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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2011/19_bwb/index.html, Stand 26. Nov. 2014

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Mit der Reichsbahn in den Tod

„Nur wer die Vergangenheit kennt, kann Zukunft gestalten.“ Mit diesen Worten erklärte Helmut Nagel, Direktor der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, den Sinn der am Montagabend in der Trinkhalle eröffneten Ausstellung „Kinder und Jugendliche – Mit der Reichsbahn in den Tod.“  Es ist eine Ausstellung, die zurückführt ins 3. Reich, wo Kinder und Jugendliche wie viele andere Menschen Deutschlands wegen ihres Glaubens und ihrer Herkunft in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Christoph Schwarz (36), von Beruf Lehrer, hat diese Ausstellung vor fünf Jahren geschaffen, um auf die furchtbare Tatsache der verfolgten, deportierten und schließlich ermordeten Kinder aufmerksam zu machen, Die Bildtafeln zeigen nicht abstrakte Opferzahlen, sondern einzelne Kinderschicksale. Vor allem auch deshalb, weil sich zwischen dem Schicksal der jungen Menschen, deren Name genannt werden, und dem eigenen Leben Verbindungen herstellen lassen. Die meisten deportierten Kinder überlebten nicht, viele wurden in Auschwitz ermordet. Kurze Lebensläufe, Familienfotos, zum Teil Aussagen von überlebenden Geschwistern machen das Schicksal von Kindern und Jugendlichen lebendig.

Mit der Reichsbahn in den Tod
Foto: Akademiedirektor Helmut Nagel, Christoph Schwarz, der die Ausstellung geschaffen hat und Akademiereferentin Carmen Mattheis bei der Eröffnung der Ausstellung „Kinder und Jugendliche - Mit der Reichsbahn in den Tod“ in der Trinkhalle. Foto von Götz Bechtle.

Christoph Schwarz widmet sich dem Thema der ermordeten Kinder seit vielen Jahren. Aufmerksam wurde er durch eine Ausstellung, welche Beate Klarsfeld über Leben und Sterben jüdischer Mitbürger in französischen Bahnhöfen präsentierte. In Deutschland wurde diese Ausstellung von Bahnchef Mehdorn untersagt. Dafür gibt es inzwischen den „Zug der Erinnerung,“ der bisher von mehr als 300.000 Menschen besucht wurde.

Christoph Schwarz recherchierte, suchte Überlebende des Holocaust auf, stöberte in Archiven und stellte so selbst die derzeit in der Trinkhalle zu sehende Ausstellung zusammen. Es ist sicherlich nicht einfach, sich als Zuschauer mit dem Thema zu befassen, aber es ist deutsche Geschichte, die man nicht einfach übergehen kann. „Ohne die deutsche Reichsbahn,“ so Schwarz, „wäre dieser perfekte Massenmord nicht möglich gewesen.“ Und die Reichsbahn verdiente daran: für jeden Fahrkilometer zu ihrer Reise in den Tod hatten die Erwachsenen 4 Pfennig die Kinder und Jugendlichen 2 Pfennig zu bezahlen. Und bei der mehrtägigen Fahrt in Viehwagen starben bereits Alte, Kranke und kleine Kinder als „natürliche Auslese.“ Bereits im Jahr 1942 wurden täglich 5000 Menschen nach Treblinka gefahren, um dort umgebracht zu werden. Die Fotos der Kinder, die damals im südwestdeutschen Raum gelebt hatten, sowie deren kurze Lebensläufe lösen Beklemmung aus, und man fragt sich, wie dies geschehen konnte.

Die Ausstellung, so Schwarz, ist von seinen Schülern mitgestaltet worden, und Schüler und Jugendliche sollten sie auch betrachten, um daraus zu lernen und betroffen zu sein. Denn Betroffenheit in Verbindung mit Wissen ist ein Gegenmittel zum Rechtsextremismus. Schwarz: „Wenn man sich das Schicksal eines Opfers merkt, wird man niemals den Holocaust vergessen.“

Schwarz dankte besonders Akademiereferentin Carmen Mattheis, die beim Aufbau der Ausstellung intensiv mitgeholfen hatte.

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Landesakademie gezeigt wird, ist bei freiem Eintritt bis 7. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten der Trinkhalle geöffnet. Informationen gibt es auch unter externer Link www.mit-der-reichsbahn-in-den-Tod.de.

- Text von Götz Bechtle -

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Letzte Änderung: 10.10.2011