Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2009/22_bwb_ungarn/index.html, Stand 26. May. 2012
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Neben der Fortbildung für Lehrkräfte aus Baden-Württemberg werden an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen auch Lehrgänge für Lehrerinnen und Lehrer aus dem Ausland angeboten. So weilten eine Woche lang 20 ungarische Erzieherinnen in Bad Wildbad, um Kindergärten in unserer Region zu erkunden. Diese Erzieherinnen arbeiten alle in sog. Nationalitätenkindergärten, in denen Deutsch gesprochen wird, und damit waren sie natürlich mit der Sprache bestens vertraut.

Foto:
Ungarische Erzieherinnen zusammen mit Akademiedirektor Helmut Nagel, Sybille Reiser und Bürgermeister Holger Buchelt (von rechts).
An drei Vormittagen weilten die Erzieherinnen in Kleingruppen im Fröbel-Kindergarten (Leitung Elke Miller-Mehret) in Wildbad, im Goßweilerkindergarten in Calmbach (Leitung Angelika Seyfried) und im Kindergarten Höfen (Leitung Sybille Reiser) und lernten dabei auch unterschiedliche Kindergartenträger (Kirche, Gemeinde, Verein) kennen. Dazu kamen verschiedene Seminare über den Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern, die Umsetzung des Orientierungsplans, pädagogische Konzepte sowie natürlich die Reflexion über die verschiedenen Kindergartenbesuche.
Natürlich gab es auch freie Abschnitte, vor allem am Wochenende, um ein bisschen die Gegend kennen zu lernen bei einem Stadtrundgang, einem Besuch des Schlosses Neuenbürg und des Infozentrums Kaltenbronn sowie Fahrten in den Karlsruher Zoo und zum Europapark Rust.
Sehr interessiert waren die Seminarteilnehmerinnen an der Trägerschaft für die Kindergärten. Deshalb stellte am Dienstagnachmittag Holger Buchelt, Bürgermeister und Vorsitzender des Kindergarten-Trägervereins Höfen, zusammen mit der Kindergartenleiterin Sybille Reiser die Situation in Höfen vor. Höfen gehört, so Buchelt, heute noch zu den wenigen schuldenfreien Gemeinden, und deshalb lässt man sich den Kindergarten auch etwas kosten. Die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten kosteten rund 550.000 Euro. Höfen wirbt außerdem junge Familien mit Kindern durch Vergünstigungen bei Bauplätzen zum Zuzug in die Gemeinde. Die Personalkosten für insgesamt zehn aktive Frauen (Erzieherinnen und Teilzeitkräfte) für 55 Kinder im Kindergarten betragen jährlich rund 265.000 Euro, wovon etwa 15% durch Elternbeiträge getragen werden, der Rest verteilt sich auf die Gemeinde, die Kirche und den Trägerverein.
Auch die ungarischen Erzieherinnen berichteten über die Situation in den Nationalitätenkindergärten (etwa 5% aller Kindergärten), wo ebenso wie in Deutschland zur Integration die Sprachförderung wichtig sei. 60% der Kosten werden vom Staat getragen, 40% von der Gemeinde, die Eltern bezahlen lediglich besondere Veranstaltungen. Die Einkünfte der ungarischen Erzieherinnen sind wesentlich niedriger als in Deutschland.
Text und Foto: Götz Bechtle
Landesakademie, Standort Bad Wildbad:
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