Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2010/04_bwb_bp/index.html, Stand 26. May. 2013
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Nach den Bildungsplantagungen 2008 und 2009 trafen sich vom 03.02. bis 05.02.2010 erneut Sonderpädagogen aus ganz Baden-Württemberg zur dritten und letzten Akademietagung zum Thema ‚Implementierung des neuen Bildungsplans an Schulen für Geistigbehinderte’.
Eingeladen waren Regionalteams, die die Schulen vor Ort bei der Implementierung des neuen Bildungsplanes begleiten und beraten.

Foto: Lehrgangsleiter Regierungsschuldirektor Artur Bossert und
Akademiedirektor Helmut Nagel bei der Eröffnung des Lehrganges.
Nach der Begrüßung der Tagungsgäste durch Akademiedirektor Helmut Nagel folgte eine Einstimmung auf das Thema der Tagung durch das Clowntheater Paolo, Pille und Palle, die einen heiteren Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte des neuen Bildungsplans warfen.
Hinter den roten Clownsnasen verstecken sich Lehrer und Schüler der Schule für körperbehinderte Kinder und Jugendliche in Stuttgart-Vaihingen.

Elke Hamburger und Winfried Monz, beide Mitautoren des neuen Bildungsplanes, ergänzten diesen Blick zurück durch Gedanken unter dem Motto: ‚Steine am und auf dem Weg’.
In einem Statement des Kultusministeriums ging Ursula Espenhain, Ministerialrätin im Sonderschulreferat des Ministeriums, auf die Frage ein, ob ein neuer Bildungsplan für die Schule für Geistigbehinderte angesichts der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im März 2009 überhaupt noch zeitgemäß sei, fordert diese Konvention doch, den Weg der Inklusion statt den getrennten Bildungsweg von Menschen mit Behinderung auch im schulischen Bereich zu beschreiten.

Foto: Ministerialrätin Ursula Espenhain bei ihrem Statement zur Aktualität des neuen Bildungsplanes.
MR’in Espenhain machte deutlich, dass auch bei einem Paradigmenwechsel und der Veränderung schulischer Strukturen den Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung und deren erweiterten Lernbedürfnissen Rechnung getragen werden müsse. In den neuen Bildungsplänen für die verschiedenen Sonderschultypen sind diese besonderen Lernvoraussetzungen und Bedürfnisse behinderter Kinder und Jugendlicher formuliert. Gerade auf dem Weg zu mehr gemeinsamen Unterricht sei es wichtig, dass Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten diese neuen Bildungspläne als Orientierungshilfe zur Verfügung stehen. Insofern sei der neue Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte auch keineswegs überholt, sondern komme genau zum richtigen Zeitpunkt! MR’in Espenhain betonte, dass der neue Bildungsplan nicht zu verstehen sei als Bildungsplan für eine Institution, sondern vielmehr als Bildungsplan, der Standards für die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung - unabhängig davon, in welcher Schulart sie nun unterrichtet werden - beschreibt.

Der weitere Verlauf der Tagung war bestimmt durch die Auseinandersetzung mit Umsetzungsbeispielen des neuen Bildungsplanes aus der Praxis. Es wurden Workshops angeboten zu: ‚Kompetenzorientierte Unterrichtsplanung’ (Winfried Monz), ‚Umsetzung des Bildungsanspruchs außerhalb der Schule für Geistigbehinderte’ (Dr. Theo Klauß), ‚Elementarisierung/Aneignungsmöglichkeiten’ (Michael Rehberger), ‚Individueller Lern- und Entwicklungsbegleitung’ (Werner Engel) sowie ‚Kompetenzanalyse und Förderplanung’ (Wolfgang Müllerschön).
Einen erhellenden Blick von außen auf schulische Entwicklungsprozesse, deren Chancen und Stolpersteine, warf Alfried Weiß, Coach für Personal- und Organisationsentwicklung in seinem Tagungsbeitrag zum Thema: ‚Bildungsplanarbeit als Schulentwicklungsprozess’.

Foto: Alfred Weiß, Coach für Personal-und Organisationsentwicklung bei seinem Workshop "ildungsplanarbeit als Schulentwicklungsprozess".
Der letzte Teil der Tagung war dem Austausch und der Vernetzung der Regionalgruppen auf der Ebene der vier Regierungspräsidien vorbehalten.
Am Ende der Tagung bedankten sich RSchD Artur Bossert und SR Stefan Martens vom RP Karlsruhe, in deren Händen Vorbereitung und Durchführung der Tagung gelegen hatte, bei allen Kolleginnen und Kollegen der Regionalteams für deren Engagement sowohl bei den drei Akademietagungen wie vor Ort in den Schulen der jeweiligen Regionen. Weiter galt der Dank von RschD Artur Bossert SKR Wolfgang Göhner, der sich besonders auch für das kulturelle Begleitprogramm der Tagung engagiert hatte, den Sonderschulreferentinnen und -referenten der anderen Regierungspräsidien für deren Unterstützung und Mitwirkung bei der Akademietagung und Akademiereferentin Monika Meier, die die Tagung begleitet hatte.

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