Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2008/38_bwb_ausstellung/, Stand 26. May. 2012
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„Unterwegs“ nennt sich die in der Bad Wildbader Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen eröffnete Ausstellung mit Holzschnitten des Kleinwalsertaler Holzschneiders Detlef Willand.
Eine Reihe von Besuchern war gekommen, um bei der Vernissage dabei zu sein, die musikalisch mit Vivaldis „Herbst“ aus dem Zyklus „Vier Jahreszeiten“ eröffnet wurde, wunderbar dargeboten von Musikdirektor Marcel Baluta auf der Violine. Akademiedirektor Helmut Nagel freute sich in seiner Begrüßung, dass es gelungen sei, den inzwischen sehr bekannten und mit verschiedenen Auszeichnungen bedachten Künstler Detlef Willand für diese Ausstellung zu gewinnen. Holzschnitte seien in einer medial geprägten Zeit durchaus real und aktuell, sowohl im Raum als auch auf einer geistigen Ebene.
Oberschulamtspräsident i. R. Dr. Manfred Saller aus Schwäbisch Gmünd, seit Jahrzehnten mit dem Künstler bekannt und befreundet, führte in dessen Schaffen ein. Er bezeichnete den 1935 geborenen Künstler als „eine erste Adresse unter den Meistern des Holzschnitts.“ Willands Werk umfasse über 500 Blätter und etwa 20 Bilderzyklen, eine absolute Seltenheit in der Geschichte des jüngeren Holzschnitts. Willand bearbeite den gesamten Gestaltungsvorgang, er entwerfe, schneide und drucke selbst in der eigenen Werkstatt. In seinen Holzschnitten mit einer sehr knappen Auflage von höchstens fünf Drucken bringe Willand auch seine Verbundenheit mit seiner Heimat, mit dem Wald, mit den Tieren, seinen Erinnerungen und auch mit Walsertaler Sprichwörtern zum Ausdruck. Dabei habe er seine eigene Sprache, seine eigene künstlerische Formenwelt entwickelt. Der großartige Zyklus „Der Weg,“ 1984/85 entstanden, zeige Momente seiner zuvor unternommenen Pilgerreise nach Santiago de Compostella. Weitere bibelbezogene Zyklen seien „Jona,“ „Die Josefsgeschichte“ und die Geschichte „vom verlorenen Sohn.“ Dabei thematisiere Willand immer wieder Bilder des Menschen, der sich auf seinen Wegen nach innen und nach außen verändere. So gehöre auch das Plakatmotiv „Der Pilger“ zu Willands Schaffen, eine Gestalt, welche die Wege ins Lebensumfeld, ins Neue und Unbekannte gehe.
Mit dem von Marcel Baluta sehr feinsinnig gespielten Rondo aus Mozarts „Haffner-Serenade“ wurde die Einführung beendet, und auf dem sich anschließenden Rundgang gab der Künstler Erklärungen zu verschiedenen Bilder ab und beantwortete viele Fragen. Er als gelernter Bildhauer wolle keine Abbildungen von realen Dingen machen, sondern das Sinnbild darstellen, also kein naturalistische Bild ins Holz schneiden. Er zeichne ohne Regie, und eine Frage, warum er so zeichne, könne er auch nicht beantworten. Andererseits habe er nie aufgehört, sich über Kunst Gedanken zu machen – auch nicht über seine eigene.
Es lohnt sich durchaus die rund 60 zum Teil mehrfarbigen Holzschnitte im 1. Stock des A-Baus (Hauptgebäude) der Landesakademie zu betrachten und dort an einzelnen Bildern zu verweilen. Die Ausstellung ist bis zum Beginn der Weihnachtsferien geöffnet, Montag bis Freitag, 9-17 Uhr. Besucher und Betrachter sind willkommen.
Text und erstes Foto: Götz Bechtle
Landesakademie Bad Wildbad:
http://lehrerfortbildung-bw.de//lak/wb/
Informationen zu Detlef Willand:
http://www.walser-alps.eu/kultur-1/persoenlichkeiten/detlef-willand-der-holzschneider
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