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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2009/14_bwb_qmev/index.html, Stand 17. Jan. 2017

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Qualitätsentwicklung in Schulen durch Evaluation?

Qualitätsentwicklung in Schulen durch Evaluation?

Ein europäischer Austausch zwischen christlichen Pädagogen

Alle europäischen Länder stehen unter dem Druck, ihre schulische Bildung dem Stand der gesellschaftlichen Entwicklung anzupassen. Evaluation von Schulen kommt dabei als ein entscheidendes Instrument der Qualitätsentwicklung in den Blick. In der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Bad Wildbad kamen vom 14.-17. April 2009 christliche Pädagogen aus fünf europäischen Ländern zusammen, um sich über Chancen und Grenzen von unterschiedlichen Formen der Evaluation in ihren Ländern und in Europa auszutauschen.

Dr. Thilo Lang warnte von Seiten des Kultusministeriums Baden-Württemberg vor der zentralistischen Tendenz der EU-Kommission im Blick auf Regulierungen der Qualitätsentwicklung und plädierte bei der Evaluation für die entscheidende Rolle der operativ eigenständigen Schule. Das Duale System der beruflichen Bildung sei in Gefahr. Der Mensch werde dort nur noch als Produktionsfaktor gesehen. Dr. Frank Mentrup, Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, betonte demgegenüber die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Bildungspolitik und forderte eine stärkere Unterstützung der Vorhaben der EU-Kommission durch die Kultusminister der deutschen Länder. Kirchenrat Manfred Kuhn (Evang. Landeskirche in Baden) machte darauf aufmerksam, dass es ein „Verbrechen an der kindlichen Seele“ sei, wenn man Kindern und Jugendlichen die Auseinandersetzung mit den „letzten Fragen“ vorenthalte. Das gelte es auch im Blick auf Qualität und Evaluation zu bedenken.

Zuvor hatte die Erlanger Professorin Annette Scheunpflug den Stand der erziehungswissenschaftlichen Diskussion dargestellt und dabei auf die Professionalität der Lehrpersonen abgehoben. So seinen effiziente Klassenführung sowie Klarheit und Strukturiertheit des Unterrichts durch nichts zu substituieren. Die Definition von Kriterien und Indikatoren als Voraussetzung von Evaluation gelte natürlich auch und gerade für evangelische Schulen mit einem besonderen Profil und für die Herausbildung ihrer Identität.

Die Leiterin der wissenschaftlichen Arbeitsstelle evangelischer Schulen in Deutschland, Dr. Uta Hallwirth (Hannover), stellte vier unterschiedliche Evaluationsverfahren vor, die je nach unterschiedlicher Zielrichtung angewandt werden. Nach einer Einführung in die Situation an den Schulen in den Niederlanden durch den Präsidenten der International Association for Christian Education, den Niederländer Swier Frouws, stellte Dr. Taco Visser auf dem Hintergrund des niederländischen Prinzips der Schulfreiheit dar, wie sich staatliche Rahmenbedingungen und Qualitätskontrolle der Einzelschule am Beispiel der landesweiten Einführung eines Abiturfachs Religion zu einander verhalten. Die Schweiz habe eine 150jährige Erfahrung im „Training zur Abwehr ungewollter Innovationen“, berichtete mit präziser Selbstironie Bertrand Knobel, Rektor des Gymnasiums Muristalden in Bern. Angesichts des Drucks auf das Gymnasium stehe seine evangelische Schule in der Gefahr einer doppelten Anpassung: an den Markt und/oder an den Staat. Gegenüber der vorherrschenden Managementsprache gerade im Bildungswesen gehe es um eine humanere Sprache, die dem gemeinsamen Ringen um pädagogische Visionen, der Kommunikation in einer offenen Feed-back-Kultur dienlich sei. Das Fragen müsse mit Sensibilität und einem Bewusstsein für das, was noch fehlt, offen gehalten und mit einer Bereitschaft sich zu widersetzen, wo es um des Menschen willen notwendig ist, verbunden werden.

Prof. Dr. Helmar Pollitt knüpfte an die empirische Untersuchung „Wege und Ziele evangelischer Schulen in Österreich“ (2007) an. In Österreich herrsche derzeit ein Schulstreit, dessen erster Höhepunkt ein Kampftag der Lehrer am 23. April sei. Als Minderheit mit 23 evangelischen Schulen bleibe nur die Möglichkeit, sich „subversiv evangelisch“ zu verhalten. Dies gelte auch für die Lehrerausbildung an der seit 2007 neu geordneten kirchlichen Pädagogischen Hochschule.

Im Rahmen einer Exkursion nach Straßburg besuchten die Teilnehmenden das protestantische Gymnasium Jean Sturm, eines der ersten 20 Lycées nach dem französischen Schulranking. Die Ranking-Position ist für die Beurteilung der Qualität einer Schule entscheidend. Jean-Claude Graeff stellte das französische Schulwesen dar, das in der Instruktion die genuine Aufgabe der Schule erblickt. Der Lehrer ist König in seinem Klassenzimmer. Der Schulleiter hat keinen Einblick in den Unterricht. Dies steht nur der Schulinspektion zu. Dort wird aber nicht nach der Qualität der Schule gefragt. Die Schule hat sich ein Leitbild gegeben, das Bildung auf höchstem Niveau für jeden Schüler anstrebt und das auch Werte wie Respekt, Toleranz, Fürsorge und Autonomie vermitteln will.

Der Prozess der Qualitätsentwicklung durch Evaluation an den Schulen Europas bewegt sich auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Eine christlich verantwortete Pädagogik wird sich einzubringen versuchen, indem sie zwischen Realismus und Vision mit Engagement und kritischem Verstand aus der Verpflichtung für Kinder und Jugendliche als Ebenbildern Gottes heraus handelt. Dazu ist der Austausch, wie er vor dreißig Jahren in Donaueschingen zusammen mit der International Association eröffnet und nun in Bad Wildbad fortgesetzt werden konnte, ein hilfreiches und wichtiges Instrument.

Weitere Informationen:

Internationaler Verband Evengelischer Erzieher::
externer Link www.Int-V.com

Portal Qualitäts- und Schulentwicklung auf dem Lehrerfortbildungsserver:
Seite oder Ebene weiter http://lehrerfortbildung-bw.de/qm/

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Letzte Änderung: 29.04.2009