Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2008/50_com_evaluation/index.html, Stand 26. May. 2012
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Im Rahmen der Qualifizierung neuer Expertinnen und Experten für die Fremdevaluation der Schulen in Baden-Württemberg referierte Prof. Helmke zum Thema „Unterrichtsqualität und Unterrichtsbeobachtung“ auf der Comburg.
Der Orientierungsrahmen zur Schulqualität in Baden-Württemberg beschreibt im Qualitätsbereich I „Unterricht“ Merkmale guten Unterrichts. Dem liegen Erkenntnisse der empirischen Unterrichtsforschung zur Frage „Was macht guten Unterricht aus?“ zugrunde. Die in zahlreichen Studien belegten Erkenntnisse gehören zum professionellen Hintergrundwissen der künftigen Evaluatorinnen und Evaluatoren.
Prof. Dr. Andreas Helmke, Universität Koblenz-Landau, forscht seit Jahren zum Thema "guter Unterricht". In seinem Vortrag "Beobachtung und Bewertung von Unterrichtsqualität" erläuterte er die Fragestellungen, auf die es ihm ankommt. Wie lässt sich die Qualität von Unterricht beobachten und erfassen? Welches sind die "Motoren", die guten Unterricht bedingen? Ist das fachliche Wissen einer Lehrkraft, die Unterrichtsmethode oder die Methodenvielfalt, die Lehrerpersönlichkeit oder das Klassenmanagement entscheidend? Oder sind es mehrere dieser Faktoren, die sich ergänzen und in einer gelungenen "Orchestrierung" ihre beste Wirkung entfalten? Andreas Helmke konnte in seinem Vortrag differenzierte Antworten auf diese Fragen geben und mit einigen langlebigen Mythen aufräumen wie beispielsweise der Vorstellung von der optimalen Lehrmethode. Eine zentrale Rolle in seinem Ansatz spielt das von ihm entwickelte „Angebots-Nutzungs-Modell zum Unterricht“. Mit der konstruktivistischen Wende in der Lerntheorie erfolgt eine Abkehr von einem reinen Angebotsmodell in Lehr-Lern-Situationen und der Fokus richtet sich auf die Aspekte der Nutzung und des Ertrags von Lernprozessen. Im Zusammenhang mit einer merkmalsbasierten Beobachtung und Bewertung von Unterricht betonte Helmke, dass es sich hier um hypothetische Konstrukte für Steuerungs- und Reflexionswissen handele und nicht um Qualitätskriterien, die sich an einem Maximum orientierten, wie häufig missverstanden.
Für das Konzept der Fremdevaluation in Baden-Württemberg fand Helmke lobende Worte. Es orientiere sich an einem klaren Qualitätsrahmen, der Evaluationsprozess sei standardisiert und transparent, personenbezogene Daten würden nicht erhoben, es gehe um den Blick von außen auf die gesamte Schule, die Fremdevaluatoren würden gut vorbereitet -auch indem sie sich immer wieder implizite Unterrichttheorien zum Beispiel in gemeinsamen Ratingkonferenzen bewusst machten.
Die Qualifizierung der künftigen Fremdevaluatoren umfasst insgesamt zehn Bausteine an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen auf der Comburg. Sie wird von Astrid Kehder-Mürrle und Joachim Grötzinger vom Landesinstitut für Schulentwicklung geleitet. Als Gastreferenten eingeladen sind Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Schulevaluation, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Informationen aus erster Hand vermitteln können. Neben dem Vortrag von Prof. Helmke sind auch Beiträge von Rolf Dubs, Prof. emerit. Universität St. Gallen und Markus Hunziker, Leiter der Fachstelle für Schulevaluation des Kantons Thurgau/Schweiz, in einzelnen Bausteinen der Qualifizierungsreihe geplant.
Qualitätsentwicklung und Fremdevaluation:
http://www.schule-bw.de/entwicklung/qualieval/qualiabs/fev
Wie werden Schulen für die Fremdevaluation ausgewählt?
http://www.ls-bw.de/aktuelles/fev-ziehung-10-01-2008
Portal "Qualitäts- und Schulentwicklung" auf dem Lehrerfortbildungsserver:
http://lehrerfortbildung-bw.de/qm/
Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, Standort Comburg:
http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/co/
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