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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2011/11_com/index.html, Stand 17. Jan. 2017

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Eine gemeinsame Schule für alle

Schulleiter/innen diskutieren inklusive Pädagogik

Die Schulleiter/innen der Grund- und Hauptschulen innerhalb des Schulamts Böblingen griffen Anfang Juli 2011 bei einer Tagung am Standort Comburg das aktuelle Thema „Inklusion“ auf. Eingeladen waren dazu zwei Experten: Dr. Kerstin Merz-Atalik, Professorin für Allgemeine und Rehabilitationspädagogik und Prorektorin an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, und Dr. Thomas Barow, Senior Lecturer an der Universität Borås / Schweden.

Situation in Deutschland

Im März 2009 unterzeichnete Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Damit einher geht die Verpflichtung, ein Schulsystem zu schaffen, das Kindern mit und ohne Behinderung ein gemeinsames Lernen ermöglicht. Dabei geht es nicht nur um räumliche Integration, sondern alle Schüler/innen sollen mit ihrer Vielfalt an Kompetenzen aktiv am Unterricht teilnehmen und die Gemeinschaft erleben.

International wird das Thema Inklusion seit 50 Jahren beforscht. Es finden sich unterschiedliche Theorien und Konzepte darüber, wie inklusives Lernen realisiert werden soll. In Italien, Schweden und anderen Ländern gibt es seit Jahren nur noch wenige Spezialschulen für Kinder mit besonderen Beeinträchtigungen. In Deutschland entstanden die ersten integrativen Lernangebote zu Beginn der 70er Jahre. „Im europäischen Vergleich“, berichtete Kerstin Merz-Atalik, „beschult man in Deutschland relativ viele Kinder in Sondereinrichtungen. Wir haben immerhin 5,6 Prozent an Sonderschulen. Aber in allen Bundesländern gibt es auch integrative und teilweise sogar inklusive Angebote. Schleswig-Holstein, Bremen und Berlin sind dabei Vorreiter.“

Kerstin Merz-Atalik bei ihrem Vortrag im Kaisersaal
Foto: Kerstin Merz-Atalik bei ihrem Vortrag im Kaisersaal (Foto von Franz Zimmermann)

In Baden-Württemberg mit seinem ausgebauten Betreuungs- und Sonderschulsystem wurde bisher auf eine möglichst frühe Differenzierung gesetzt, teilweise ab Kindergarten. Und eine vergleichsweise hohe Anzahl Kinder besucht schon Sondereinrichtungen im Kindergarten. Mittlerweile haben sich aber auch kooperative und integrative Elemente eingebürgert, wie etwa die Außenklassen an Regelschulen. Das Ideal der Inklusion ist damit aber noch lange nicht erreicht. Hier muss nach Meinung der Professorin aus Ludwigsburg noch viel geschehen.

„Eine Grundvoraussetzung für Inklusion ist für mich, dass Sonderschullehrer/innen fest an Regelschulen angestellt werden können und Lehrer/innen aus Regelschulen an Sonderschulen. Dann profitieren diese beiden Pädagogengruppen voneinander - von der eher fachspezifisch orientierten Vorgehensweise einerseits und dem qualifizierten Eingehen auf individuelle Lernbedürfnisse andererseits“, meinte Kerstin Merz-Atalik.

Erfahrungen aus Schweden

Während man in Deutschland mit der Umsetzung inklusiver Lernangebote ziemlich am Anfang steht, hat man in Schweden damit schon seit etwa 20 Jahren Erfahrung. Innerhalb der Schulverwaltung und auch innerhalb der Kommunen setzt man hier darauf, dass die Tätigkeit an den Schulen durch eine inklusive Sichtweise geprägt sein soll. Es soll keine verletzende oder diskriminierende Behandlung vorkommen und damit wird Inklusion zum Qualitätskriterium erhoben.

„Außerdem erhalten alle angehenden Lehrer/innen schon seit Ende der 1980er Jahre eine grundlegende Schulung in sonderpädagogischen Fragen. So gibt es etwa an der Hochschule in Borås aktuell für alle Lehramtstudierenden einen obligatorischen Kurs in Sonderpädagogik. Hier werden grundlegende Fragen besprochen, wie Inklusion und Förderplanung “, referierte Thomas Barow. „In Schweden findet sich ein großes Zutrauen in die Fähigkeit der Lehrer/innen, die Verschiedenheit der Schüler/innen als Ressource, nicht als Belastung zu begreifen“, fügte der Referent hinzu.

Thomas Barow von der Universität Borås/Schweden
Foto: Thomas Barow von der Universität Borås / Schweden (Foto von University of Borås)

Im Hintergrund existiert dabei das Ideal, dass alle Lehrer/innen die Fähigkeit besitzen, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler/innen in Bezug auf Lernstil, Lernzeit und spezielle Förderung einzugehen. Innere Differenzierung ist hier die große Herausforderung für die Lehrer/innen. Reicht die eigene Kompetenz im heterogenen Lernumfeld nicht aus, wird Hilfe bei Sonderpädagogen und Spezialisten angefordert. 

Das inklusive Schulmodell – das kann man aus den schwedischen Erfahrungen lernen - muss um Erfolg zu haben, allen am Schulleben Beteiligten gut kommuniziert und begründet werden.

 

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Letzte Änderung: 08.08.2011