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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2011/22_com/index.html, Stand 1. Nov. 2014

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep besucht die Jahrestagung 2011 der Führungsseminarleiter/innen auf der Comburg

Vor 30 erfahrenen Führungskräftetrainer/innen, die neu ernannte Schulleiter/innen an der Landesakademie ausbilden, stellte Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep die Grundlinien der Personalentwicklung in Baden-Württemberg vor.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung stand der Vortrag von Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep über die "Bedeutung einer professionellen Personalentwicklung im Bildungswesen" neben einem Workshop von Prof. Dr. Diethelm Wahl zum Thema "Gestaltung von Lehr-Lernprozessen in der Erwachsenenbildung"

Bei Ihren Ausführungen ging Dr. Ruep ins Grundsätzliche und spannte einen weiten Bogen von einem philosophisch begründeten Bildungsverständnis über Grundsätze einer  Personalentwicklung hin zu den Perspektiven, die sich daraus für den Bildungsbereich ergeben.

Bildungstheoretisch stützt sie sich auf Wilhelm von Humboldt, der eine ganzheitliche Entfaltung der im Individuum angelegten Talente anstrebte: „Der wahre Zweck des Menschen (…) ist die höchste und proportionierlichste Bildung aller Kräfte zu einem Ganzen.“ Bildung bezeichnet die Formung des Menschen im Hinblick auf sein Menschsein und ist offen auf ein "Weltbürgertum" angelegt: Bei Humboldt heißt es: "Soviel Welt wie möglich in die eigene Person zu verwandeln, ist im höheren Sinn des Wortes Leben".

In ihrem Vortrag im Kaisersaal auf der Comburg stellt Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep ihr Konzept zur Personalentwicklung vor.
In ihrem Vortrag im Kaisersaal auf der Comburg stellt Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep ihr Konzept zur Personalentwicklung vor.

Dr. Ruep betonte die Bedeutung des Bildungsthemas für die Gesellschaft und verwies auf den Kontext von zahlreichen internationalen Vereinbarungen wie die Verpflichtung zur Nachhaltigkeit (Brundtlandreport, bereits 1987) oder die Verpflichtung zu den Zielen der UNESCO Task Force on Education for  the Twenty-first Century von 1996 und zu den hier festgelegten vier Pfeilern für lebenslanges Lernen (  Learning to know,Learning to do, Learning to live together, Learning to be;). Im Jahr 2000 folgte die DAKAR-Erklärung der Bildungspolitiker der UN für eine Bildung für alle und für 2005 bis 2014 hat die UN die Dekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" ausgerufen.

In diesem Zusammenhang sieht Frau Dr. Ruep die ambitionierten Reformvorhaben der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg und ermutigt zu einem Diskurs zu grundsätzlichen normativen Fragestellungen zum Bildungssystem, die über die Landesgrenzen hinaus bedeutsam sind: Was für eine Gesellschaft sind wir oder wollen wir sein? Welche Funktion sollen Bildung und Schule in dieser Gesellschaft haben? Welche Vorstellung von Chancengleichheit und Leistung haben wir?

Als Voraussetzung für einen solchen Diskurs sieht Dr. Ruep die Prinzipe der Partizipation und des Dialogs, die durch eine lernende Haltung, Offenheit und gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sind. Das Modell der "Lernenden Organisation" wie es Peter Senge und Chris Argyris beschrieben haben, erscheint in diesem Prozess als angemessenes System. Der Wandel von einem stark vorgabengesteuerten Bildungssystem zu einem an Ergebnissen und schulischer Eigenverantwortung geprägten Organisationssystem stellt einen grundlegenden Kulturwandel dar und erfordert eine umfangreiche Personalentwicklung. Insbesondere Schulleiterinnen und Schulleiter, die für den Umbau Ihrer Schule zu einer "Lernenden Organisation" Verantwortung tragen, aber auch Führungskräfte, die an auf anderen Ebenen des Systems wirken, brauchen das Rüstzeug, um Veränderungen aktiv gestalten zu können.  Dr. Ruep nennt dazu die Verwurzelung in einem begründeten Wertesystem, die Fähigkeit als Sinnstifter  zu wirken, erfolgreich kommunizieren zu können  und systemisches Denken, um  das Gesamte zu sehen. Einen systemischen Führungsansatz, welcher "Stellvertretende Führung", partizipative Zielfindung, Kooperationskultur,  Feedback-Kultur und die Förderung von Mitarbeiterpotentialen integriert, hat Rolf Arnold in "Das Santiago-Prinzip: Systemische Führung im lernenden Unternehmen" formuliert. Personalentwicklung auf dieser Grundlage gedacht, würde bedeuten, dass sie sich in einem realisierten Zustand wie ein Fraktal in allen Bereichen der Organisation entsprechend ausprägt.

Ein praktisches Kapitel Personalentwicklung zeigte Prof. Dr. Diethelm Wahl am zweiten Tag des Seminars  in einen Workshop zur "Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen in der Erwachsenenbildung" für die anwesenden Führungskräftetrainer/innen. Zunächst stellte er den Schulleiterinnen und Schulleitern seine wichtigsten Forschungsergebnisse vor: Erwachsene lernen dann besonders intensiv, wenn bei der Gestaltung von Fortbildungen darauf geachtet wird, nach kurzen Inputphasen jeweils längere, methodisch abwechslungsreiche Arbeitsphasen anzubieten. Prof. Wahl stellte hierfür zahlreiche Beispiele vor, die sofort im Kurs erprobt werden konnten.

Prof. Dr. Diethelm Wahl arbeitet in seinem Workshop mit den Führungskräftetrainer/innen am Thema "Gestaltung von Lehr-Lernprozessen in der Erwachsenenbildung".
Prof. Dr. Diethelm Wahl arbeitet in seinem Workshop mit den Führungskräftetrainer/innen am Thema "Gestaltung von Lehr-Lernprozessen in der Erwachsenenbildung".

Die Schulleiter und Schulleiterinnen reflektierten ihre eigene Praxis und entwickelten im Verlauf des Workshops neue Ideen für ihre eigenen Fortbildungen und planten gemeinsam erste Schritte zur Umsetzung. Denn davon ist Prof. Wahl als Psychologe überzeugt: Unser eigenes Handeln können wir nur in kleinen Schritten verändern und wir sollten daher jeweils nur den nächsten konkreten Schritt planen.

Bei den Schulleitern/innen fand der Fortbildungstag sehr viel Anklang, weil sie Prof. Wahl als sehr konkret und praxisnah erlebten und am Ende mit dem Gefühl heimgingen: Meine nächste Fortbildung wird ein wenig anders – dank der vielen Anregungen und konkreten Transferplanung.

 

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Letzte Änderung: 24.10.2011