Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2010/13_es_agrar/index.html, Stand 13. Feb. 2012
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Neben den relativ verbreiteten beruflichen Gymnasien wie Wirtschaftsgymnasium oder Technisches Gymnasium gibt es in Baden-Württemberg auch das Agrarwissenschaftliche Gymnasium (AG) an den Standorten Ettlingen, Nürtingen, Öhringen, Radolfzell und Ravensburg. Insbesondere für Schüler und Schülerinnen, die Interesse an landwirtschaftlichen oder Umwelt- und Naturschutz-Fragen haben, bietet diese Richtung eine ausgezeichnete Möglichkeit, die allgemeine Hochschulreife zu erlangen.
Die etwa 20 Lehrerinnen und Lehrer des Profilfaches Agrarbiologie treffen sich alljährlich abwechselnd an einem der Standorte, um sich fortzubilden. Betreut wurde diese Fortbildung vom Esslinger Standort der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen. Und da das Bundesland Sachsen ebenfalls ein Agrargymnasium mit ähnlichem Lehrplan anbietet (ein seltener Fall von länderübergreifendem Bildungsplan), sind die Kollegen aus dem Beruflichen Schulzentrum Dresden auch regelmäßig mit dabei.
Aufgrund des überschaubaren Teilnehmerkreises und der regelmäßigen Treffen ist ein stetiger Informationsfluss zwischen den Schulen gewährleistet - ein bedeutender Vorteil der Agrargymnasien.
Für die Inhalte des zweitägigen Lehrgangs Mitte Juni waren in diesem Jahr die Kolleginnen und Kollegen der Edith-Stein-Schule Ravensburg verantwortlich.
Der Montag begann mit einem Erfahrungsaustausch zwischen den Lehrkräften, wobei die Ergebnisse des diesjährigen Abiturs und diverse Neuerungen an den einzelnen Schulstandorten im Mittelpunkt standen.

Foto: Informationen aus erster Hand bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fortbildung für Lehrkräfte an Agrarwissenschaftlichen Gymnasien, die in Ravensburg stattfand.
Nachmittags ging es ins Kompetenzzentrum für Obstbau (KOB) nach Bavendorf. Nach einer Einführung durch Herrn Dr. Büchele, Leiter des KOB, wurden einige der aktuellen Forschungsprojekte des KOB vorgestellt, unter anderem die Wirkungsweise verschiedener Lagermethoden im Obstbau (Herr Dr. Streif) und der „Vaterschaftstest“ z.B. für Apfelsorten (Frau Dr. Xuan), wobei mittels molekulargenetischer Methoden Apfelsorten unterschieden und ihre Abstammungen analysiert werden können – nebenbei: ein Analyseverfahren, das auch dem Vaterschaftstest beim Menschen zugrunde liegt und dessen Ergebnisse beispielsweise in TV-Talkshows oftmals für Aufregung sorgen.
Anschließend fuhr man ins Landwirtschaftliche Zentrum BW nach Aulendorf, wo die Gruppe vom Leiter, Herr Schweizer, begrüßt und in die vielfältigen Fachbereiche des LAZ-BW eingeführt wurde. Dort wurde auch übernachtet.
Der Dienstag am LAZ-BW war mit diversen hochkarätigen Vorträgen gespickt. Von der Kurzrasenweide über die Humusbilanz bis zur genomischen Zuchtwertschätzung und der Fitnessbeurteilung/-optimierung beim Rind reichte die Informationspalette. Dazwischen bot die Besichtigung des Stallneubaus eine willkommene Auflockerung und etwas Bewegung, so dass alle Teilnehmer auch beim Abschlussreferat über neuere Entwicklungen in der Milchviehfütterung noch voll bei der Sache waren. „Wie kann Futtereiweiß möglichst effizient genutzt werden? Ist eine Fütterung auf Eiweißeffizienz auch tier- und umweltgerecht?“ waren nur einige der aufgeworfenen Fragen. Letztere konnte nach ausgiebiger Erörterung positiv beantwortet werden. Fazit der beiden Fortbildungstage: gerade auch Lehrer schlüpfen gerne mal in die Zuhörer-Rolle, dabei folgen sie den kompetenten Fachvorträgen sehr aufmerksam - um hernach mit den Fachleuten darüber angeregt zu diskutieren. Schließlich geht es ihnen ja darum, das Erfahrene in der Folge schülergerecht in den Unterricht einfließen zu lassen.
Dass die Fortbildung von den Teilnehmern als rundum gelungen eingeschätzt wurde, ließ sich auch ihrem Feedback entnehmen, das durchweg positiv ausfiel.
Portal Agrarwirtschaft auf dem Lehrerfortbildungsserver:
http://lehrerfortbildung-bw.de/bs/berufsbezogen/agrarwirtschaft/
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