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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2012/27_com/, Stand 20. Jan. 2017

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Gemeinschaftsschule gelingt − Lernen an Modellen und Erfahrungen anderer Schulen und Bundesländer

23 Personen aus Schulleitungsteams verschiedener Schularten setzten sich mit anregenden, beispielgebenden Schulmodellen zur Gemeinschaftsschule auseinander.

Eine anspruchsvolle Pädagogik mit entsprechenden Formen der Lernorganisation, wie sie für die Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg vorgedacht ist, stand im Mittelpunkt der Seminararbeit. Grundlage für die Gemeinschaftsschule ist eine Pädagogik, die sich als Beziehungsarbeit versteht, die ohne Selektion auskommt und ein hohes Maß an individueller Förderung, die sich an den Stärken der Schülerinnen und Schüler orientiert, gewährleistet. Sie begreift Vielfalt als Chance, setzt auf binnendifferenziertes Arbeiten und kooperative Lernformen.

Schulen, die bereits Jahre und Jahrzehnte mit diesem Verständnis arbeiten, sind die Max-Brauer-Schule in Hamburg und die Offene Schule Waldau Kassel.
Barbara Riekmann stellte die beeindruckende Arbeit der Max-Brauer-Schule vor, die von Schülerinnen und Schülern der Kl. 1 - 13 besucht  wird. Sie leitete die Schule über 25 Jahre und bereits 2006 wurde die Schule mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet.
Individuellen Kompetenzerwerb organisiert die Max-Brauer-Schule in drei Säulen: Im Lernen im Lernbüro, wo der Erwerb von Basiskompetenzen stattfindet. Im projektorientierten Lernen, das fächerübergreifend und handlungsorientiert erfolgt. Und im Lernen in Werkstätten, das die Möglichkeit eröffnet, entlang eigener Interessenschwerpunkte zu arbeiten. Bezugsrahmen bilden die Vorgaben der Rahmenpläne in Hamburg, die über Kompetenzraster vermittelt werden. Eine Leistungsrückmeldung an Schüler/innen und Eltern erfolgt über Lernentwicklungsberichte, welche die Kompetenzraster abbilden und eine Verbalbeurteilung enthalten. Der Erfolg des schulischen Konzepts der Max-Brauer-Schule zeigt sich regelmäßig bei den zentralen Lernstandserhebungen in Hamburg, bei denen die Schule überdurchschnittlich gut abschneidet und vor allem eine sehr positive Veränderung der Leistungsgruppen von Klasse 5 bis 9 nachweisen kann.

Barbara Riekmann

Für die Schülerinnen und Schüler entscheidend ist das Gefühl der Zuversicht. Sie haben Erfolge im Laufe ihrer Schulzeit erlebt und Selbstwirksamkeit erfahren, berichtet Barbara Riekmann.

Schulleiter Gerhard Vater portraitierte die Offene Schule Waldau, die sich im Verlauf von 30 Jahren von einer Schule im Brennpunkt durch intensive Schulentwicklung zu einer Preisträgerschule profilierte. Die handlungsorientierte Lernkultur an der Offenen Schule Waldau zeigt sich in ähnlicher Weise wie an der Max-Br.-Schule durch Formen der Binnendifferenzierung wie Freies Lernen, Arbeit mit Wochenarbeitsplänen, Checklisten und Kompetenzrastern. Eine Besonderheit ist die Teamstruktur für die Jahrgangsteams, die in hoher Eigenständigkeit und Verantwortung einen Jahrgang über 6 Jahre begleiten. Hier lebt die Schule den Grundsatz der Beziehungsarbeit als Basis für Erziehung und Bildung. Für Lehrerinnen und Lehrer bietet diese Organisationsstruktur eine Entlastung durch gegenseitige Unterstützung und führt zu einer höheren Arbeitszufriedenheit. Die Offene Schule Waldau erhielt ebenfalls 2006 den Deutschen Schulpreis.

