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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2011/13_bwb/index.html, Stand 17. Jan. 2017

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Bildungsaufbruch in Baden-Württemberg aus erster Hand

Kultusstaatssekretär Dr. Frank Mentrup diskutiert mit Schulleitern an der Landesakademie

Aus berufenem Munde erhielten rund 70 Schulleiterinnen und Schulleiter des Landes Informationen über den im Koalitionsvertrag der grün-roten Regierung enthaltenen Bildungsaufbruch.

Dr. Frank Mentrup, MdL, Staatssekretär im Kulturministerium besuchte die bei einem einwöchigen Ferienkurs an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Bad Wildbad weilenden Schulleiterinnen und Schulleiter, um mit ihnen über die Veränderungen in der Schulpolitik zu sprechen.

"Wir wollen den ernst gemeinten Dialog mit allen Beteiligten", - deshalb sei ihm die Begegnung mit den neuen Schulleitungspersonen besonders wichtig - so Dr. Mentrup.

Es sei klar, dass durch die Ankündigungen der neuen Landesregierung viele Erwartungen geweckt worden seien. "Wir können die Situation in der Schulpolitik deutlich verbessern, aber nicht alles geht gleichzeitig" - manches brauche eben Zeit - so der Staatssekretär.

Die Vorgaben seien durch die Koalitionsvereinbarung festgelegt, aber es gelte, diese formal und inhaltlich umzusetzen. Dazu sollen alle, Eltern, Kindergärten, Schulen und Schulträger mitgenommen werden. "Wir werden die Koalitionsvereinbarung schrittweise umsetzen."

So sollte beispielsweise die Betreuung der Null- bis Dreijährigen ausgebaut werden und die Sprachförderung solle bereits für Dreijährige beantragt werden können. Die besondere Aufmerksamkeit der Schulleiterinnen und Schulleiter galt vor allem den für sie relevanten Themenbereichen wie Grundschulempfehlung, Weiterentwicklung der Werkrealschule, Gemeinschaftsschule, Ganztagesschule, Inklusion, Gymnasium G8 und G9.

Den teilweise besorgten Zuhörern erläuterte der Staatssekretär die Vorhaben. Die Grundschulempfehlung werde "nicht abgeschafft, aber aus ihrer Verbindlichkeit herausgeholt werden. Es werde nach der Klasse vier eine klare Empfehlung geben und viel Beratung mit dem Ziel, "jedes Kind in die weiterführende Schule zu bringen, die zu ihm passt".

Hauptschulen, Werkrealschulen und Realschulen sollen erhalten bleiben - wobei man für die Realschulen die meistern Zugänge erwarte. Sie sollen ab 2012/13 mit zusätzlichen Instrumenten ausgestattet werden - Ergänzungsunterricht, Hausaufgabenbetreuung - was zusätzliches Personal und Geld bedeute.

Die Gemeinschaftsschule solle bald im Schulgesetz verankert werden. Es gebe bereits genug gute Beispiele im Land, findet Mentrup und ermunterte die anwesenden Pädagogen zu überlegen, "ob das für Sie in Frage kommt." Wesentliches Element der Gemeinschaftsschule sei es, alle Bildungsniveaus in allen Fächern anzubieten. "Eine Gemeinschaftsschule ohne Gymnasium ist nicht das Ziel", sagt der Staatssekretär: "Dann bekämen wir ja wieder ein zweigliedriges Schulsystem, das wir nicht wollen."

Demnächst soll aus dem Schulgesetz auch die Kooperation der Werkrealschulen mit den Berufsfachschulen gestrichen und die Notenhürde für Klasse zehn abgeschafft werden. Nach Werkrealschulklasse zehn soll nicht nur der Realschul- sondern auch der Hauptschulabschluss möglich sein. "Schüler, die das brauchen, können auch länger bleiben und einen besseren Hauptschulabschluss machen."

Das Abitur nach neun Jahren im Gymnasium soll es wieder geben. Ein solcher G8+-Zug gehe einher mit der Entlastung der Lehrpläne. Ob in der Unter- oder der Mittelstufe, das werde derzeit diskutiert. "Rückmeldungen wären hier sehr hilfreich", bittet Mentrup die Anwesenden.

Die Bildungspläne aller Schularten sollen bis zum Schuljahr 2014/15 überarbeitet und aufeinander abgestimmt werden. Fächerverbünde zum Beispiel müssten in allen Schularten vergleichbar sein. "Vieles passt da nicht zusammen".

Bis zum Sommer soll die Ganztagsschule ins Schulgesetz - "vor allem deshalb, damit Kommunen verbindlicher verhandeln können und dann mit verlässlichen Kosten kalkulieren. Ganztagsschule als flächendeckendes Angebot ist das Ziel und wir werden die Anreize so setzen, dass Mittel da sind."

Für Inklusion, die komplette Einbindung behinderter Kinder in den Schulalltag, soll es bis Sommer ein Angebot an die Schulträger geben. Dazu brauche es mehr Mittel und mehr Personal.

An den beruflichen Gymnasien sollen ausreichend Plätze geschaffen werden, dass alle Schüler, die die Voraussetzungen (Notenschnitt von 3,0) erfüllen, einen Platz bekommen. "Wir wollen ein Recht darauf ins Schulgesetz aufnehmen", sagt Mentrup.

Skeptische Stimmen seitens der Schulleiter galten vor allem der zeitlichen und finanziellen Dimension, in welche der Bildungsaufbruch gestellt werden müsse.

Nicht alle Bedenken konnten wohl zerstreut werden, aber die Begegnung hat den Schulleitern Mut gemacht, sich selbst in den spannenden Prozess einzubringen.

Staatssekretär Dr. Frank Mentrup, der an den Diskussionsbeiträgen des Auditoriums sehr interessiert war, beeindruckte durch sein Fachwissen. "Möglichst heute bereits im Detail wissen, wie es im Herbst konkret weitergeht - ist natürlich nicht möglich. Wir wollen auch nicht verschweigen, dass es keine unbegrenzten Ressourcen für die Bildung gibt."

Der Kassensturz der Landesregierung für den von Schwarz-Gelb hinterlassenen Haushalt habe leider manche Deckungslücke offenbart.
So fehlten zum Beispiel ab 2013 rund 225 Millionen Euro jährlich für die von der Vorgängerregierung auf den Weg gebrachte Qualitätsoffensive Bildung.
Dennoch würde alles unternommen, um der neuen Schulpolitik in Baden-Württemberg zum Erfolg zu verhelfen.

 

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Letzte Änderung: 06.09.2011