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Druckansicht von http://lehrerfortbildung-bw.de/lak/akademien/2016/09_ess/, Stand 17. Jan. 2017

Landesakademie für Fortbildung und Personalwentwicklung an Schulen
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Internationales Symposium Palästina

„Palästina heute – Land und Leute – Bildungschancen und Herausforderungen in Palästina“

Baden-Württemberg und die palästinensischen Gebiete wollen in der Bildung künftig enger zusammenarbeiten / Hochkarätig besetzte Tagung am Esslinger Standort

Das Kultusministerium und die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen Esslingen veranstalteten gemeinsam mit Bildungseinrichtungen aus den palästinensischen Gebieten am 7. und 8. Mai in Esslingen das zweitägige internationale Symposium „Palästina heute – Land und Leute – Bildungschancen und Herausforderungen in Palästina“. Bei der Konferenz diskutierten hochkarätige Vertreterinnen und Vertreter aus der palästinensischen und baden-württembergischen Bildungslandschaft und der Wirtschaft Fragen der Bildung, des Friedens und der Wirtschaftsinvestitionen.

Gruppe vor Publikum Podiumsdiskussion
Freude über die geplante intensive Zusammenarbeit (von links): Hanan al-Hroub, Gewinnerin des Weltlehrerpreises 2016, Dieter Manz, Schulleiter der Paul-Kerschensteiner-Schule in Bad Überkingen, Dr. Michael Kiefer, Schulleiter der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule in Pforzheim, Dr. Mitri Raheb, Gründer und Präsident des Dar al-Kalima University College of Arts & Culture in Bethlehem, Klaus Lorenz, Abteilungsleiter Berufliche Schulen, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Andreas Hörner, Schulleiter der Heinrich-Hertz-Schule in Karlsruhe, Manfred Haffa, Schulleiter der IT-Schule in Stuttgart und Abdelhadi Abusharekh, Botschaftsrat, Vertretungen Palästinensische Gebiete, Palästinensische Mission, Berlin am Rande des Palästinatags 2016 in der Landesakademie. Auf dem Podium diskutierten (von links) Hanan al-Hroub, Gewinnerin des Weltlehrerpreises 2016, Dr. Mitri Raheb, Gründer und Präsident Dar al-Kalima University College of Arts & Culture in Bethlehem, Klaus Lorenz, Abteilungsleiter Berufliche Schulen, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Frank Müller, Vorstand der Axsos AG Stuttgart und Dr. Christian Schaal, Leiter der Kulturabteilung des Vertretungsbüros der Bundesrepublik Deutschland in Ramallah zum Thema „Palästina heute“.

Zu den Ehrengästen gehörte die Grundschullehrerin Hanan al-Hroub, die von der internationalen Jury der Varkey Foundation unter 8.000 Kandidaten zur besten Lehrerin der Welt gewählt wurde. Erstmals seit ihrer Auszeichnung im März 2016 trat al-Hroub in ihrer Rolle als Preisträgerin des Weltlehrerpreises im Ausland auf und begeisterte die Tagungsteilnehmerinnen und –teilnehmer mit ihrer Ansprache. Die Auszeichnung, die mit einer Million US-Dollar dotiert ist, erhielt al-Hroub für ihre Pädagogik der Gewaltlosigkeit in einer Schule bei Ramallah. Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag des Pastors und Leiters der Weihnachtskirche Bethlehem, Dr. Mitri Raheb. Er berichtete als Gründer des privaten evangelischen Dar al-Kalima University Colleges of Arts & Culture über Bildung und Christentum in Palästina. Über Palästina als Wirtschaftsstandort referierte Frank Müller, Vorstand des Stuttgarter IT-Unternehmens Axsos, das seit 2011 in Ramallah eine Niederlassung unterhält.

Al Hroub_Ahmad Raheb_Mitri
Die Gewinnerin des Weltlehrerpreises 2016, Hanan al-Hroub, und der Pianist Aeham Ahmad, Träger des Internationalen Beethovenpreises für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion, begeisterten mit ihren Auftritten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung. Dr. Mitri Raheb, Gründer und Präsident des Dar al-Kalima University Colleges of Arts & Culture in Bethlehem sprach über Begegnung und Bildung in Palästina.

Während verschiedener Workshops in den Bereichen Film und Medien, Schmuck und Design, Photovoltaik und Esskultur begegneten sich Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Lehrkräfte aus Schulen und Hochschulen aus den palästinensischen Gebieten und aus Baden-Württemberg. So startet beispielsweise die Al-Quds University Jerusalem/Ramallah mit der Filmakademie Ludwigsburg ein kooperatives Filmprojekt.

Schmuckworkshop Fotovoltaik
Beim Schmuckworkshop entwarfen Schülerinnen und Schüler zum Palästinatag passenden Schmuck und planten zusammen mit ihren Lehrkräften die weitere Zusammenarbeit im Rahmen einer Schulpartnerschaft. Der neue Ausbildungsgang „Photovoltaik“ am Dar al-Kalima College in Bethlehem und die Vertiefung der Kooperation stand auf der Agenda des Workshops, an dem auch Lehrkräfte der Heinrich-Hertz-Schule in Karlsruhe, Dr. Carsten Tschamber von Solar Cluster Baden-Württemberg e.V. und Mitarbeiter der Wircon GmbH sowie der Stadtwerke Ettlingen teilnahmen.
Küche Unterzeichnung
In der Küche der Landesakademie bereiteten deutsche und palästinensische Schülerinnen und Schüler gemeinsam das große Dinner vor. Berufliche Schulen aus Baden-Württemberg wollen mit Schulen in den palästinensischen Gebieten enger zusammenarbeiten. Hierzu unterzeichneten die Schulleiter (von links) Manfred Haffa, IT-Schule Stuttgart, Dieter Manz, Paul-Kerschensteiner-Schule Bad Überkingen, Dr. Michael Kiefer, Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim und Andreas Hörner, Heinrich-Hertz-Schule Karlsruhe, eine entsprechende Vereinbarung. Für die palästinensische Seite unterzeichnete Dr. Mitri Raheb, Gründer und Präsident des Dar al-Kalima University Colleges of Arts & Culture in Bethlehem.
Pianist Aeham Ahmad
Pianist Aeham Ahmad, Träger des Internationalen Beethovenpreises für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion

Ferner unterzeichnen vier berufliche Schulen aus Baden-Württemberg gemeinsam mit beruflichen Schulen in den palästinensischen Gebieten eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit. Zielsetzung der Schulpartnerschaften ist es, Frieden zu vermitteln und das Demokratieverständnis zu fördern. Zu den teilnehmenden Schulen in Baden-Württemberg gehören die Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule in Pforzheim, die Heinrich-Hertz-Schule in Karlsruhe, die Paul-Kerschensteiner-Schule in Bad Überkingen und die it.schule Stuttgart.

Höhepunkt im kulturellen Rahmenprogramm war der Auftritt des palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad, der in den Kriegsgebieten Syriens „als Pianist in den Trümmern“ öffentlich auftrat, bis Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates im April 2015 sein Klavier in die Luft sprengten. Danach verließ er sein Heimatland. Im Jahr 2015 erhielt er in Bonn den erstmals verliehenen „Internationalen Beethoven-Preis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion“.

 

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Letzte Änderung: 31.05.2016