Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2008/48_com_schulleiter/index.html, Stand 26. May. 2012
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In einem Festakt überreichte Manfred Hahl, Ministerialdirigent im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, die ersten Zertifikate der Landesakademie an die Absolventinnen und Absolventen der Einführungsseminare für neu bestellte Schulleiter/innen.
Die Einführungsfortbildung umfasst nach der Neukonzeption insgesamt 3 Wochen. Dabei sind einzelne Bausteine modularisiert. Die Teilnehmer/innen haben bis zu 2 Jahre Zeit, die gesamte Fortbildungsreihe zu absolvieren. Bereits erworbene Qualifikationen können durch die Landesakademie anerkannt werden. Zahlreiche neu ernannte Schulleiter/innen, die nun im Festsaal der Comburg ihr Zertifikat erhielten, starteten mit ihrer Einführungswoche bereits vor Amtsantritt und haben die gesamte Fortbildungsreihe in einer wesentlich kürzeren Zeit durchlaufen.
Ministerialdirigent Manfred Hahl hob in seiner Rede die Bedeutung der Schulleitung für das Gelingen einer guten Schule und die Zufriedenheit des Kollegiums hervor. Die Abschichtung von Zuständigkeiten in der Schulverwaltung habe das Aufgabenfeld der Schulleitung mit weiteren komplexen Herausforderungen angereichert. Schulleitung heute bedeute Führung und Management in den Handlungsfeldern Organisation, Personal, Unterricht und Erziehung sowie Qualitätsentwicklung. Als Ansprechpartner für Schüler/innen und Lehrer/innen, für Eltern, Schulträger und Schulverwaltung komme es vor allem auf die kommunikativen Fähigkeiten einer Schulleiterin bzw. eines Schulleiters und die Kunst, Entscheidungen transparent zu machen, an. "Auf die Schulleitung kommt es an!" fasste Ministerialdirigent Manfred Hahl zusammen. Um für diese anspruchsvolle Aufgabe qualifiziert zu sein, biete die Einführungsfortbildung der Landesakademie auf der Comburg - dem Zentrum der pädagogischen Führungsfortbildung - eine solide und umfassende Ausbildung an.
Unterrichtsberatung und -beurteilung gehört zu den Kernaufgaben einer Schulleiterin bzw. eines Schulleiters. In seinem Festvortrag zu diesem Thema referierte Prof. Dr. Andreas Helmke von der Universität Koblenz-Landau, der seit Jahren erforscht, wie guter Unterricht aussieht. Wie lässt sich die Qualität von Unterricht beobachten und erfassen? Welches sind ihre entscheidenden Größen? Ist das fachliche Wissen einer Lehrkraft, die Unterrichtsmethode oder die Methodenvielfalt, die Lehrerpersönlichkeit oder das Klassenmanagement entscheidend? Oder sind es mehrere dieser Faktoren, die sich ergänzen und in einem Zusammenspiel ihre beste Wirkung entfalten? Andreas Helmke konnte in seinem Vortrag differenzierte Antworten auf diese Fragen geben und mit einigen langlebigen Mythen aufräumen. Eine ernüchternde Erkenntnis seiner Untersuchungen im Hinblick auf die Beratung und Beurteilung von Unterricht belegt, dass allein schon die Wahrnehmung und Interpretation ein und desselben Unterrichts so unterschiedlich sein kann wie die Spannbreite des Unterricht verschiedener Lehrer/innen an einer Schule. Deshalb fordert Andreas Helmke als entscheidende Veränderung einen professionellen Austausch über Unterricht und die Schärfung diagnostischer Fähigkeiten der Lehrkräfte bereits im Studium, in der Lehrerausbildung und im Schulalltag. Die Kooperation muss zunehmen, als Einzelkämpfer im Unterricht steht der Lehrer heute auf verlorenem Posten, so sein Fazit.
Führungsfortbildungen an der Landesakademie:
http://lehrerfortbildung-bw.de/ffb/
Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, Standort Comburg:
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