Kessler_Vater

Schulleiter Gerhard Vater von der Offenen Schule Waldau Kassel im Gespräch mit Lehrgangsleiter Matthias Kessler

Einen lebendigen Eindruck von der Lehrkultur an einer Gemeinschaftsschule konnten die Teilnehmer/innen des Lehrgangs bei einem Besuch der Gemeinschaftsschule Neuenstein gewinnen. Rektor Matthias Wagner-Uhl und Konrektorin Eva Diem führten in das Konzept der Schule ein. So arbeitet die Schule Neuenstein seit fast einem Jahrzehnt an der Umsetzung ihres neuen Lernkonzepts und hat seit gut 5 Jahren positiv-praktische Erfahrungen mit dieser besonderen Form des Unterrichts. Die Lehrkräfte an der Schule Neuenstein wurden seit Anfang 2010 zusätzlich intensiv für diese Aufgabe fortgebildet. Das Kollegium profitiert dabei von den Erfahrungen des international anerkannten schweizerischen Instituts Beatenberg und den Forschungsergebnissen des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm. Andreas Müller (Leiter des Instituts Beatenberg) und Dr. Kathrin Hille (Forschungsleiterin des Transferzentrums ZNL Ulm) stehen in Kontakt mit der Schule und arbeiten regelmäßig vor Ort mit den Lehrkräften.

Dies hat zur Folge, dass Schule in Neuenstein an vielen Stellen völlig anders funktioniert als mancher es aus seiner Schulzeit kennt. Bei einem Rundgang mit Stippvisiten in verschiedenen Lerngruppen konnte die Seminargruppe erleben, wie es die Schule schafft, die Lerngestaltung in Lernteams  mit Wochenorganisation, Inputs, Lernjobs, Lernerfolgsheft, Kompetenzraster, Portfolio, u.a. so zu gestalten, dass Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Lernbedürfnisse, Lernwege und Lernmöglichkeiten entdecken können, um so zunehmend in selbstgesteuerten Lernprozessen ihren Kompetenzaufbau zu betreiben.

Schulbesuch in Neuenstein

Lehrgangsgruppe bei Ihrem Rundgang durch die Gemeinschaftsschule Neuenstein

Neben diesen Eindrücken aus den drei Modellen schulischer Arbeit nutzten die Teilnehmer/innen das Seminar unter fachkundiger Leitung durch Rektor Mathias Kessler von der Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftsschule in Bad Urach und Rektor Matthias Wagner-Uhl von der Gemeinschaftsschule Neuenstein zur Reflektion ihrer eigenen Situation. So konnten sie anhand ihrer Überlegungen wesentliche Schritte für die eigene Schulentwicklung identifizieren und eine Meilensteinplanung beginnen.
Am Ende zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Lehrgangs hoch zufrieden mit der Verbindung von neuen Impulsen durch die vorgestellten Schulkonzepte wie auch den Besuch der Gemeinschaftsschule Neuenstein und die Transferarbeit auf die eigene Schulentwicklung, angeleitet durch eine engagierte und humorvolle Lehrgangsleitung.
Die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen unterstützt die Entwicklung der Gemeinschaftsschulen von Beginn an durch zahlreiche Fortbildungen und Vernetzungstage der Starterschulen.

Weitere Fortbildungsangebote für Schulleitungen und Schulleitungsteams am Standort Comburg im laufenden Schuljahr finden Sie unter dem Stichwort Gemeinschaftsschule: 
Seite oder Ebene weiter http://lehrerfortbildung-bw.de/fortbildungen/lfbdb/uebersicht.html

Fortbildungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer am Standort Bad Wildbad finden Sie unter dem Stichwort Gemeinschaftsschule:
Seite oder Ebene weiter http://lehrerfortbildung-bw.de/fortbildungen/lfbdb/uebersicht.html

Weiterführende Links:

Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg:
externer Link http://www.gemeinschaftsschule-bw.de

Max-Brauer-Schule in Hamburg
externer Link http://www.maxbrauerschule.de/

Offene Schule Waldau Kassel
externer Link http://www.osw-online.de/

Gemeinschaftsschule Neuenstein
externer Link http://www.schule-neuenstein.de/

Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftsschule in Bad Urach
externer Link http://www.gwrs-badurach.de/home/

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Letzte Änderung: 09.06.2013