesetzmäßigkeiten in ihrer Institution sowie deren Möglichkeiten, Grenzen und Konsequenzen für die Praxis des Managements kennen. Nur wenn deutlich wird, dass die Führungsaufgabe einer Schulleitung nicht "Arbeit im System, sondern Arbeit am System" ist, können die Fallen unbewältigter Komplexität vermieden werden.

Dr. Karl-Heinz Oeller bei seinem Vortrag "Führen in komplexen Systemen".

Ein wesentlicher Denkstrang dieses Modells geht auf Frederic Vester zurück, der als einer der Urväter des vernetzten Denkens gelten kann und der mithilfe der Biokybernetik Systeme in ihrer Ganzheit in ihrem Verhalten und ihrer Dynamik analysiert hat. Für das schulische System ergeben sich aus dieser Sichtweise interessante Fragestellungen: Wo sind die "Treiber", die zu einer Beschleunigung einer beabsichtigten Entwicklung führen? Oder ganz grundsächlich: Was steuert hier wen und auf welche Weise? Ist beispielsweise das Image einer Schule eine Variable, die man durch eine Imagekampagne beeinflussen kann oder eher eine nicht direkt steuerbare resultierende Einflussgröße? Oder braucht man statt umfangreicher Datensammlungen und Bildungsbilanzen eher Verhaltensmodelle und Reaktionsszenarien bei bestimmten Entwicklungsstrategien, um der Komplexität des Geschehens in den Schulen gerecht zu werden?

Zurück geht dieser Ansatz aus der Bionik zur Erklärung komplexer Systeme auf den britischen Kybernetiker Stafford Beer, der das "Modell lebensfähiger Systeme" entwickelt hat. Das Reizvolle daran ist, so Dr. Oeller, dass biologische Systeme für ein neues Managementmodell Pate stehen. Die Natur geht verblüffend souverän mit Komplexität um, sie ist optimal organisiert im Hinblick auf ihre Strukturen und die Kommunikation zwischen den Einzelteilen. Als das am höchsten entwickelte biologische System mit Regulierungs- und Kontrollfunktion gilt das menschliche zentrale Nervensystem. Dieses dient als Vorbild für eine Modellbildung zur Analyse und Steuerung komplexer Organisationen.

Das Modell lebensfähiger Systeme ist "etwas vom Besten, was die Kybernetik und die Systemwissenschaften dem modernen Management zur Verfügung stellen können. Es ist, wie ich meine, zur Zeit sogar das einzige Konzept, das ihm helfen kann, erstens, die Digitaltechnik richtig einzusetzen, und zweitens, Komplexität richtig zu nutzen, das heißt ihre Chancen auszuschöpfen und ihre Gefahren zu vermeiden" schreibt Fredmund Malik in seinem Aufsatz: Die Natur denkt kybernetisch.

Der Referent Dr. Karl-Heinz Oeller stellte dieses anspruchsvolle Konzept mit zahlreichen Beispielen aus verschiedenen Lebensbereichen, aus der Welt der Wirtschaft und der Schule dar.

Hans-Reiner Soppa, Direktor der Landesakademie Comburg begrüßt die Teilnehmer/innen.

Einführungslehrgänge für neu bestellte Schulleiter/innen 2008

Die Rückmeldungen zu den Einführungslehrgängen für neu bestellte Schlleiter/innen nach dem neuen Konzept fiel sowohl von den Teilnehmer/innen wie von den durchführenden Leitungsteams sehr positiv aus. Die Evaluation der 6 bisher durchgeführten Wochenkurse erfolgte erstmalig als anonyme Online-Befragung der Teilnehmer/innen in einem zeitlichen Abstand von einem Monat nach dem Seminar. Als besonders gewinnbringend wurde hervorgehoben, dass die Qualifizierung nunmehr vor Amtsantritt oder spätestens kurz nach Übernahme der Leitungsaufgaben in der Schule erfolgt.

Um die Qualität der Seminare zu sichern, bekommen die Leitungsteams jährlich Fortbildungsbausteine zur individuellen Weiterqualifizierung angeboten. Darüber hinaus wird der Materialpool mit bewährten Tagungsmaterialien weiter ausgebaut.Künftig sollen auch Angebote für die neuen Schulleiter/innen im Hinblick auf "Blended Learning" entwickelt werden.

Grundzüge der Einführungsfortbildung

Die Einführungsfortbildung für neu bestellte Schulleiter/innen nach der neuen Konzeption umfasst insgesamt 3 Wochen. Dabei sind einzelne Bausteine modularisiert. Die Teilnehmer/innen haben max. 2 Jahre Zeit, die gesamte Fortbildungsreihe zu absolvieren. Bereits erworbene Qualifikationen können durch die Landesakademie anerkannt werden. Die Einführungswoche soll möglichst vor Amtsantritt besucht werden können. Nach Abschluss der gesamten Einführungsfortbildung erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat der Landesakademie.

Weitere Informationen:

Führungsfortbildungen an der Landesakademie:
Seite oder Ebene weiter http://lehrerfortbildung-bw.de/ffb/

Komplexitätsforschung, Kybernetik und Management-Kybernetik am Malik Management Zentrum St. Gallen:
externer Link http://www.malik-mzsg.ch/0111.html

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Letzte Änderung: 31.03.2010